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FILMKRITIK: Le Mans 66 – Gegen jede Chance: Der nächste „Rush“?

Bereits vergangene Woche durfte ich James Mangolds „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“ noch vor seinem offiziellen Kinostart am 14.11.2019 sehen. Ob der zweieinhalb Stündler der nächste „Rush“ ist, lest ihr in meiner Kritik.

Le Mans 66: Kritik zu „Ford v Ferrari“

Dass Rennfilme durchaus Geschichte und Drama zu bieten vermögen, zeigte zuletzt Ron Howard mit „Rush – Alles für den Sieg“, der gelungenen Filmbiografie rund um Niki Laudas und James Hunts erbitterten Kampf des Formel 1-Weltmeistertitels im Jahre 1976.

Eine grundsätzlich nicht weniger mitreißende Geschichte ist die um das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1966.

Die Story

Seit Jahren dominieren Rennwagen der italienischen Edelschmiede Ferrari diverse Sportwagenrennen rund um den Globus. So auch das bereits in den 60er Jahren legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Gleichzeitig ist das Image von Ford eingefahren, deren Fahrzeuge nichts besonderes mehr. Ferrari geht es nicht besser. Um wieder an Popularität zu gewinnen, versucht sich Henry Ford II. an einer Übernahme von Ferrari. Doch Enzo Ferrari lässt den Deal im letzten Moment platzen.

Ford II. fühlt sich so sehr gekränkt, dass der zum Kampf gegen Ferrari aufruft. Mit Hilfe des amerikanischen Rennfahrers Carroll Shelby – er gewann Le Mans in 1959 mit Aston Martin – soll Ferraris Siegessträhne ein Ende gesetzt werden. Shelby, der Anfang der 60er selbst kein aktiver Rennfahrer mehr ist, sondern mit seiner Firma Shelby American Inc. angesehene Sportwagen entwickelt, wird mit Aufbau eines Ford-Rennwagens betraut. Der bis heute bekniete GT40 entsteht.

Bändigen kann das großvolumige V8-Monster damals nur der britischen Rennfahrer Ken Miles, der mit dem GT40 1966 bereits das 24-Stunden-Rennen von Daytona und die 12-Stunden von Sebring gewinnen konnte. Nach zwei erfolglosen Jahren in Le Mans in 1964 und 1965, dann der Erfolg in 1966. Gleich die ersten drei Plätze belegten Ford GT40, dahinter vier Porsche 906.

Ken Miles landet unwissentlich auf Platz 2 nachdem sich Henry Ford II. ein Fotofinish der drei GT40 gewünscht hat. Aber mehr dazu im Film [;-)].

Die Kritik

Der mit Christian Bale als Ken Miles, Matt Damon als Carroll Shelby gut besetzte Film (beide Oscar-Preisträger) ist ganz klar ein Pflichtfilm für alle Fahrzeug-Fans. Für einen „zweiten Rush“ fehlt es ihm letztendlich doch an Ergriffenheit. Bale spielt den Egomanen Miles entweder grandios oder übertrieben, gefühlt letzteres. Damon kaufe ich die Rolle als Shelby eher ab. Insgesamt jedoch ist das Biopic ein zu lang gewordenes Drama, das mehr mit den Kameraeinstellungen als den schauspielerischen Leistungen glänzt. Der Film leitet über einenhalb Stunden ein, bevor das Rennen den „Hauptteil“ bildet. Langweilig finde ich ihn dennoch nicht. Doch ob ich die zweieinhalb Stunden am heimischen Sofa ebenso durchhalten würde, bezweifle ich.

Die Trailer