Omoda 9 PHEV Fahrbericht (2026): Ersteindruck in Österreich
Der OMODA Omoda 9 PHEV startet gerade in Österreich und will mit viel Leistung, großer elektrischer Reichweite und moderner Technik überzeugen. Im Fahrbericht klärt Filou Raphael, wie sich der Plug-in-Hybrid im Alltag fährt, wie hoch der Verbrauch tatsächlich ist und ob das SUV gegen etablierte Hersteller bestehen kann.Omoda 9 PHEV Fahrbericht: Leise, kraftvoll und souverän unterwegs
Der OMODA Omoda 9 PHEV startet in Österreich mit einem klaren Anspruch: viel Leistung, hohe elektrische Reichweite und moderne Technik sollen das 4,78 Meter lange SUV zur ernsthaften Alternative für etablierte Hersteller machen. Im Fahrbericht zeigt sich schnell, dass der Plug-in-Hybrid vieles richtig macht – ein paar Verbesserungsvorschläge habe ich dennoch gefunden.
Schon nach den ersten Kilometern fällt auf, wie ruhig der Omoda 9 PHEV unterwegs ist. Das liegt nicht nur am elektrischen Anfahren, sondern auch an der sehr guten Geräuschdämmung. Die Doppelverglasung der vorderen Seitenscheiben sorgt dafür, dass selbst auf der Autobahn kaum Windgeräusche in den Innenraum dringen.

Gleichzeitig überrascht das SUV mit reichlich Power. Die Beschleunigung auf 100 km/h gelingt in 4,9 Sekunden – ein Wert, den ich sofort glaube. Mit einer Systemleistung von 537 PS steht, nach einer kurzen Gedenksekunde, genügend Kraft zur Verfügung, egal ob im Stadtverkehr oder beim schnellen Überholen.
Antrieb des Omoda 9 PHEV: 537 PS Systemleistung im Detail
Ein Blick auf die Technik zeigt, warum der Omoda 9 Plug-in Hybrid so souverän anschiebt. Ein 1,5-Liter-Turbobenziner mit 143 PS und 215 Nm maximalem Drehmoment und einem hohen thermischen Wirkungsgrad (fährt immer in Lambda 1) von 44,5 Prozent, arbeitet mit gleich drei Elektromotoren zusammen. Die E-Maschinen – ein integrierter Startergenerator (ISG), ein direkt am 3-Gang-Getriebe sitzender Elektromotor und ein weiterer an der Hinterachse – leisten gemeinsam 463 PS und stellen beeindruckende 700 Nm Drehmoment bereit. In Kombination mit dem Verbrenner ergibt sich eine Gesamtsystemleistung von 537 PS und 650 Nm Drehmoment. Dieses Hybrid-System ermöglicht nicht nur rein elektrisches Fahren bis 140 km/h, sondern hat insgesamt 11 Gangkombinationen und neun Antriebsmodi. Angefahren wird grundsätzlich elektrisch weil die Getriebeübersetzung nicht auf den Start mit dem Verbrennungsmotor ausgelegt ist. Technisch ist das schon beeindruckend – gleichzeitig stelle ich mir nach wie vor die Frage, ob diese Komplexität wirklich notwendig ist?



Fahrwerk im Fahrbericht: Komfortabel, aber mit Luft nach oben
Im Alltag zeigt sich, dass das Fahrwerk des Omoda 9 PHEV auf Komfort ausgelegt ist. Lange Strecken lassen sich entspannt zurücklegen, wenngleich im Detail die letzte Feinabstimmung fehlt. Kleine Stöße werden nicht so sauber absorbiert, wie man es von deutschen SUVs dieser Klasse kennt. Das fällt aber wohl nur beim direkten Umstieg von einem ins andere Auto auf. Der gewöhnliche Endkunde wird das kaum herausfahren. In schneller gefahrenen Kurven neigt die Karosserie zum Wanken, neigt sich also nach außen – für den Alltag aber wohl auch zu vernachlässigen. Ansonsten fällt auf, dass der Blinker extrem laut ist und derzeit nicht über das System leiser einstellbar ist. Und mir ist – wie im Omoda 5 – der Innenspiegel zu tief montiert, sodass die Sicht nach rechts vorne etwas eingeschränkt wird – auch bedingt durch die hohe Sitzposition. Zur Relativierung: Ich bin 1,93 Meter groß. Dennoch sollten Sitzriesen unbedingt eine Probefahrt bei einem der aktuell 29 Händler unternehmen und nicht blindlings kaufen. An der Sitzhöhe arbeitet die Europa-Zentrale im Hintergrund bereits, wird mir verraten.

Europa-Entwicklung bei Chery: Die letzten zehn Prozent
Der Feinschliff für den europäischen Markt erfolgt durch das Chery Europe R&D-Center in der Nähe des Frankfurter Flughafens. Dort arbeiten aktuell rund 100 Mitarbeiter aus 18 Nationen – leider noch kein Österreicher – an Fahrwerk, Assistenzsystemen und dem Feedback aus Testberichten wie diesem. Weitere 50 Entwickler werden gesucht. Die Richtung stimmt also – und genau diese letzten zehn Prozent, die aus chinesischen europäische Autos machen, könnten in Zukunft den entscheidenden Unterschied machen. Liebes Chery-Team: Bitte auch gleich an Wippen am Lenkrad für die Stärke der Rekuperation denken…


Verbrauch des Omoda 9 PHEV: Effizient im Alltag
Ein großer Pluspunkt im Omoda 9 PHEV Test ist der Verbrauch. Auf meiner ersten Testfahrt vom Wiener Laaerberg einmal rund um den Neusiedlersee und zurück lag der Verbrauch bei 5,6 Litern pro 100 Kilometer. Rein elektrisch lässt sich das SUV bei niedrigen Geschwindigkeiten mit geringen 16,5 kWh pro 100 Kilometer bewegen, was für ein Fahrzeug dieses Ausmaßes – 2.195 Kilogramm stehen im Zulassungsschein – absolut überzeugend ist.

Reichweite: Elektrisch und gesamt auf hohem Niveau
Die Reichweite gehört zu den größten Stärken des Plug-in-Hybriden aus dem fernen Osten. Dank der 34,46 kWh fassenden Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP; Energiedichte: 154,27 Wh/kg) mit nutzbaren 30,6 kWh Kapazität sind bis zu 145 rein elektrische Kilometer laut WLTP möglich. In Kombination mit dem 70-Liter-Tank ergibt sich eine Gesamtreichweite von rund 1.100 Kilometern. Damit ist der Omoda 9 PHEV sowohl für den Alltag als auch für lange Strecken bestens gerüstet.

Laden: Schnellladen im Plug-in-Hybrid ungewöhnlich stark
Auch beim Laden setzt der Omoda 9 PHEV Maßstäbe im Segment. Mit bis zu 70 kW Gleichstromladeleistung lässt sich die Batterie von 30 auf 80 Prozent in etwa 20 Minuten laden. Das entspricht einer Laderate von rund 2C – ein für Plug-in-Hybride ungewöhnlich hoher Wert, der im Alltag aber einen echten Mehrwert bringt. Schade, dass Wechselstrom hingegen nur 1-phasig geladen werden kann – mit maximal 6,6 kW. Aufgrund der Schieflastverordnung sind an 11-kW-Wallboxen dennoch nur Ladeleistungen von 3,6 kW möglich. Einmal voll aufladen dauert zu Hause daher etwa zehn Stunden.
Ausstattung & Preis: Viel Licht, kein Schatten
Im Alltag überzeugt der Omoda 9 PHEV mit einer durchdachten Ausstattung. Das 1,3 Quadratmeter große Panorama-Glasdach bringt viel Licht in den Innenraum und lässt sich öffnen, was heutzutage keineswegs mehr selbstverständlich ist. Dazu kommt ein echtes, elektrisch zufahrendes Rollo. Auch die praktischen Werte passen: 1.500 Kilogramm gebremste Anhängelast und großzügige 80 Kilogramm Stützlast (z. B. für Fahrradträger mit E-Bikes) erlauben mit dem SUV Ausflüge aller Art. Bei der Sicherheit liefert der Omoda 9 PHEV ebenfalls ab und erreicht fünf Sterne im EuroNCAP-Crashtest mit starken Ergebnissen in allen Kategorien (81 % Fußgängerschutz, 85 % Kindersicherheit & 90 % Insassenschutz). Und über schlechte Materialauswahl kann sich auch keiner beschweren. Die schicke Fensterheber-Schaltergarnitur und Sitzverstellungseinheit sind so edel in so manchen deutschen Fabrikaten nicht zu finden. Und für 49.230 Euro – so viel kostet die in Österreich einzig verfügbare Ausstattungsvariante Premium-Line – gibt’s im Omoda 9 PHEV Annehmlichkeiten, für die sonst wo das doppelte auf den Verkaufstresen gelegt werden muss. Vom Head-up-Display, über belüftete Echtleder-Sitze mit Massagefunktion vorne, beheizte Sitze hinten, Lenkradheizung, Sony Soundsystem, uvm. ist alles an Bord. Und: Sieben Jahre Garantie gibt es ebenso.


Fazit: Omoda 9 PHEV Fahrbericht
Der Omoda 9 PHEV ist ein modernes SUV mit beeindruckender Leistung, hoher elektrischer Reichweite und guter Effizienz. Im Fahrbericht überzeugt er vor allem durch seine ruhige Fahrweise und den kraftvollen Antrieb. Nur beim Fahrwerk ist noch etwas Feinschliff nötig, um mit den europäischen Herstellern mitzuhalten. Für die meisten Käufer wird das kaum eine Rolle spielen. Unterm Strich ist der OMODA Omoda 9 PHEV ein klares Zeichen dafür, wie schnell neue Hersteller den europäischen Markt verstehen. Die Basis stimmt – und die letzten Prozente könnten bald folgen.
