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2026 Opel Mokka GSE im Test!

Kompakte Abmessungen, 281 PS an der Vorderachse und ein traditionsreiches Kürzel im Gepäck: Mit dem Mokka GSE schickt Opel sein geschärftes Performance-Topmodell ins Rennen um die Krone der kompakten Stromer. Der Crossover gibt sich optisch wie dynamisch selbstbewusst. Doch wie ist es im Alltag, wenn motorsportlicher Anspruch auf Ladesäulen-Realität trifft?

Opel Mokka GSE – Rüsselsheimer Krawallbruder zum Pfeffer-Preis!

Auf den ersten Blick wirkt die Rezeptur fast schon unvernünftig mutig für das B-SUV-Segment: Man nehme ein kompaktes City-SUV von gerade einmal 4,15 Metern Länge, verpasse ihm das prägnante Gesicht der Rüsselsheimer Designsprache samt martialischem Opel-Vizor-Grill, stellt das Ganze auf exklusive 20-Zoll-Schmiederäder und bestückt die Vorderachse mit knallgelben Vierkolben-Bremssätteln. Fertig ist der Opel Mokka GSE und mit ihm ein Elektro-Crossover, der im Rückspiegel keinen Zweifel an seinen Intentionen lässt.

Der Mokka GSE tritt optisch keineswegs leise auf. Die schwarz lackierten Kontraste an Dach, Schürzen und Unterfahrschutz verleihen ihm eine tiefe, fast lauernde Haltung auf dem Asphalt. Er bleibt zwar vollkommen parkplatztauglich für die Großstadt, drängelt sich visuell jedoch kompromisslos in die erste Reihe.

Innenraum: Motorsport-Vibe trifft auf Kompakt-Ergonomie

Das Selbstbewusstsein des Exterieurs setzt sich in der Kabine nahtlos fort. Blickfang im Cockpit sind die speziell entwickelten Alcantara-Performance-Sitze mit integrierten Kopfstützen und auffälligen gelben Ziernähten. Sie vermitteln ab der ersten Sekunde ein echtes Sportwagen-Gefühl und bieten auf schnellen Landstraßenetappen herausragenden Seitenhalt, ohne auf längeren Strecken unbequem zu werden.

Das volldigitale Pure Panel – zwei nahtlos zusammengefügte 10-Zoll-Bildschirme – verarbeitet Eingaben flott und gestochen scharf. Aufgeräumte Schalter auf den Lenkradspeichen sowie physische Regler für die wichtigsten Klimafunktionen erleichtern die Ablenkung beim Fahren. Alcantara-Einsätze an den Türverkleidungen und eine Alu-Pedalerie unterstreichen das sportliche Ambiente.

Beim Platzangebot fordert die kompakte Stellantis-Architektur ihren Tribut. Während Fahrer und Beifahrer sportlich-intim und tief eingebunden sitzen, geht es in der zweiten Reihe spürbar eng zu. Schon bei 1,80 Metern Körpergröße stoßen die Knie im Fond schnell an die Vordersitze. Und der Kofferraum erfordert mit 310 Litern Fassungsvermögen (erweiterbar auf 1.060 Liter) ebenfalls Packdisziplin.

281 PS an der Vorderachse – Grip und Kurvengier dank Rennsport-Hardware

Unter der Haube servieren die Rüsselsheimer Ingenieure eine echte Ansage: Eine E-Maschine mit 281 PS und 345 Nm Drehmoment schießt das SUV in knackigen 5,9 Sekunden auf Tempo 100. Erst bei abgeregelten 200 km/h endet der Vortrieb – ein Ausreißer nach oben in diesem Segment. Um diese Power ohne hilflos rauchende Reifen in Vortrieb zu verwandeln, spendiert Opel dem Serienmodell die Komponenten des Rallye-Ablegers Mokka GSE Rally: Ein mechanisches Torsen®-Lamellen-Sperrdifferential an der Vorderachse.


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Das Ergebnis überzeugt. Der Crossover krallt sich beim Herausbeschleunigen verblüffend präzise in den Asphalt. Untersteuern setzt spürbar spät ein, die direkt abgestimmte Lenkung gibt ehrliches Feedback und die Bremsen verzögern bissig, ohne beim Übergang von der Rekuperation zur mechanischen Bremse synthetisch zu wirken.

Das Fahrwerk im Alltag: Die Kehrseite der Medaille

Wo viel Licht ist, zeigt die Praxis jedoch auch Schattenseiten. Das Fahrwerk ist trocken und stramm abgestimmt. Wer über schlechte Straßen räubert, bekommt den Zustand des Belags ungefiltert mitgeteilt. Im Alltags- und Rangierbetrieb hat der Hesse so seine Eigenheiten – der kleine Stufenschalter auf der Mittelkonsole verlangt beim Rangieren einen sehr bewussten Druck und eine kurze Gedenksekunde.

Opel Mokka GSE: Die Ladekurve im Detail

Auf der Habenseite steht eine kompakte 54-kWh-Batterie (51 kWh netto), die das Fahrzeuggewicht nach DIN mit 1.597 kg im Rahmen hält. Der Kehrseite muss man sich jedoch beim Thema Reichweite stellen: Wird das Leistungspotenzial der 281 PS ausgenutzt, steigt der Praxisverbrauch schnell von den angegebenen 18,5 auf 22 bis 25 kWh/100 km. Von der theoretischen WLTP-Reichweite von 336 km bleiben im sportlichen Schnitt meist nur 200 bis 250 km übrig.

An der DC-Schnellladesäule wird der GSE-Schwachpunkt auf der Langstrecke deutlich. Das System arbeitet mit einer maximalen Ladeleistung von 100 kW. Diese Peak-Leistung liegt zwischen fünf und etwa 30 Prozent State of Charge (SoC) an. Bis etwa 55 Prozent hält der Rüsselsheimer ein solides Plateau von rund 80 kW, bevor die Ladekurve auf 65 kW und weiter abfällt. Zwar vergehen von vier auf 83 Prozent akzeptable 34 Minuten, doch für echte Langstrecken-Etappen erfordert die Kombination aus kleinem Akku und mäßiger Ladeleistung Geduld.

Volle Hütte ab 47.090 Euro

Der wirkliche Dämpfer folgt beim Blick in die Preisliste. Der Opel Mokka GSE startet bei strammen 47.090 Euro. Mit der Außenlackierung und der schwarzen Motorhaube kommt mein Testwagen auf 47.878 Euro. Für einen kompakten B-SUV-Stromer ist das ein saftiges Preisschild. Gut, ein Alfa Romeo Junior Elettrica Veloce ist nicht wirklich günstiger. Das Matrix-LED-Licht, Alcantara-Sportsitze, Navigationssystem, 20-Zoll-Räder und die gesamte mechanische Performance-Hardware sind ab Werk an Bord. Dank aktueller Verkaufsaktionen (Stand Juli 2026) bietet Opel in Österreich derzeit jedoch Boni von bis zu 10.300 Euro (bestehend aus E-Mobilitäts-, Eintausch-, Finanzierungs- und Serviceboni) an, wodurch der tatsächliche Kaufpreis auf ein akzeptableres Niveau sinkt.

Mein Fazit zum Opel Mokka GSE

Der Opel Mokka GSE ist kein Reichweitenkönig für die langstreckenerprobte Familie, sondern ein gezielt nachgeschärfter Hot-Hatch im Crossover-Kleid. Er überzeugt mit fantastischem Grip, motorsportlichem Torsen-Differential und hohem Erlebnisfaktor auf kurvigen Strecken. Die verhaltene DC-Ladeleistung ab 80 Prozent, der knappe Raum im Fond und der stolze Anschaffungspreis machen ihn jedoch zu einem Exoten für Enthusiasten, die Fahrspaß klar über Vernunft stellen.

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