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Der Hyundai Kona Hybrid im Test!

Zum vierten Mal schon hat sich der Hyundai Kona in unseren Testfuhrpark verirrt. Nach Benzin, Diesel und Elektroversion kommt nun der Kona Hybrid. Gibt es relevante Unterschiede?

Gleiches mit Gleichem: Der Hyundai Kona Hybrid

Bei der Abholung des Testwagens werde ich freundlicherweise gleich auf die Besonderheiten des Kona Hybrids hingewiesen: Exklusiv für den Hybrid gibt es eigene 18 Zoll Felgen und die Lüftungsdüsen der Klimaanlage im Innenraum des Kona Hybrid sind immer in Weiß gehalten. Das wars auch schon. Mehr Unterscheidungen gibt es da nicht. Dem Gros der anderen Verkehrsteilnehmer wird der Hybrid also nicht sonderlich ins Auge springen. Kona Fans – wie wir sie sind – müssen genau schauen. Irgendwie hätte ich mir noch mehr Unterscheidung zu den anderen Modellen gewünscht. Jedenfalls mehr als spezielle Felgen, die man sich sicher auch so irgendwie besorgen und auf einen Diesel-Kona montieren kann, und ein bisschen weißen Kunststoff.

Die Qual der Wahl beim Kona

Der größte Unterschied – und viel wichtiger als Bling-Bling-Felgen – ist aber natürlich der Antriebsstrang. Beim Kona darf zwischen zwei Benzinern, einem Dieselaggregat, dem E-Kona und einem Hybriden gewählt werden. Wohlgemerkt ohne den vorangestellten Zusatz „Plug-in“. Aufladen und ein paar Kilometer weit elektrisch fahren, geht also nicht. Was ist dann der Sinn dahinter? Natürlich weniger Verbrauch. Schafft der Hyundai Kona Hybrid das?

„Wos konn a, der Kona?“

Als ich auf dem angenehmen, leicht erhöhten Gestühl Platz nehme, fühle ich mich gleich wohl. Und das nicht nur, weil ich schon oft hinterm Steuer verschiedener Kona saß. Hyundai baut seit vielen Jahren Autos, die richtig intuitiv sind und den Fahrer nicht überfordern. Alle Hebel und Knöpfe sind genau da, wo man sie vermutet. Das Infotainmentsystem ist unkompliziert, übersichtlich und reagiert rasch auf Fingerberührungen. Hier und da stört der Hartkunststoff ein wenig, aber immerhin ist er sauber verarbeitet.

Das Platzangebot ist nicht üppig, aber in dieser Klasse erwartet das auch niemand. Ich habe mit meinen 1,95 m auf dem Fahrersitz ausreichend Platz, womit ich für meinen Teil zufrieden bin.

Die Fahrdaten lesen sich unspektakulär: Ein 1,6-Liter-Ottomotor mit 105 PS und ein Elektromotor mit 44 PS erarbeiten gemeinsam eine Systemleistung von 141 PS. KIA Niro Hybrid und Hyundai IONIQ Hybrid haben den gleichen Antriebsstrang. In 11,6 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h und dann bis maximal 160 km/h. Fühlt sich in der Realität aber deutlich flotter an. Im Alltag überzeugt der Kona Hybrid durch sein angenehmes und unaufgeregtes Fahrwerk. Er befördert mich bequem von A nach B, mehr kann/darf/soll man von ihm auch nicht erwarten. In Kurven wiegt der Hybrid kaum auf und auch Bodenwellen stören die Passagiere kaum.

Das große „Aber“

Dank Hybridantrieb sollte der Kona nach WLTP 5,0 bis 5,4 Liter verbrauchen. Klingt zu gut. Wir wissen alle, wie das mit Werksangaben und Realität ist. Im Falle des Kona heißt das: Rund ein Liter mehr. 6,1 Liter Verbrauch zeigt der Bordcomputer nach ein paar hundert gefahrenen Kilometern an. Und auch beim Nachrechnen kommen wir auf diesen Wert. Das schafft der 136 PS Diesel auch – und kostet auch etwa gleich viel. Zwar lässt sich der Kona Hybrid auch rein elektrisch bewegen, doch habe ich im Test kaum einen Kilometer am Stück ohne Eingriff des Verbrenners zurückgelegt. Beim Starten und auf den ersten Metern strahlt mich das „EV“-Logo im Tacho noch freundlich an, doch so schnell wie es aufgetaucht ist, erlischt es auch wieder. Beim cruisen auf Bundesstraßen blinkt es hin und wieder, mehr E-Auto-Gefühle kommen beim Hybrid jedoch nicht auf. Weiterer Minuspunkt: Der Tank schrumpfte wegen der Hybridtechnik von 50 auf 38 Liter. Somit gibt’s auch weniger Reichweite.

Was kostet der Hyundai Kona Hybrid?

Der Hyundai Kona beginnt (Stand März 2020) bei 17.990,- Euro. Der Kona Hybrid kostet mindestens 27.990 Euro. Unser vollausgestatteter Test-Kona kostet 36.340 Euro. Dafür gibt es eine unglaublich umfangreiche Ausstattung, wie zum Beispiel LED-Scheinwerfer, Rückfahrkamera, Navigationssystem und sämtliche Assistenten. Die Händler dürften vernünftige Rabatte bieten, womit der Preis auch ein wenig gedrückt wird. Denn 36.000 Mäuse für ein kleines Hyundai-SUV, sind doch ein wenig viel. Wobei man hier erwähnen muss, dass unsere anderen Testfahrzeuge preislich in der selben Liga spielten: Der Benzin Kona kostete 33.040,-, der Diesel 36.340,- und der E-Kona stolze 48.040,- Euro.

Fazit

Was kann man also abschließend über den Hyundai Kona Hybrid sagen? Der Kona an sich ist ein schicker Kompakter mit toller Ausstattung. Zwar löst er keine großen Emotionen aus, doch als Alltagsfahrzeug macht er eine gute Figur. Der Hybrid-Antrieb funktioniert stets gut, der Verbrauch könnte jedoch geringer und die Power etwas größer sein. Der Preis dafür etwas kleiner.