#BoschUnexpected Fahrtechniktraining

Bosch ist der weltweit größte Autozulieferer. Vom Startermotor bis zur Motorsteuerung bietet die Firma aus Stuttgart alles an. Auf dem Gelände des ÖAMTC Fahrtechnik Zentrums in Teesdorf, konnte ich die Sicherheitssysteme von Bosch testen.

Highlights der Fahrtechnik

Zwischen Lastkraftwagenfahrern und Fahranfängern, kurvt eine kleine Truppe auf dem Gelände herum. Während es bei den Truckern und den frischgebackenen Führerscheinbesitzern um etwas geht,  darf ich mit drei anderen Kollegen meinen Spaß haben. Im Dienste der Sicherheit natürlich!

Zumindest versucht uns das der Instruktor zu Beginn zu erklären. In vier Übungen werden wir Fahrtechniken und Assistenzsysteme lernen und testen.

Am Steuer eines Mercedes-Benz GLA geht es zuerst auf einen Slalom. Der führt über einen Hügel, wobei die abwärtsführende Seite mehr und mehr bewässert wird. Der frontgetriebene GLA untersteuert dabei schnell. Dank ABS und ESP lässt er sich dennoch problemlos zwischen den Gummistangen hindurch manövrieren.

Das der Untergrund viel ausmacht, zeigt auch die zweite Übung. Ich wechsle aus dem GLA in den Jaguar F-Pace. Der soll beim kommende Facelift mit einer wahren Armada an Fahrassistenzsystemen vorfahren, wie mir eine Bosch-Mitarbeiter beim Termin verriet. Das bisherige Modell, mit dem ich die nächste Übung ablege, leistet sich aber auch keine Fehltritte. Auf einem trockenen Straßenstück wird mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten eine Notbremsung durchgeführt. Das wird nassem Untergrund wiederholt. Auch die Assistenten werden ausgeschaltet. Es soll zeigen, wie sehr sich die Umstände in einer Notsituation schon durch kleine Änderungen verschlimmern können. Der Bremsweg erhöht sich auf einem nassen Untergrund um ein Vielfaches. Gleiches gilt für die Geschwindigkeit. Ein paar km/h mehr ließen mich und den F-Pace sogleich eine Fahrzeuglänge später stehen.

Für den nächsten Test tausche ich den Briten gegen eine E-Klasse. Zwei davon stehen für uns bereit, beide identisch und mit allen Komfort- und Sicherheitsassistenten ausgestattet. Es gilt nun, in einer Kurve mit rutschigem Untergrund nicht von der Spur abzukommen. Anfangstempo sind 40 km/h. Langsam wird das Tempo gesteigert. Tagessieger, wenn man so will, bin ich, der auf nassem Untergrund eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 41 km/h  fuhr. Der Sieg, ein Muss für einen Filou [:-)].

Intelligent Drive

Es bleibt nass. Beim vierten Test begeben wir uns auf eine Schleuderplatte. Der Jaguar und ich bleiben cool, lenken gekonnt dagegen wenn uns das Heck weggerissen wird. Auch Hindernissen weiche ich, meistens, aus. Das liegt nicht nur an meinem fahrerischen Können, sondern natürlich auch an all den Sicherheitsfeatures, die mit an Bord sind. Das ABS (Antiblockiersystem) brachte Bosch schon 1978 auf den Markt. 1995 folgte das ESP, adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC), Einparkassistent, Totwinkel-Assistent, vorausschauendes Notbremssystem, Verkehrszeichenerkennung und Spurhaltesysteme wurden seit 2000 entwickelt.

Unter dem Namen „Intelligent Drive“ werden uns ein paar Assistenten von Bosch anhand der E-Klasse präsentiert. Zuerst parkt sich der Benz selbst ein. Unter 35 km/h erkennen die Systeme während der Fahrt, ob eine Parklücke groß genug ist. Ein kleines Symbol im Tacho gibt an, ob der Platz ausreicht. Der Fahrer muss nur noch zwei Knöpfe drücken, und das Auto parkt selbständig. Er kann aber auch Aussteigen und über eine App am Smartphone den Parkvorgang steuern.

Auch den Abstandstempomaten sehen wir uns an. Die vordere E-Klasse beschleunigt und bremst, je nach Angaben des Instruktors. Die hintere E-Klasse tut dasselbe, ohne Instruktor, dafür aber über den ACC und unzählige Sensoren, die alles herum erkennen und erfassen. Sogar in Kurven folgt die eine E-Klasse der anderen problemlos.

Was bringt die Zukunft bei Bosch?

Heutzutage ist alles „connected“ und digital und so weiter und so fort. Auch unsere Autos werden schon bald noch vernetzter sein und untereinander kommunizieren. Etwa um Gefahren vorauszusagen und früher zu erkennen. Alles natürlich Datenschutzkonform, wie mir auf Nachfrage versichert wurde.

Fazit:

Ein spannendes, interessantes und auch spaßiges Fahrtechniktraining. Unter geschützten Bedingungen Assistenzsysteme zu testen bzw. auch ohne solche zu fahren, war irrsinnig lehrreich. Viele davon hab ich in Testfahrzeugen in der realen Welt erleben können. Aber wie heißt es so schön: man lernt nie aus.