Etwas über 13.000 Euro kostet der vollausgestattete Dacia Sandero Stepway der mich zwei Wochen lang begleitete. Wieviel „Auto“ ich mir dafür erwarte und was der rumänische Genosse davon alles erfüllt, lest ihr im nachfolgenden Rendezvous.
Ab 7.590 Euro steht der „Polo-König aus Rumänien“ in der Dacia-Österreich-Liste. Mein vollausgestatteter Testwagen hingegen kommt auf 13.059 Euro. „Darum bekomm ich ja längst den angespielten ‚Konkurrenten‘ aus Wolfsburg“, ertönt es aus meinem Freundeskreis nicht nur einmal. Anmerkung: Den VW Polo gibt’s ab 11.490 Euro.
Tatsächlich drängt sich die Frage auf, warum man ein Billigstauto in der Höchstausstattung mit stärkstem Motor und „Automatik“ auffetten sollte? Hinzu kommt die Frage nach der Qualität und, oftmals darauf beruhend, nach dem Werterhalt. Doch Dacia erweist sich als „äußerst“ wertstabil, wie erst die „Wertmeister 2016“-Analyse der deutschen ‚Auto Bild‘ und den Bewertungsspezialisten von ‚Schwacke‘ ergab.
Und die Qualität? Die hätte ich mir ehrlichgesagt schlimmer vorgestellt. Klar, ein softtouch Armaturenbrett oder viel Chromoptik und Klavierlack darf man sich nicht erwarten. Die Haptik stimmt aber und passt zum (Einstiegs-)Preis.
Was mir hingegen gar nicht passt, ist die „Automatik“. Das Easy-R genannte, automatisierte Fünfgang-Schaltgetriebe enttäuscht durch lange Schaltzeiten, unsaubere Schaltvorgänge und lange Reaktionszeiten – sowohl im „Automatik“- als auch im „Selber schalten“-Modus.
Wer mit dem Sandero im Verkehr mitschwimmen will, wird bei jedem Schaltvorgang zum Kopfnicken gebeten. Nur wer das Gaspedal streichelt kommt ohne diese Nackenübung durch den Alltag. Da hilft leider auch der ECO-Modus nicht, der das Getriebe lediglich früher in den nächsten Gang wechseln lässt.
Gefährlich wird’s hingegen im Stand. Da das Easy-R Getriebe über keine Parkstellung (P) verfügt, rollte mir der Sandero gleich einmal aus der Portalwaschanlage. Ich hatte vergessen die Handbremse anzuziehen. Man stelle sich vor was auf abschüssigem Gelände passieren könnte. Aber Hey, dafür kostet das automatisierte Schaltgetriebe auch nur 500 Euro Aufpreis. Zynismus Ende.
Der Motor hingegen, ein 90 PS starker Dreizylinder-Benziner, hat Potential. Er geht gut, klingt weder angestrengt noch unnötig laut (auch bei 140 km/h nicht), verbraucht im Test aber dann doch acht Liter. Geschuldet ist dieser recht hohe Wert, für mich ohne Zweifel, dem automatisierten Schaltgetriebe. Werksangabe sind 4,9 Liter.
Minuspunkt: Die Platzverhältnisse auf der Rückbank sind, vermutlich wegen des großen Kofferraums, miserabel. Erwähnter Laderaum fasst dafür satte 320 Liter und damit um 40 Liter mehr als der Konkurrent aus Wolfsburg.
Fazit: Der Dacia Sandero mag sicherlich ein völlig ausreichendes Fortbewegungsmittel mit überragendem Preis-Leistungs-Verhältnis sein. Nur halt nicht in der getesteten, leicht höhergelegtem Stepway-Variante. Vom automatisierten Getriebe rate ich strikt ab.
Manche Autos sind wie (Jogging-)Anzugträger mit zu vielen Ringen an den Fingern und gegelten Haare oder den Influencer beim Klassentreffen – sie wollen auffallen, polarisieren, sich ins Rampenlicht drängen. Auftritt BMW XM 50e. Wuchtig, laut (optisch wie akustisch) und schlicht unübersehbar. Doch ist er auch das, was BMWs M-DNA verspricht? Oder nur eine Machtdemonstration mit viel Show und wenig „Freude am Fahren“?
Eine Einladung in den Engadin? Das kann man doch nicht ausschlagen. Wer weiß, ob sowas jemals wieder kommt. Wie praktisch, dass ich für die 670 km je Strecke gerade den 300 PS starken Renault Rafale 4x4 zur Verfügung hatte.
Mit einem Einstiegspreis von 19.990 Euro bietet der MG MG3 Hybrid+ ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis in der Klasse der hybriden Kleinwagen. Doch kann er auch abseits vom Preis überzeugen?
Das momentan einzige, zweitürige Coupé von Mercedes-Benz soll die goldene Mitte zwischen C- und S-Coupé bilden. Und der 300er die Mitte der Motorenpalette. Das 2024 Mercedes-Benz CLE 300 4MATIC Coupé ist ein beeindruckender Kompromiss, wie der autofilou-Test zeigt.