XPeng startet mit G6 und G9 in Österreich!
Die 2014 gegründete Marke XPeng startet zwei Jahre nach ihrem Europa-Debüt nun auch in Österreich. autofilou durfte bereits die beiden SUVs G6 und G9 über die Höhenstraße bewegen.XPeng G6 und G9: China-SUVs aus Österreich!
Lasst mich diesen allerersten Bericht zur für uns neuen Marke XPeng (im deutschsprachigen Raum Iks-Peng ausgesprochen) mit einem kurzen geschichtlichen Ausflug beginnen: 2014 wurde XPeng von Xia Heng und He Tao im chinesischen Guangzhou, einer Hafenstadt nordwestlich von Hong Kong, gegründet. 2018 rollte das erste Serien-Fahrzeug, der G3 – ein vollelektrisches Kompakt-SUV – auf die Straße. 2020 dann der Börsenstart in New York und im Jahr darauf in Hong Kong. Mit zwei Modellen – der Limousine P7 und dem großen SUV G9 – folgte 2023 der große Schritt nach Europa. Zuerst in die elektroaffinen Märkte Niederlande, Schweden und Dänemark. Und schließlich im Herbst 2024 in den ersten großen Markt, Deutschland, sowie weitere Länder. Derzeit ist XPeng bereits in 20 Ländern Europas vertreten und bis Ende des Jahres kommen sieben weitere dazu.
„Wer Europa ganz abdeckt, der hat vor zu bleiben.“
Markus Schrick, XPeng Geschäftsführer Region Central Europe
Mit 1. Oktober 2025 geht’s auch in Österreich los. Dann wird der hiesige Geschäftsführer sowie der erste Händler bekanntgegeben. Noch heuer sollen mindestens acht, bis Ende 2026 sogar 20 Partner in Österreich nominiert sein. 1.000 Fahrzeuge will XPeng nächstes Jahr auf die heimischen Straßen bringen. In Deutschland werden dieses Jahr, hochgerechnet, etwas mehr als 3.000 Fahrzeuge abgesetzt werden – mit aktuell rund 40 und bis Ende 2025 60 Standorten.
„Wir müssen Vertrauen schaffen, bei dem Handel und auch bei dem Kunden.“
Markus Schrick, XPeng Geschäftsführer Region Central Europe
Volkswagen, Alibaba & DiDi mit an Bord!
Wer der für uns neuen Marke gegenüber skeptisch eingestellt ist, dem sei gesagt, dass Volkswagen im November 2023 4,99 Prozent der Marke für 700 Millionen USD gekauft hat und nun gemeinsam an smarten E-Autos der B-Klasse arbeitet. Weitere Investoren sind Alibaba und die größte Ride-Hailing Plattform Chinas DiDi. Außerdem wurden bisher schon mehr als 800.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Knapp 200.000 davon im vergangenen Jahr. Für dieses Jahr sind 350.000 Einheiten angepeilt.
Doch was bekommt der Kunde bei XPeng?
Die Modelle von XPeng zeichnen sich im Allgemeinen durch folgende Besonderheiten aus:
- Vollausstattung, selten Optionen
- 7 Jahre (od. 160.000 km) Fahrzeuggarantie
- Sicherheit, immer 5 Sterne bei EuroNCAP
- Elektrische Performance
Außerdem sind Ersatzteile und Service „der absolute Fokus“, so Markus Schrick bei seiner Präsentation im Weitsicht Cobenzl in Wien, und weiter:
„Wir haben in Deutschland im August eine Ersatzteillieferquote von 96 Prozent. Und an den 4 Prozent arbeiten wir. Im Service sind wir auch gut, nicht sehr gut. Wir können noch besser werden.“
Aus Österreich für Österreich!
Gestartet wird hierzulande mit den frisch überarbeiteten Modellen G6 und G9, die ab sofort bei Magna Steyr in Graz zusammengebaut werden. Ende nächsten Jahres folgt ein etwas kleineres SUV als der G6 und vielleicht noch das eine oder andere weitere Modell.
Übrigens hat jeder Buchstabe im Namen der Marke eine Fahrzeugklasse zugeordnet, wie Kai Qian, XPeng Country Manager Deutschland, verrät:
- X … MPV
- P … Limousinen
- E … noch unbekannt
- N … noch unbekannt
- G … SUV
Der XPeng G6 ist ein 4,76 Meter langes SUV-Coupé à la Tesla Model Y oder Škoda Enyaq Coupé. Zur Serienausstattung gehören Nappaleder-Sitze mit Sitzheizung und -belüftung sowie Massagefunktion, eine um 11,4 Grad verstellbare Rücksitzlehne und ein digitaler Innenspiegel, der das Sichtfeld um 300 Prozent erweitert. Außerdem verfügt die Sprachsteuerung über eine Ortungsfunktion, sodass die Sitzheizung nur dort angeht, von wo aus der Befehl kam (z. B. hinten links). 18 Lautsprecher und zwei induktive Ladepads (je 50 W Leistung) sind verbaut und sechs Fahrerprofile speicherbar.
Das Kofferraumvolumen wird mit geräumigen 571 Litern beziffert, das maximale Ladevolumen liegt bei umgeklappter zweiter Sitzreihe bei 1.374 Litern, und die Anhängelast der optionalen Anhängekupplung (+1.190 €) bei 1.500 Kilogramm. Deren Stützlast beträgt mit 75 Kilogramm gleich viel wie die Dachlast.


Schon der XPeng G6 Standard Range (ab 43.600 €) lädt mit bis zu 382 kW nach, doch der G6 Long Range (ab 47.600 €) und G6 Performance (ab 51.600 €) könnten mit bis zu 451 kW nachgeladen werden – 10 auf 80 Prozent in 12 Minuten! „Könnten“, weil es die dafür nötigen Ladestationen aktuell noch nicht gibt.
Das Flagship-Modell der Marke ist aktuell das 4,9 Meter lange SUV XPeng G9. Neben den Komfortfeatures des G6 verfügt der G9 zudem über Soft-Close-Türen und auf Wunsch über ein Dynaudio XOPERA Soundsystem mit Dolby Atmos®. Der G9 Performance (ab 72.600 €) hat außerdem eine 2-Kammer-Luftfederung verbaut und Nappaleder-Sitze sind hier optional.
Das Kofferraumvolumen liegt bei 660, das maximale Ladevolumen bei 1.576 Litern. Zusätzlich hat der G9 einen 71 Liter fassenden Frunk. Geladen werden kann der G9 Standard Range (ab 59.600 €) mit bis zu 445 kW, G9 Long Range (ab 63.600 €) und Perfomance mit bis zu 525 kW.
So fahren sich XPeng G6 & G9!
Mit 12 Fahrzeugen kam XPeng für das erste Kennenlernen nach Wien, der Medienantrag war hoch. Gefahren bin ich beide Topmodelle jeweils für etwa 20 Minuten über die Höhenstraße. Beschleunigung als auch Bremsleistung können sich durchaus sehen lassen. Schön zu sehen, dass XPeng bei den Reifen nicht auf Billigware setzt, sondern auf Michelin Pilot Sport EV. Und obwohl 20- bzw. 21-Zoll groß, rollen sowohl der G6 Performance als auch der G9 Performance – selbst in der härtesten Fahrwerkseinstellung – sehr komfortabel ab.


Auch wenn nur der G6 über doppelt verglaste Seitenscheiben verfügt, bleiben beide Fahrzeuge zumindest bis Landstraßentempo angenehm ruhig. Da fehlt’s an nichts. Leider fühlt sich die Lenkung für meinen Geschmack sehr künstlich an, aber hier können die Chinesen mit einem Software-Update leicht nachbessern. Vielleicht würde ich mich nach etwas mehr Fahrzeit auch daran gewöhnen. Ein späterer, ausgiebiger Test wird’s zeigen. So auch einen verwertbaren Verbrauch. Der lag auf der ersten kurzen Testrunde jeweils zwischen 16 und 26 kWh/100 km – also vorerst wenig aussagekräftig. Das Infotainmentsystem reagiert schnell, eine Laderoutenplanung ist vorhanden und das Platzangebot hervorragend.


Was mir jedoch vor allem beim großen Reise-SUV G9 fehlt, sind eine dreigeteilt umlegbare Rücksitzbank oder zumindest eine großzügig bemessene Ski- bzw. Snowboard-Durchreiche, ein dritter ISOFIX-Anschluss und ein Head-up-Display.



Fazit
Dass der österreichische Kunde chinesischen Automarken gegenüber mittlerweile nicht mehr unaufgeschlossen ist, zeigt der Erfolg von BYD. Dennoch wird es viel Marketingbudget und entsprechend bemühte Händler brauchen, um die Marke in Österreich bekannt zu machen. Leicht wird der Markteintritt trotz guter Einpreisung vermutlich nicht, GLC, iX3 und EX60 scharren ebenfalls in den Startlöchern. Ein genaueres Betrachten sind G6 und G9 allemal wert. Ich freue mich auf eine ausgiebige Testfahrt.



