Nahezu 3.400 Kilometer spulte ich auf den MX-5-Testwagen, der mich zwei Wochen lang begleitete. Keine üblichen zwei Wochen – weder von den Kilometern, noch von der Zieldestination. Doch was war geschehen?
Wer autofilou.at auf Facebook folgt, hat es ziemlich sicher nicht verpasst: Ich war, auf Einladung von Mazda Österreich, mit dem feschen Roadster zum Tomorrowland nach Boom, Belgien gereist. Bevor ich aber auf das Festival der Extraklasse in einem eigenen Artikel zu sprechen komme, möchte ich Euch meine Erfahrung und Entdeckungen der intensiven Zeit mit dem MX-5 näherbringen.
„Viel hilft viel“ ist eine dieser abgedroschenen Phrasen. Doch sie trifft vollends auf meine Zeit mit dem Mazda MX-5 zu. Hätte ich den „Soul Rot Metallic“ lackierten Japaner bloß meine typischen 1.000 Kilometer während der Testphase bewegt, hätte ich Euch hier garantiert einen Verbrauch von sieben bis 7,5 Liter dargelegt.
Weil mich mein Roadtrip allerdings über Deutschland und die Niederlande nach Belgien führte und ich somit fünfmal tanken musste, fallen meine Verbrauchsrechnungen weit exakter aus. Der beste Wert – erzielt bei 140 km/h mit viel Tempomat, einigen 80er-Zonen-Baustellen und geschlossenem Verdeck – liegt bei 6,3 Liter (ROZ 95).
Mehr als sieben Liter waren es während der einwöchigen Auslandstour nie. Der erfolgreichste Roadster aller Zeiten kann also auch sparsam, selbst als 160 PS starker G160. Somit geht selbst der auf den ersten Blick als zu klein titulierte Tank (45 l), völlig in Ordnung. 600 Kilometer Reichweite – kein Problem.
Ein weiterer Vorteil des kleinen Tanks: das Fahrgewicht kann niedrig gehalten werden, sofern die Insassen Diät halten. Wobei der MX-5 Körpervolumen besser wegsteckt, als -größe. Auch wenn die vierte, unter Kennern „ND“ genannte Version Großgewachsenen mehr Platz bieten soll, mit mehr als 1-Meter-90 hat man es nicht leicht. Wie auch, ist der Kultroadster im Vergleich zum Vorgänger doch um satte 11 Zentimeter gekürzt worden.
Was ich bereits vor drei Jahren beim „NC“-Testen schilderte, bewahrheitete sich auch beim ND: Ich wachse hinein. Der erste Tag ist schrecklich, ich fühle mich nicht wohl. Das Lenkrad zu groß, nicht in der Tiefe verstellbar. Der Sitz zwar weit genug nach hinten verschiebbar, doch dessen Lehne aufgrund der geringen Innenraumhöhe nicht weit genug aufstellbar, sodass das Lenkrad in weite Ferne rückt.
Doch nach ein paar Stunden hinterm Lenkrad passt der MX-5 wie angegossen. Einzig der Drehregler zur Steuerung des Infotainmentsystems ist weiterhin zu weit hinten angebracht. Handverrenkungen vorprogrammiert. Hier müssen, für mehr Armfreiheit, die wechselbaren Cupholder dran glauben.
Dafür ist der Schalthebel des Sechsgängers perfekt platziert. Kurze, knackige Schaltwege erfreuen darüber hinaus des MX-5-Fahrers Herz. Aber darüber hat Euch Kollegin Sarah ja erst kürzlich von ihrem Rendezvous berichtet.
Wie auch Sarah schon erzählte: Der perfekt gespannte Stofffetzen ist in Windeseile entriegelt, nach hinten geworfen und wieder verrastet. Weil der Striptease gar so schnell gelingt, kann die Strecke gar nicht zu kurz sein, um offen zu fahren.
Ein weiterer Pluspunkt des Stoffverdecks ist das Gewicht. Gerade einmal 1.015 Kilogramm sind für meinen G160 ausgeschrieben. Der G130 wäge sogar nur 975 Kilogramm leer. Das hilft nicht nur beim Sprit sparen und Anbremsen, sondern auch der Agilität. Die Lenkung ist direkt und das ESP sportlich abgestimmt. So lässt sich der Hecktriebler schon mal leicht quer aus der Kurve treiben. Jedoch höchst kontrolliert und ohne Schreckensmoment.
Einziges Manko des Fetzendaches: Es schluckt den Schall. Bei geschlossenem Verdeck (das Reisegepäck war nicht nur im 130-l-Kofferraum, sondern auch im Verdeckkasten) war der Klang miserabel. Offen hingegen ist jeder Radiomoderator bestens zu verstehen. Vielleicht hapert’s hier am Testwagen, von BOSE bin ich sonst jedenfalls etwas anderes gewohnt.
Fazit: Wer einen kleinen, leichten Roadster sucht, kommt wohl nicht am perfekt abgestimmten Mazda MX-5 – oder dessen Bruder Fiat 124 Spider – vorbei. Die einzige Frage, die sich eigentlich stellt: Nimmt man um 33.000 Euro lieber ein zweisitziges Cabriolet oder greift man für das Geld im Mazda-Regal nicht lieber zu Mazda6 oder CX-5? Die haben dann auch ein Handschuhfach und Türablagen.
Manche Autos sind wie (Jogging-)Anzugträger mit zu vielen Ringen an den Fingern und gegelten Haare oder den Influencer beim Klassentreffen – sie wollen auffallen, polarisieren, sich ins Rampenlicht drängen. Auftritt BMW XM 50e. Wuchtig, laut (optisch wie akustisch) und schlicht unübersehbar. Doch ist er auch das, was BMWs M-DNA verspricht? Oder nur eine Machtdemonstration mit viel Show und wenig „Freude am Fahren“?
Eine Einladung in den Engadin? Das kann man doch nicht ausschlagen. Wer weiß, ob sowas jemals wieder kommt. Wie praktisch, dass ich für die 670 km je Strecke gerade den 300 PS starken Renault Rafale 4x4 zur Verfügung hatte.
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