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Österreich Premiere des neuen Land Rover Defender

Keine zwei Monate nach dem ersten öffentlichen Auftritt auf der IAA in Frankfurt, feierte der neue Land Rover Defender nun sein Debüt in Österreich. Ins Gelände, geschweige denn überhaupt damit fahren, durften wir leider noch nicht. Doch wir verraten euch, was wir nach der ersten Begutachtung und Sitzprobe vom neuen Stern am Geländewagenhimmel halten.

Bye bye Arbeitstier, Hallo Lifestyler: Der neue Land Rover Defender!

Schon bei der Veröffentlichung erster Erlkönigfotos schieden sich die Geister. Die einen fanden den neuen Defender cool, die anderen meinten, er habe nichts mehr von dem, was einen Landy ausmache. Ich selber wartete mit meinem Urteil bis zum heutigen Tage. Ein Auto beurteilen, und das nur nach Fotos, ist erstens schwierig und zweitens unfair. Außer beim neuen X6, da ist das ganz klar. #würg

Kollege Raphael und ich durften nun einen ersten Blick auf den neuen Defender werfen. Ein 15-minütiger Film, der uns im Rahmen dieser Veranstaltung im ehemaligen Etablissement Gschwandner gezeigt wurde, erklärte den Prozess der Entwicklung. Designer und Entwickler hatten die schwierige Aufgabe, den Neuen stark an den alten Defender anzulehnen, dennoch aber ein komplett neues Fahrzeug auf die Beine zu stellen. Die markante Silhouette haben sie beibehalten. Der Neue ist zudem sofort als Defender zu erkennen und unverwechselbar. Die Hecktüre, die kleinen LED-Rücklichter, die an die runden Heckleuchten von früher erinnern und die schmalen und länglichen Fenster an der Dachkante vermitteln ganz deutlich den Charme des Defenders.

Von vorne sieht der Defender dagegen komplett anders aus als sein Vorgänger. Statt eckiger und robuster Frontpartie, lächelt uns ein molliges Gesicht an. Der MY20 Defender wirkt deutlich dicker und fetter als der Alte. Obwohl die kurzen Überhänge perfekt für Geländefahrten geeignet sind, trauen wir ihm genau diese nicht auf Anhieb zu. Doch die Bodenfreiheit von maximal 29,1 Zentimeter, der Böschungswinkel von 38 Grad sowie der Rampenwinkel von 28 Grad und die 90 Zentimeter Wattiefe klingen mehr als kompetitiv. Dennoch schaut er irgendwie zu klobig aus für Offroad. Zu einem schlanken Erscheinungsbild trägt das Offroadpaket mit verschließbarer Box an der Fahrzeugseite und Dachträger da auch nur bedingt. Bevor ich jetzt aber das Buch nur nach dem Rücken beurteile, sprechen wir lieber über…

… die Motoren im neuen Defender

Der Defender ist, wie schon der alte, in zwei Radständen erhältlich. Der zweitürige Defender 90 ist 4,3 Meter lang, der Fünftürer Defender 110 ist 4,76 Meter lang. Für beide sind zwei Vierzylinder-Diesel mit 200 und 240 PS, ein Vierzylinder-Benziner mit 300 und Mild-Hybrid Sechszylinder Benziner mit 400 PS orderbar. Die Verbräuche liegen (nach NEFZ) bei den Selbstzündern bei rund 7,6 Litern, die stärkeren Benziner genehmigen sich mehr als neun Liter. Die Topmotorisierung benötigt für den Sprint von 0 auf 100 km/h 6,1 Sekunden. Einen Plug-in-Hybriden schickt Land Rover im nächsten Jahr nach, den extralangen Land Rover Defender 130 erst 2022. Alle Motoren sind an ein Achtgang-Automatikgetriebe von ZF gekoppelt.

Nicht ganz unwichtig, sind beim Defender auch Daten wie die Anhängelast. Ziehen darf der Defender 3,5 Tonnen. Die Nutzlast beträgt 900 Kilogramm, das Kofferraumvolumen im Defender 110 fasst 1.075 bis 2.380 Liter. Oder Chef-Filou Raphael mit Schnitzelsemmerl:

Digitalität und Innenraumcheck im Defender

Der Defender ist das erste Fahrzeug von JLR, dass das neue Infotainmentsystem Pivi Pro an Bord hat. Über einen schnell reagierenden 10 Zoll Touchscreen kann auf Navi, Radio uvm. zugegriffen werden. Neu ist auch „Software-Over-The-Air“, bei der das System von jedem Punkt auf der Welt Updates machen kann. Hinter dem Lenkrad kann optional auf einen 12,3 Toll Bildschirm geschaut werden. Digital geht der Defender auch im Gelände ans Werk: Dank „Clear Sight Ground View“, werden Motorhaube und Front des Autos „durchsichtig“ und der Fahrer sieht ganz genau, welche Hindernisse vor ihm liegen.

Neue Materialien, die sich wirklich hochwertig anfühlen, versprühen im einstigen Arbeitstier für britische Farmer schon fast Range Rover Feeling. Auch hier hat die Verlifestylung zugeschlagen. Alles ist robust verbaut und wirkt hochwertig. Landwirte und Handwerker werden sich kaum trauen, die Sitze schmutzig zu machen. Konzipiert ist der neue Defender eher für besserverdienende Anzugträger. Schon der Startpreis ist weit weg von einem Schnäppchen: 65.700 Euro ruft Land Rover für den neuen Defender 110 auf, der im Frühjahr 2020 an die ersten Kunden geliefert wird. Der 90, der erst Ende 2020 kommt, wird bei 59.000 Euro beginnen. Wer sich den 400 PS Motor im Topmodell 110 X zulegen möchte, kommt auch preislich einem Range Rover ganz nahe: mindestens 120.200 Euro sind extrem viel für einen Defender. Wie viel Auto man für diese Stange Geld bekommt, werden unsere ersten Fahrten mit dem neuen Land Rover Defender im Frühjahr 2020 zeigen.

Fazit

Auch weiterhin bleibt das Design Geschmacksache. Die Designer haben ihr Bestes gegeben und tolle Arbeit geleistet. Die Motoren klingen leistungsstark und dürften dem Defender gut stehen. Ob man aus dem neuen Landy einen waschechten Offroader ohne viele Extras oder eine Luxusfestung macht, bleibt jedem selber überlassen. Und dem nötigen Kleingeld natürlich.