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Harley-Davidson Sportster Iron 883: Das Motorrad für Tagträumer!

Motorradfahren an sich ist ja schon eine besondere Art der Fortbewegung. Im Gegensatz zum Auto ist es – meiner Meinung nach – eben nicht nur das „Von A nach B Kommen“. Trotzdem sind sich die meisten Fahrer Hersteller-übergreifend einig, dass Harley-Fahren nochmal eine eigene Erfahrung darstellt. Umso erfreuter war ich darüber, endlich meine erste Amerikanerin ausfassen zu dürfen.

Harley-Davidson Sportster Iron 883 | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at
Harley-Davidson Sportster Iron 883 | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

 

Bis zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir die Besonderheit einer Harley Davidson nur vorstellen. Stattdessen durfte ich mir nur immer „Die muss man eben mal gefahren sein!“ anhören. Aber irgendwann stand die schlanke Sportster Iron dann vor mir und ich war froh, nicht gleich eine Überdosis der Droge Harley-Davidson zu erleiden.
Harley-Davidson Sportster Iron 883 | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at
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Stattdessen nahm ich auf der grazilen und, mit 73,5 Zentimeter, einladend niedrigen Sitzbank Platz. Ein kurzes Aufblitzen von Enttäuschung als ich hinter mich blickte. Nicht etwa der schmale Hinterreifen oder der Harley-typische Riemenantrieb machten mir Sorgen, sondern dass die Iron 883, in der Serienausstattung, mit einer Einzelsitzbank ausgestattet ist. Ich sah meine Freundin schon vor meinem inneren Auge schluchzen.
Harley-Davidson Sportster Iron 883 | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at
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Aber keine Zeit für Tagträume. Das unerwartet moderne Keyless-Go-System holt mich auf den Boden der Realität zurück. Mit den beiden „Start“ und „Run“ Tasten am Lenker und dem Schlüsselbund im Hosensack lässt sich der Zweizylinder problemlos starten.
Harley-Davidson Sportster Iron 883 | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at
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Es brauchte nicht lange, um den Ansatz des Mythos Harley-Davidson zu spüren. Schon beim Anfahren zog es leicht mein Kinn nach vorne, die Lippen wurden gespitzt und meine Augen verengten sich etwas – kurz gesagt: Ich hätte fast als Hells Angel durchgehen können. In diesem Moment wünschte ich mir eigentlich nur einen Jethelm, um auch die Passanten daran teilhaben zu lassen.
Harley-Davidson Sportster Iron 883 | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at
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Entgegen meines beschriebenen Gesichtsausdrucks fühlte ich mich aber total entspannt. Man kann gar nicht anders, als bei einem Radstand von über 1,5 Metern beim Landstraßen-Cruisen in der Abenddämmerung einmal tief durchzuatmen und dem 883-Kubikzentimeter-Aggregat unter sich zu lauschen.

 

Bei lediglich 53 PS philosophierte ich beim Fahren lieber vom Drehmoment: 70 Nm die bereits bei 3.750 Umdrehungen entfaltet werden können. Möglich macht das der Evolution-Motor, welcher unter Kennern den Namen „Blockhead“ trägt. Es entlockte mir schon ein Schmunzeln, dass ich zum Zeitpunkt seines ersten Einsatzes – 1984 – noch nicht einmal geboren war.
Harley-Davidson Sportster Iron 883 | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at
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Passend schlicht gibt sich die Instrumententafel, die sich auf eine analoge Geschwindigkeitsanzeige beschränkt. Nachdem ich aber durchs Menü des einzeiligen Displays geblättert hatte, konnten auch der Gang und die Drehzahl angezeigt werden.
Harley-Davidson Sportster Iron 883 | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at
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Das Unvermeidliche musste aber trotzdem in der Abenddämmerung kommen. Fast schon wehmütig stellte ich die Harley am Seitenständer ab. Ein letztes Abschiedsgeschenk hatte sie aber noch für mich parat – das Abkühlen der verchromten Auspuffanlage erinnerte mich an das Knistern eines Lagerfeuers. Mit diesem Sound lasse ich gerne einen Tag ausklingen!
Harley-Davidson Sportster Iron 883 | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at
Harley-Davidson Sportster Iron 883 | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

 

Fazit: Die Harley-Davidson Sportster Iron 883 lädt vollends zum Cruisen und Genießen ein. Nicht zuletzt auch dank ihrer geringen Sitzhöhe und ihrem grazilen Auftreten hat sie sich für mich als perfekter Einstieg in die Harley-Welt offenbart. Trotz ihres hohen Gewichts von 255 Kilogramm sollte der Schub durch die 70 Nm Drehmoment aber keinesfalls unterschätzt werden. Einzig das optionale ABS um 520 Euro hätte ich mir serienmäßig gewünscht. Insgesamt sorgt die Harley jedenfalls für wunderbare Genussmomente und Tagträume.
Harley-Davidson Sportster Iron 883 | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at
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Daten Testmotorrad | 2015 Harley-Davidson Sportster Iron 883 | Basispreis: 10.450 Euro | Motor: Luftgekühlter Zweizylinder-Evolution-Motor | Hubraum: 883 cm³ | Bohrung x Hub: 76,2 x 96,8 mm | Verdichtung: 9:1 | Getriebe: 5-Gang manuell | Antrieb: Heckantrieb via Riemen | Leistung: 39 kW/53 PS bei 5.900 1/min | Drehmoment: 70 Nm bei 3.750 1/min | Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h | Leergewicht fahrfertig: 255 kg | Länge/Breite/Höhe: 2.255/855/1.120 mm | Radstand: 1.510 mm | Sitzhöhe: 735 mm | Bodenfreiheit: 120 mm | Tankinhalt: 12,5 l | Normverbrauch: 4,6 l/100 km kombiniert | Testverbrauch: 5,1 l/100 km

Harley-Davidson Sportster Iron 883 | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at
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