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Der RAM 1500 Classic Laramie Quadcab im Test!

Groß, größer, RAM 1500. Die Amis haben immer schon Autos gebaut, die europäische und asiatische Fahrzeuge mit ihren Abmessungen in den Schatten stellen. Mit einem Pick-up wie dem RAM 1500 sticht man im städtischen Verkehr ob der schieren Größe aus der Masse raus. Woher ich das weiß? Weil ich mit dem Teil in Wien und Umgebung unterwegs war.

Cowboy Tizian und der RAM 1500

Es war ein heißer und schwüler Donnerstag. Die Sonne stand fast an ihrem Höhepunkt. Vor meinem Büro wartete ich auf die Postkutsche, die mir ein großes Paket aus dem Wilden Westen bringen sollte. Der Schweiß tropfte von meiner Stirn, als ich am Ende der Straße die Kutsche zu mir herfahren sah. Die Kutsche war ein Iveco Daily IV mit Kofferaufbau und Transport-Anhänger, auf welchem sich mein Paket befand. Der Fahrer stieg aus und wir grüßten uns beide mit einem kurzen Tippen auf unsere Stetsons. Ich half dem guten Mann und seinem Gefährten beim Abladen. Denn mein Paket war ziemlich heavy. Viereinhalb American Quarter Horses schwer, oder umgerechnet 2.600 Kilogramm. Wir mussten das Ding zum Glück nicht vom Anhänger heben, sondern konnten es runterfahren. Ich verabschiedete mich von den beiden Transporteuren und schwang mich in den Sattel meines treuen Wegbegleiters für die nächsten Tage. Dem RAM 1500 Classic Laramie Quadcab.

Freunde aus München (AEC Europe, Generalimporteur für RAM und Dodge in Europa) hatten ihn mir zukommen lassen, um ihn ausgiebig zu testen. Denn der Cowboy von heute reitet nicht mehr auf Pferden, sondern cruist gemütlich mit seinem all black Pick-up durch die Prärie. Er hat keine Zügel mehr in der Hand, sondern ein großes Mulitfunktionslenkrad. Er muss keine Spuren mehr suchen oder alte, vergilbte Karten lesen, er hat ein 8,4 Zoll großes Navigationssystem mit Touchscreen. Und er bekommt auch keinen Sonnenstich, denn er hat AirCon und Sitzbelüftung.

1 Pferd und nochmal 400 dazu

Unter der Haube des Kolosses werkelt ein 5,7 Liter HEMI V8. Der leistet 401 PS und 556 Nm Drehmoment. Die Kraft geht wahlweise an alle vier Räder, oder nur an die Hinterachse. Needless to say… Letzteres macht viel Spaß, wenn die Ladefläche leer ist und somit kein Gewicht auf der Hinterachse ist.
Der V8 bollert sonor durch die beiden verchromten Endrohre. Beim Tritt aufs Gaspedal röhrt er gewaltig und bewegt so manch kleinen Kompaktwagen vor einem zum Ausweichen. Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft der 2,6 Tonner in nur 7,8 Sekunden. Ein ziemlich guter Wert für so ein Dickerchen mit fast sechs Metern Länge und zwei Metern Breite. Ziehen darf der RAM übrigens 3.500 Kilo, zuladen 1.000 Kilo.

Das Fahrgefühl ist amerikanisch, durch und durch. Die Federung bügelt gelassen über Bodenwellen. Das Fahrgefühl ist dabei typisch amerikanisch: nicht überaus präzise und auch ein Schwanken ist zu vernehmen. Aber einem echten Cowboy macht das nichts aus. Im Gegenteil, er kauft sich einen RAM 1500 genau aus diesem Grund! Auch wenn er in Austria und nicht in Amerika lebt.

Ist der RAM 1500 ein Auto für Österreich?

Ja und nein. In Wien kommt man beim Befahren enger Gassen durchaus ins Schwitzen. Von Parkplatzsuche oder Parkgaragen fang ich lieber gar nicht an. Aber auf dem Lande, wo es viele gerade Landstraßen gibt, macht er schon ein bisschen Sinn. Vorausgesetzt man weiß etwas mit der Ladefläche anzufangen. Talking about the Ladefläche: Die misst 1,87 Meter in der Länge, 1,5 in der Breite und ist 52 Zentimeter hoch. Ich würde zu Weihnachten damit den Christbaum transportieren. Mehr fällt mir aber leider nicht ein. Doch für Handwerker, Förster, Landwirte und Co. könnte der RAM 1500 eine gute Alternative zu Amarok, Navara, Alaskan und X-Klasse sein. Denn der bietet mit neben Sitzbelüftung, sattem V8 Bollern und dem „King of the Road“-Feeling einiges mehr und ist dabei nur ein bisschen teurer. Denn als Quad Cab und in der Laramie-Ausstattung ist der RAM in Österreich von der NoVA befreit. Mit Mehrwertsteuer kommt das Dickschiff auf 63.058 Euro.

Innenraumcheck

Trotz der schieren Größe ist im Innenraum nicht wahnsinnig viel Platz. Mit meinen 1,96 Metern habe ich vorne ausreichend Raum, im Fond hätte ich jedoch keine Freude. Außerdem steht die Lehne der Rücksitzbank ziemlich aufrecht und lädt damit nicht gerade zum Entspannen ein. Viele Mitfahrer wird man also nicht haben. Wurst, die haben eh nicht sonderlich viel von den netten Extras, die Fahrer und Beifahrer haben. Den 8,4 Zoll großen Bildschirm habe ich schon erwähnt. Die Auflösung des Touchscreens ist gut, die Bedienung ist nach einer Eingewöhnungszeit recht leicht. Sitzheizung und -belüftung sind ebenso an Bord wie ein Tempomat. Die Sitze sind elektrisch verstellbar und das Lenkrad beheizbar. Was braucht ein Cowboy mehr?

Die Materialien wirken robust und sind gut verarbeitet. Nirgends finden sich ungenaue Spaltmaße oder dergleichen. Es fühlt sich so an, als ob man in einem Arbeitstier sitzt, dass aber auch wohnlich ausgestattet ist.

Wo bekommt man einen RAM 1500 in Österreich?

Fünf Händler listet AEC Europe in Österreich: Auto Ludwig in Wien, Autohaus A. Ebner in Guntramsdorf, Autohaus Ewald Toferer in Eben im Pongau, Baschinger in Linz Leonding und US-Cars Peicher in Werndorf.

Umwelt und so…

Ja, auch darüber muss man sprechen. 17 Liter Super genehmigt sich Black Beauty am Futtertrog. Nicht wenig. Benzinbrüdern und -schwestern mit Hang zu großen Pick-ups aus Ami-Land, schmerzt das aber nicht.

Fazit

Einen wahrlich abenteuerlichen Ritt lieferte der RAM 1500 Classic Laramie Quadcab im Test. Er ist kein Auto für die Stadt und mit der Ladefläche muss man auch etwas anzufangen wissen, aber er macht schon verdammt viel Spaß. Der Verbrauch ist hoch, nichts anderes war zu erwarten. Spaß kostet eben Geld, auch wenn die Anschaffung dank entfallender NoVA recht preiswert für 401 PS ausfällt.

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