Alpine Werksbesichtigung: Hier wird die A110 gefertigt.

Zu einem ganz besonderen Termin ging es für mich diese Woche: Eine Handvoll heimische Medienvertreter wurde von Renault Österreich in die Normandie geladen, um das Alpine Werk in Dieppe zu besichtigen. Oh, ich Glücklicher [:-)].

Hier kommt die Alpine A110 zur Welt.

Nach meinen ersten Fahreindrücken, vor gut zwei Wochen, wurde mir nun die Möglichkeit eingeräumt die Alpine A110-Fertigung im französischen Dieppe zu besichtigen.

Dieppe, das liegt in der Normandie, ist ein verschlafenes 30.000 Einwohner Städtchen und Geburtsort von Jean Rédélé. Herr Rédélé, nicht nur Rennfahrer, Konstrukteur und Autobauer, sondern zugleich Gründer der französischen Sportwagenmarke Alpine. Und von Alpine kennt einer von Euch vielleicht noch den flachen und leichten Zweisitzer A110 Berlinette aus 1961.

Alpine und vor allem das Werk in Dieppe sind Kennern darüber hinaus für Auftragsproduktionen von Renault bekannt. Der große OEM übernahm den kleinen, unabhängigen Automobilbauer Alpine in den 70er Jahren in mehreren Etappen bis zur Vollständigkeit. Danach wurde das Werk, in dem heute 400 Fachkräfte arbeiten, unter anderem mit der Produktion des Clio Renault Sport (2000) oder auch des Clio V6 (2003) beauftragt.

Seit 2013 ist der Clio R.S. das Steckenpferd der Automobilfertiger von Dieppe. Von ihm laufen jeden Tag 25 Stück vom Band. In diesem Jahr kam die neue Alpine A110 mit 15 Einheiten pro Tag hinzu. Ihr merkt schon, das Werk in Dieppe ist weit entfernt von einem Großserienwerk. Zum Vergleich: Im BMW Werk in Dingolfing arbeiten fast 18.000 Mitarbeiter, die täglich 2.000 Fahrzeuge (5er, 6er, 7er, 8er) vom Band laufen lassen.

Nahezu 100 % Handarbeit

Mit der Montage der A110 sind ausschließlich akribisch außerwählte Fachkräfte – Lack-, Alu- oder auch Qualitätsspezialisten – beauftragt. Sie wird grundsätzlich in Handarbeit zusammengesetzt. Einzig für das Kleben, Schweißen, Lackieren, Schleifen oder auch Entfetten des Chassis bzw. der Karosserie sind Roboter im Einsatz – lediglich fünf Stück im gesamten Fertigungsprozess. Die Alu-Großteile des Mittelmotor-Zweisitzers werden in Italien bei Cecomp, einem Aluspezialisten, gepresst.

Jeden Tag wird eine der 15 gefertigten Alpine für einen Komplettcheck herangezogen. An dieser wird die Geometrie 3D-Nachvermessen oder auch die Lackfarbe auf Produktionsstabilität hin überprüft – sodass der frische Blauton immer gleich bleiben möchte.

Bereits 1.000 Einheiten produziert

Bis heute [Stand: Juli 2018] wurden bereits 1.000 Einheiten produziert. 600 davon, also der limitierten Alpine A110 Premiere Edition genauer gesagt, über die 57 europäischen Händler an Kunden ausgeliefert. Der Rest folgt bis Ende des Jahres. Bis dahin wird auch der Markt in UK, Japan und Australien aufgebaut. Japan, ein Rechtslenker-Land, bekommt vorerst eine exklusive Stückzahl von 50 Linkslenkern zugestanden. Rechtslenker selbst sind unterdessen ebenfalls bereits in Produktion.

Ende des Jahres will man auch die Tagesproduktion um 30 Prozent auf rund 20 Stück angehoben haben. Dann sollen die Käufer statt bisweilen mehr als 13 Monate, weniger als 12 Monate auf ihr Schmuckstück warten müssen. Die Nachfrage ist jedenfalls vorhanden. Bereits 5.000 Bestellungen liegen vor.

Deshalb startet dieser Tage die Fertigung der „2. Phase“-Modelle A110 Pure und A110 Legend.

2 neue Modelle

Pure Modelle sind fünf Kilogramm leichter als die Premiere Edition und richten sich an “Rennstreckenfahrer”. Legend Modelle hingegen, ausgestattet mit sechsfach verstellbaren Sabelt-Sportsitzen und Rückfahrkamera, sollen nicht nur für Vielfahrer attraktiver sein, man will damit auch das weibliche Geschlecht erreichen. Sitze und Rückfahrkamera heben ihr Gewicht im Vergleich zur Premiere Edition um 25 Kilogramm an. So viel wiegt, nebenbei erwähnt, ein Recaro-Sitz des Mégane R.S. Die nur in der Länge verstellbaren Sabelt-Rennschalen der A110 Pure, bringen indes jeweils nur 13,1 Kilogramm auf die Waage.

Ob sich die beiden Sondermodelle auf Grund der Gewichtsdifferenz völlig unterschiedlich fahren, kann ich Euch leider nicht mitteilen, wir durften nicht einmal darin Platz nehmen, sie nur von außen betrachten. Daher kann ich Euch an dieser Stelle auch nicht mehr zu den Sitzunterschieden mitteilen. Sehr schade.

Hoffentlich ergibt sich doch noch einmal die direkte Vergleichschance auf einem abgesperrten Kurs, Renault Österreich?!

Bis dahin kann ich Euch nur die österreichischen Einstiegspreise von 58.700 Euro für die Alpine A110 Pure sowie 62.600 Euro für die Alpine A110 Legend nennen.

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