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Der Hyundai IONIQ Hybrid Level 6 im Test!

Der Hyundai IONIQ kann durchaus als Tausendsassa bezeichnet werden: Es gibt ihn als Elektroauto, als Plug-in-Hybriden und als Hybriden. Und letztere Version habe ich mir für euch genauer angeschaut.

Es war einmal: Der Hyundai IONIQ & ich

Meinen ersten Kontakt mit dem Hyundai IONIQ hatte ich vor über vier Jahren. Im Herbst 2016 wurde der Kompaktwagen mit drei verschiedenen Antriebsarten den österreichischen Medienvertretern vorgestellt. Als Kulisse diente damals das AKW Zwentendorf. Damals durfte ich den Stromer-IONIQ und den Hybriden fahren. Ich zeigte mich damals recht erfreut. Zu bemängeln wusste ich – außer der geteilten und deswegen nicht sehr überblicksfreundlichen Heckscheibe – so gut wie nichts. Wie sieht das jetzt beim Facelift des IONIQs aus?

Der angedeutete Heckspoiler teilt noch immer Heckscheibe und damit gleichzeitig den Blick durch den Rückspiegel. Man gewöhnt sich jedoch daran. Die Form, die mit der flach abfallenden Dachlinie ein klein wenig an der Prius erinnert, blieb unverändert und wirkt mit den Jahren immer weniger „außergewöhnlich“. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber seht ihr den Hyundai IONIQ auch richtig oft auf den Straßen als Taxi oder Mietwagen herumfahren? Am Anfang war das Design noch ausgefallen, jetzt ist es fast nichts Besonderes mehr. Bis auf Kühlergrill und die Scheinwerfer hinten und vorne hat sich kaum was am Aussehen getan. Er altert in Würde, kann man sagen.

Auf die inneren Werte…

… kommt es bekanntlich auch an. Und wer beim Exterieur des Koreaners gespalten ist (so wie die Heckscheibe, um es noch einmal anzuführen), der dürfte im Innenraum nichts zum Aussetzen haben. Wer die Tür zum IONIQ öffnet, findet genau das vor, was er oder sie sich erwartet. Die ganze Armaturenbrettarchitektur ist auf Einfachheit ausgelegt. Wer schon einmal ein Auto gefahren ist, der findet sich ohne Probleme sofort im Hyundai zurecht. Klingt jetzt irgendwie nach einem blöden Satz, ist aber so. Alle Knöpfe und Schalter sind an den gewohnten Stellen, eine Umgewöhnung gibt es nicht. Auch das Infotainmentsystem ist logisch strukturiert aufgebaut und reagiert schnell.

Die Platzverhältnisse sind auf allen Plätzen ausreichend. Hinter großen Fahrern wird es ein wenig eng, in dieser Klasse aber nicht tragisch. Der Kofferraum fasst 443 bis 1.505 Liter. Zum Vergleich: Ein Mazda 3 hat ein Kofferraumvolumen von 334 bis 1.026 Liter, ein Prius 501 bis 1.633 Liter. Und dass, obwohl sich die drei Fahrzeuge in der Länge kaum unterscheiden (Mazda 3: 4,46 m, IONIQ: 4,47 m, Prius: 4,54 m).

Das mit der Qual & der Wahl

Der Hyundai IONIQ war bei seiner Einführung 2016 das erste Auto, das mit drei verschiedenen Antrieben angeboten wurde: Als E-Auto, als Hybrid und Plug-in-Hybrid. Das macht die Entscheidung natürlich nicht leicht. Um den Überblick zu behalten, kurz die Daten. Der Stromer hat 136 PS und eine Reichweite von rund 311 Kilometern. Der Steckdosen-IONIQ wird von einem 105 PS Benziner und einem 61 PS E-Motor gepowert – Systemleistung 141 PS. Rein elektrisch können bis zu 52 Kilometer gefahren werden, die Gesamtreichweite liegt bei zirka 890 Kilometern. Mein Hybrid-Testwagen beherbergt unter seiner Haube den identen 1,6 Liter Benziner, bekommt zur Unterstützung aber einen 44 PS Elektromotor dazu. Die Systemleistung liegt bei ebenfalls 141 PS und meine Testreichweite bei gut 860 Kilometern.

Betrachtet man also nur die Reichweite, kein unwichtiger Faktor, liegt der Plug-in knapp vor dem Hybriden. Natürlich spielt auch der Preis eine wichtige Rolle. Der IONIQ Elektro beginnt ab 35.690 Euro, der Plug-in bei 31.590 und der Hybrid bei 29.990 Euro. Wer also ein bisschen Kohle sparen und auf die 30 Kilometer Reichweite verzichten kann, der fährt mit dem Hybrid am besten davon. Was uns zur nächsten Frage bringt:

Wie fährt sich der Hyundai IONIQ Hybrid?

Mit einem Wort: Unaufgeregt. Die Federung ist weder zu hart noch zu sportlich, die Beschleunigung von 10,8 Sekunden ist nicht atemberaubend oder unglaublich langsam. Es passt einfach. Auf der Autobahn spielt er seine Langstreckentauglichkeit aus, in der Stadt seine Wendigkeit. Wobei die direkte und leichtgängig Lenkung ihren Teil dazu beiträgt. Das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet angenehm und kaum spürbar. Fahrtechnisch alles vollkommen in Ordnung und solide. Lobenswert der Verbrauch: 5,2 Liter ROZ 95 auf 100 Kilometern sind für ein Auto dieser Klasse ein feiner Wert.

Das kostet der Hyundai IONIQ Hybrid

Ich hab‘ euch oben schon kurz über die Preise der IONIQ Variationen erzählt. Der Hybrid startet bei 29.990 Euro. Mein Testwagen in der höchsten Ausstattungsstufe „Level 6“ beginnt bei 34.490 Euro und kostet, lackiert in „Fluidic Metal“ (Aufpreis: 550 €), exakt 35.040 Euro.

Fazit

Der Hyundai IONIQ Hybrid ist ein gelungener Kompaktwagen, der mit Verbrauch, Simplizität und guten Fahreigenschaften punktet. Andere Hersteller verkaufen Fahrzeuge dieser Klasse etwas günstiger, doch sind die weder so gut ausgestattet noch fahren diese mit E-Unterstützung vor.