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Der Hyundai Santa Fe 2,2 CRDi 4WD im Test

In der Level 6 Ausstattung spielt der Santa Fe von Hyundai in einer Liga mit den teuersten Premium-SUVs. Zwar mit ein paar Abstrichen, aber dafür zum halben Preis.

Hyundai Santa Fe 7 Level 6 2,2 CRDi 4WD AT: Der Günstige unter den Teuren

Luxuriöse SUVs und Limousinen bewegen sich oft in Preissegmenten, für die man auch schon eine Garconniere in Wien erstehen könnte. Dafür bekommt man dann natürlich potente Motoren, feinstes Leder, moderne Entertainment- und Sicherheitstechnik und einen pompösen Auftritt. Aber ist das wirklich notwendig? Wer keinen Neupreis im sechsstelligen Bereich hinnehmen möchte, findet diese Eigenschaften auch beim Hyundai Santa Fe – auch wenn man dafür auf ein paar Dinge verzichten muss.

Weniger Auftritt, mehr Sitze

Den größten Verzicht muss man als Hyundai Santa Fe Fahrer wohl beim Auftritt hinnehmen. Obwohl er nur elf Zentimeter kürzer als der kürzlich getestete BMW X5 ist, wirkt er deutlich schmächtiger und weniger aggressiv. Das kann jedoch auch positiv sein, schließlich gefällt nicht jedem ein Fahrzeug, das so sehr nach Aufmerksamkeit schreit. Im Gegenteil: Der Santa Fe wirkt weniger überladen und weniger protzig.

Und klein ist der Hyundai Santa Fe mit 4,77 Meter wirklich nicht – sogar 7 Zentimeter länger als der Skoda Kodiaq. In seinem luxuriösen Innenraum haben bis zu sieben Personen (wobei zwei davon kurze Beine haben sollten) oder 1.625 Liter Ladegut Platz (bei 600 Kilogramm maximaler Zuladung). Wer hauptsächlich den Kofferraum nutzt ist mit 5 Sitzen und einem Plus von 70 Litern Stauraum aber besser dran.
Das Leder ist gelocht und abgesteppt, die Sitze lassen sich in der ersten Reihe belüften und beheizen und in der zweiten nur beheizen. Die dritte Reihe hat immerhin noch eine eigene Zone für die Klimaanlage.

2018 Hyundai Santa Fe Klimaanlage

Und weil Hyundai weiß, dass das Fahrzeug nicht immer voll besetzt sein wird, lässt sich die dritte Reihe voll versenken und die zweite verschieben. Außerdem kann noch die Neigung der Lehnen verstellt werden, um den Passagieren maximalen Komfort zu bieten.

Elektronik und Motor im Santa Fe

Weil Luxus ohne technische Spielereien heute kaum noch denkbar ist, haben die Koreaner dem Santa Fe auch einige elektronische Features verpasst: Unter anderem ein Head-up-Display, ein digitales Cockpit, Memory Sitze, eine induktive Ladeschale fürs Handy und viele Assistenten.
Die Assistenten machen ihre Sache gut und so fährt der zwei Tonnen schwere Santa Fe mit Spurhalte-Assistent und Abstandstempomat fast von alleine über die Autobahn. Angetrieben wird er dabei von einem 2,2 Liter Turbodiesel mit 200 PS und 440 Nm maximalem Drehmoment.

Dabei bleibt der Santa Fe aber stets gutmütig und das perfekte Reisemobil. Das sieht man auch an den Fahrdaten: 9,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und 205 km/h Höchstgeschwindigkeit laden nicht zum Rasen ein. Untermotorisiert fühlt man sich dennoch nie. Und nach ein paar hundert Kilometern auf der Autobahn stand ein Durchschnittsverbrauch von 7,5 Liter auf 100 Kilometer auf dem Bordcomputer. Wer mehr in der Stadt unterwegs ist muss mit einem knappen Liter mehr rechnen.

Federung & Fahrmodi

Um diesen Verbrauch zu realisieren, war ich die meiste Zeit im Eco-Modus unterwegs und habe Sport- und Comfort-Modus nur kurz ausprobiert. Denn im Hyundai Santa Fe arbeitet ein Allradantrieb, von Hyundai HTRAC genannt, der je nach Schlupf und Fahrmodus unterschiedlich viel Kraft an die einzelnen Räder verteilt.

Normalerweise ist der Santa Fe nämlich mit Frontantrieb unterwegs. Nur wenn er mehr Traktion braucht, wird ein Teil der Kraft an die Hinterräder weitergeleitet. Auf Eco maximal 20 Prozent, auf Comfort 35 Prozent und auf Sport maximal 50 Prozent. Per Knopfdruck kann man das Differential allerdings auch sperren und bekommt dauerhaft Allradantrieb. So kommt der Santa Fe auch in leichtem Gelände munter vorwärts.

Das System regelt die Verteilung schnell und nicht merkbar. Wer den Allradantrieb genauer im Auge behalten will, kann sich die Verteilung des Drehmoments aber in einem Untermenü des Bordcomputers anziegen lassen.

So viel kostet der Hyundai Santa Fe

Eingangs nannte ich den Santa Fe „den Günstigen unter den Teuren“. Billig ist das große Korea SUV natürlich trotzdem nicht. Den Einstieg macht der 150 PS Diesel mit 5 Sitzen, Handschaltung und 2WD für 39.990 Euro. Für das getestete Top-Modell mit 200 PS, 8-Gang-Automatik und sieben Sitzen werden 60.990 Euro fällig. Für den Metallic Lack „Magnetic Force“ kommen nochmal 800 und für das Burgundy-Leder 250 Euro dazu. Macht insgesamt 62.040 Euro.

Der von uns getestete Skoda Kodiaq mit 190 PS, ähnlicher Ausstattung, aber nur 5 Sitzen kam auf 57.000 Euro – der Santa Fe wirkt aber klar luxuriöser.

Fazit

Wer viel SUV für sein Geld will, liegt beim Santa Fe genau richtig. Er bietet viel Technik, Komfort und Platz, ohne dabei allzu prätentiös und überfordernd zu sein. Oder anders formuliert: Es macht wirklich Freude mit diesem Auto zu fahren. Die Bedienung ist einfach und das Fahrgefühl – sowohl in der Stadt als auch überland – durchwegs positiv.
Neben Kodiaq, Tarraco und Land Cruiser bietet der Hyundai Santa Fe eine komfortable und ansprechende Alternative. Und auch, wenn da wohl die Zielgruppe nicht passt: Selbst neben einem BMW X5 muss sich der Santa Fe nicht verstecken.