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Der neue Opel Astra Sports Tourer im ersten Test!

Diesen Herbst folgt auf den Astra Fünftürer der Astra Sports Tourer genannte Kombi. Er übernimmt sämtliche Antriebe und Technologien, fügt aber eine Menge an Laderaum hinzu. Für Letzteres greift er jedoch tief in die Trickkiste, und das nicht ohne Nebenwirkungen, wie die erste Testfahrt zeigte.

Opel Astra Sports Tourer: Ein Kniff der Ingenieure!

Was zählt bei einem Kombi? Also was wollt ihr bei bzw. von einem Kombi als erstes wissen? Ich denke, da geht es Euch nicht anders als mir: das Ladevolumen. Kombis haben die größten Kofferräume, heißt es schließlich landläufig immer noch. Und so kann ich Euch frohlockend mitteilen, dass der neue Opel Astra Sports Tourer, wenn er im Herbst 2022 auf den Markt kommt, im besten Fall bis zu 597 Liter unters Laderaumrollo bringt. „Im besten Fall“ deshalb, weil bei der Variante mit Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang ein Großteil des Volumens unterhalb des Kofferraumbodens verschwindet und „nur“ 516 Liter übrig bleiben.

Macht aber nichts, denn es könnten bei beiden Varianten durchaus weniger sein, wenn sich Opel nicht eines – sagen wir – interessanten Kniffes bedienen würde. Die Rüsselsheimer ziehen die Hutablage aka das Rollo oberhalb der Fensterlinie zu. Was von außen dank großer Fensterflächen eine schlanke Figur macht, lässt im Kofferraum das Volumen deutlich anwachsen. Denn gemessen wird nach gängiger VDA-Norm von der Reserveradmulde bis unter die Laderaumabdeckung.

2023 Opel Astra Sports Tourer Kofferraum Volumen Space Laderaum Platzangebot Liter
Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

So wundert es auch nicht, dass der neue Astra ST gegenüber seinem Vorgänger um 57 Liter an Kofferraumvolumen gewonnen hat, obwohl die Außenlänge um sechs Zentimeter auf 4,64 Meter geschrumpft ist. Beim maximalen Ladevolumen hat sich kaum etwas getan: 1.634 Liter jetzt (1.553 l beim PHEV) zu 1.630 Liter im Vorgänger. Dafür merkt man meiner Meinung nach trotz gewachsenem Radstand (2,73 m zu 2,66 m) beim Platzangebot auf der Rücksitzbank den Längenverlust. Und by-the-way: Aus zwei USB-Anschlüssen für die Hinterbänkler im Vorgänger wurde einer im neuen Sports Tourer.

2023 Opel Astra Sports Tourer Platzangebot Kniefreiheit Rückbank Kombi Beinfreiheit
Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

Die Sache mit der Rücksicht

Der Trick mit der erhöhten Hutablage kreiert jedoch einen Nachteil: Die Sicht nach schräg hinten raus ist schlichtweg schlecht. Gut, dass eine 180-Grad-Rückfahrkamera und Parkpiepser vorne wie hinten zur Serienausstattung gehören.

2023 Opel Astra Sports Tourer Rundumsicht Sicht Hinten Heck
Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

Erfreulich ist auch, dass die Rücksitzbank stets dreigeteilt im Verhältnis 40:20:40 daherkommt. Der Beifahrersitz lässt sich leider nicht vollends nach vorne umklappen, extralange Gegenstände müssen deshalb aufs Dach. Hierfür gibt es von Opel selbst zahlreiches Zubehör (Dachbox, Skiträger, …). Die Sitze der ersten Reihe sind in den höheren Ausstattungsvarianten wieder von der „Aktion Gesunder Rücken e. V.“ (AGR) zertifiziert und selbst für meine außer Norm liegenden 1,93 Meter Körpergröße ein Traum. Überhaupt ist die Ergonomie im Astra Sports Tourer gut gelungen. Das Lenkrad lässt sich nah genug an den Körper heranziehen und der Innenspiegel versperrt nicht die Sicht nach schräg vorne.

So fährt sich der Opel Astra Sports Tourer

Und so wohl ich mich hinterm Steuer des Rucksack-Astra fühle, so wohl fühle ich mich auch am Steuer. Er längt zackig ein, rollt ausgewogen ab und ist dank laminierter Front- sowie vorderer Seitenscheiben extrem leise. Mit dem PHEV lässt sich das ideal beschreiben: Wenn der Benziner auf der Landstraße anspringt, bekommst man selbst als Fahrer nichts davon mit. Und selbst der ebenfalls von mir gefahrene Diesel ist leise wie nie. Nur die Vibrationen im Dreizylinder-Benziner-Astra konnte ich vernehmen. Damit hätte ich auch schon die drei aktuell (eine E-Variante folgt 2023) angebotenen Motorvarianten aufgezählt: Wie im Hatchback-Astra stehen auch im Sports Tourer ein 181 PS (Systemleistung) starker Plug-in-Hybride, ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit wahlweise 110 oder 131 PS sowie ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Diesel mit ebenfalls 131 PS zur Wahl. Den Selbstzünder konnte ich mit Leichtigkeit mit grandiosen 4,4 Liter Durchschnittsverbrauch bewegen. Noch beeindruckter war ich indes von den 7,4 kWh/100 km plus 2,8 l/100 km, die mir das volldigitale 10-Zoll-Fahrerinformationsdisplay nach meiner Probefahrt mit dem PHEV-Astra anzeigte. Mit den 12,4 kWh-Brutto-Batteriekapazität (10,7 kWh netto) sind nach WLTP bis zu 60 Kilometer rein elektrische Reichweite möglich. Extern aufladen lässt sich die Batterie mit bis zu 7,4 kW (einphasig) in knapp unter zwei Stunden (0–100 %). An der heimischen 11-kW-Wallbox dauert es etwa 3,5 Stunden. Den ebenfalls gefahrenen „reinen“ Benziner brachte ich auf 6,1 Liter je 100 Kilometer.

Die Preise

Der Opel Astra Sports Tourer steht derzeit (Juli 2022) ab 25.449 Euro (110 PS, 6-Gang manuell, Edition) in der Preisliste. Damit ist er exakt 1.500 Euro teurer als sein Hatchback-Bruder. Den 131-PS-Benziner gibt es ab 26.679 Euro – ebenfalls als Handschalter in der Ausstattung Edition. Wer hier die optionale Achtgang-Automatik wählt, muss zur nächsthöheren Variante „Business Edition“ greifen und 30.299 Euro auf den Verkaufstresen legen. Den Diesel gibt es hierzulande ausschließlich mit 8-Gang-Automatik und ab Business Edition ab 32.879 Euro. Der PHEV startet bei 36.909 Euro (Ausstattung Edition). Hier die Preise im Detail:

2023 Opel Astra Sports Tourer Kombi Preise Österreich Austria Oesterreich
Picture © Opel Austria GmbH

Mein Fazit

Wer einen feschen Kompakt-Kombi mit viel Stauraum und dynamischem Handling sucht, der ist beim neuen Opel Astra Sports Tourer goldrichtig. Den Rucksack spürt man im unbeladenen Zustand bei keiner der Antriebsvarianten. Auf einen „beladenen“, ausführlichen Test freue ich mich bereits.

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