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Honda Jazz Dynamic: Einer der Letzten!

Das Segment der vanartigen Kleinwagen ist, nicht zuletzt auch durch kleine Kompakt-SUVs, praktisch ausgestorben. Einer der letzten Vertreter dieser Riege ist der Honda Jazz. Wir haben uns die „Sportversion“ unter die Nägel gerissen und sind gemischter Gefühle.

Konkurrenzlos gut? Der Honda Jazz Dynamic!

Die vanartigen Kleinwagen wie Honda Jazz, Hyundai ix20 oder KIA Venga haben es dieser Tage nicht leicht gegen die kompakten SUVs. Man sieht und hört nicht gerade viel von ihnen. Irgendwie werden sie wohl durch die Kompakt-SUVs aus dem Straßenbild verdrängt. Und die Fahrzeuge kommen oft sogar aus den eigenen Reihen: bei Honda zum Beispiel der HR-V. Ob da eine flotte Sportversion helfen kann, um die Absatzzahlen zu steigern?

Heckdiffusor am Honda Jazz Dynamic

Optisch macht der Kleine ja was her. Auf Sport getrimmt – mit Heckdiffusor und roter Frontlippe sowie schwarzen Felgen – könnte man den Honda Jazz fast etwas abgewinnen. Leider wirkt das Design nicht so dynamisch wie beim Civic und die Silhouette ist auch eher was für die Altherrenabteilung.

Zweites Problem: Richtiges Sportfeeling kommt leider nicht auf. Der 1,5 Liter Vierzylinder leistet 130 PS und bewegt den 1.104 Kilogramm leichten Japaner in 8,7 Sekunden von null auf 100 km/h. Das fühlt sich aber nicht so rasant an, wie es klingt. Auch der Topspeed von 190 km/h entspricht nicht dem einer Rennsemmel. Vom Klang, der gern frecher und rotziger klingen könnte, fang ich jetzt gar nicht erst an. Einen großen Pluspunkt bekommt dafür die knackig-sportliche Sechsgang-Handschaltung. Die gefällt sehr! Vor allem, weil sie deutlich besser ist, als das CVT-Getriebe, das mir im letzten Test mit dem Jazz sauer aufgestoßen ist. Der Verbrauch lag im Test bei rund 6,4 Litern, etwas zu viel für einen Kleinwagen. Fahrtechnisch ist der sportliche Jazz jedenfalls nicht mehr, als ein normaler Jazz mit stärkerem Motor. Wer sich einen Type-R Verschnitt erwartet, wird herb enttäuscht. Deshalb prangt auch nirgends das bekannte Type-R Emblem.

Magic Seats im Honda Jazz

Wovon ich schon vor Jahren geschwärmt habe, sind die Magic Seats, die, ähnlich wie die Kinobestuhlung, hochgeklappt werden kann. Sperrige Gegenstände, wie etwa Blumentöpfe, können so ganz einfach in die zweite Reihe gestellt werden. Und bevor ihr fragt, wer denn Blumentöpfe mit dem Jazz durch die Gegend fährt: Ich, wenn ich in meine neue Wohnung ziehe. Der Jazz leistete einen hervorragenden Dienst als Umzugsauto.

Weniger Magic ist dafür der Beifahrersitz bzw. die Sitzposition für große Beifahrer. Bei hinterster Sitzposition stehen die Beine bei Leuten über 1,85 Meter am Handschuhfach an. Der Honda Jazz mag zwar ein kleines Auto sein, doch für die „Haxn“ der Beifahrer sollte auf jeden Fall genug Platz sein.

Immerhin geht es im Inneren sportlich zu. Die roten Nähte an den Sitzen, dem Lenkrad und dem Schaltknauf schauen nett aus und werten den sonst eher tristen Innenraum auf. Der Jazz ist gut ausgestattet und man hat alles drin, was man brauchen kann. Am emotionalen Design müssen die Japaner aber noch arbeiten. Mazda und Toyota liefern schönere Innenräume ab. Auch bei den Kleinwagen.

Der Preis des Honda Jazz Dynamic

Wer sich den starken Honda Jazz zulegen möchte, muss dafür mindestens 21.790 Euro blechen. Extras wie die Platinum White Pearl Metalliclackierung (445 Euro Aufpreis) und das Honda Connect Navigationssystem (640 Euro Aufpreis) ergeben einen Testwagenpreis von 22.875 Euro. Wenn man bedenkt, dass der Basis Jazz bei 17.990 Euro beginnt, ist der Dynamic-Aufpreis vollkommen in Ordnung. Man sollte sich halt nur nicht zu viel Dynamik erwarten. Konkurrenten gibt es, außer den vorher genannten Hyundai und KIA-Modellen, keine. Ein Golf Sportsvan sprengt den Rahmen vollends. Und zwar nicht nur von den Ausmaßen, sondern auch preislich.

Fazit

Der Honda Jazz Dynamic und ich werden keine Freunde werden, so viel ist klar. Mit Handschaltung fährt er sich deutlich besser als mit CVT, doch wenn Dynamic oben drauf steht, sollte auch ein wenig Sportfeeling aufkommen. Platz gibt es, ausgenommen für den Beifahrer, genug. Der Preis passt zwar, doch wundert es nicht, wenn für ein paar 1.000er mehr kleine SUVs gekauft werden.