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Wie Corona der Autokrise die Krone aufsetzt!

Die seit längerem schwer angeschlagene Automobil-Branche wird dank Covid-19 endgültig zum schwarzen Peter. Und das, obwohl wir gerade jetzt auf den eigenen PKW angewiesen sind. Ein Statement zum aktuellen Geschehen, von Chef-Filou Raphael.

Covid-19 und die Autobranche: Eine Hassliebe!

OEMs (Original Equipment Manufacturer, die Autohersteller) schließen Produktionsstätten. Mitarbeiter werden in Kurzarbeit geschickt oder gar freigestellt. Der seit längerem schwächelnde Absatz kommt dank Covid-19 endgültig zum Erliegen. Der Rattenschwanz, den dieses Virus in der Automobil-Branche (und vielen anderen) nach sich zieht, geht um die ganze Welt. Schließlich hängen an den Zitzen der Fahrzeughersteller unzählige Zulieferer. Und auch die schicken ihre Mitarbeiter vorerst in Home-Office, über kurz oder lang jedoch in Kurzarbeit. Unzähligen top-ausgebildeten und hochqualifizierten Mitarbeitern droht vielleicht die Arbeitslosigkeit. Und dabei dürfen sich die – im Vergleich zu Selbstständigen – noch glücklich schätzen.

So oder so, kein optimaler Zeitpunkt für die bereits seit längerem angeschlagene Branche. Und doch wird sichtbar, wie wichtig in Situationen wie der Corona Pandemie ein funktionierender Individualverkehr ist. Auf dem Land sowieso. Doch nun selbst in der Stadt, wo der Öffi-Fahrplan ausgedünnt wird, weil die Regierung und damit auch Privatpersonen Ansteckung fürchten. Ohne fahrbaren Untersatz für mehrere Tage oder hilfsbereit für andere einzukaufen, ist nicht ausschließlich am Land eine Herausforderung. Das scheint die Chance für Konzepte wie den kürzlich vorgestellten Citroën Ami. So günstig, dass ihn sich nahezu jeder Haushalt leisten kann und doch so viel Auto, dass damit eingekauft werden kann.

Kurzparkzonen werden außer Kraft gesetzt.

Gleichzeitig sinkt – zum Glück – der Spritpreis Tag für Tag. Doch damit schwächelt der Absatzmarkt der Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge. Eine Modellkategorie, auf die sich die Fahrzeughersteller in den letzten Monaten – der Politik wegen – spezialisieren mussten. Egal, sind doch momentan sowieso keine Neuzulassungen oder Ummeldungen möglich. Die Zulassungsstellen lassen derzeit nur noch Krisen-relevante Fahrzeuge – also Lebensmittel-Transporter, Post- und Einsatzfahrzeuge – zum Verkehr zu. Auch Werkstätten schließen. Glück hat, wer einen funktionierenden PKW besitzt. Denn selbst Carsharing scheint nicht ungefährlich. Aussagekräftige Studien, wie lange die Covid-19-Viren auf den unterschiedlichsten Oberflächen und bei unterschiedlichen Temperaturen überleben, gibt es noch nicht. Wir brauchen also den Individualverkehr.

Zugleich schonen wir, trotz des „vielen“ PKW-Verkehrs, gerade nachhaltig unsere Erdkugel. Umweltorganisationen verstummen. Ihr Ziel scheint erreicht. Die sauberen Kanäle von Venedig sind nur ein Beispiel. Der grundsätzlich eingeschränkte Personen- und Güterverkehr respektive Flug- und Schiffsverkehr hat eben auch seine guten Seiten.

Bleibt offen …

… für wie lange? Für wie lange können wir eine materielle Branche, wie es die Automobilindustrie auch heute noch ist, per Teleworking am Leben halten? Ich bange bereits um meinen Arbeitsplatz in der Zulieferindustrie!