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Alpine A390 GT Fahrbericht: Französischer Elektro-Sport-Fastback mit 3 Motoren!

Mit der neuen Alpine A390 schicken die Franzosen kein gewöhnliches Elektro-SUV ins Rennen. Stattdessen rollt ein auffällig gezeichneter Sport Fastback mit Cyberpunk-Anleihen, dreimotorigem Allradantrieb und klarer Fahrerorientierung auf unsere Straßen. autofilou.at war bereits mit der neuen, 401 PS starken Alpine A390 GT unterwegs.

Alpine A390 GT im Test: Rennwagen im Maßanzug

Mit der Alpine A390 rollt gerade ein Sport Fastback im Cyberpunk-Look auf unsere Straßen. Und der Schein trügt nicht, denn unter ihrem – ja, DIE Alpine A390 – 4,62 Meter langen Außenkleid steckt ein spannender Antriebsstrang. autofilou.at beim ersten Fahrtest mit der Alpine A390 GT.

Drei Motoren und 401 PS

Statt wie üblich auf zwei E-Maschinen für den Allradantrieb zu setzen, verbaut Alpine an der Hinterachse gleich zwei jeweils 134 PS (98,3 kW) starke permanenterregte Synchronmaschinen. Die Vorderachse treibt ebenfalls ein 134 PS starker E-Motor an, allerdings eine elektrisch erregte Synchronmaschine (EESM), auch fremderregte Synchronmaschine genannt. Diese hat den Vorteil, dass sie – entgegen der beiden PSM im Heck – frei mitlaufen kann und bei höheren Geschwindigkeiten effizienter arbeitet. In den meisten Fahrmodi wird die EESM primär bedarfsgerecht eingebunden und unterstützt vor allem dann stärker, wenn die Regelsysteme Schlupf erkennen oder die maximale Leistung abgerufen wird. Letztere beläuft sich in der Alpine A390 GT auf 295 kW, also 401 PS, sowie 661 Nm maximales Drehmoment. Klingt zunächst nicht nach allzu viel für drei Elektromotoren. Doch weil die C-Segment-Sportlerin „schlanke“ 2.124 Kilogramm auf die Waage bringt, sprintet sie in flotten 4,8 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.

Zum Vergleich: Der BMW iX3 50 xDrive (469 PS) benötigt dafür 4,9 Sekunden, der Mercedes-Benz GLC 400 4MATIC mit EQ-Technologie (490 PS) 4,3 Sekunden. Ja, genau diese D-Segment-SUVs sieht Alpine Österreich als Konkurrenz.

Alpine A390 Konkurrenz: BMW iX2, Audi Q4 Sportback & Co.

Die „3“ im Namen weist die Alpine A390 jedoch klar als C-Segment-Modell aus. Daher sehe ich persönlich folgende Konkurrenten:

So viel kostet die Alpine A390 in Österreich!

Die Alpine A390 läuft also in einem dichten Starterfeld mit. Ob sie dessen Pace halten kann, wird sich zeigen. Denn günstig ist die dreimotorige Alpine A390 GT in Österreich keinesfalls. Los geht’s bei 67.500 Euro. Die noch stärkere Alpine A390 GTS mit 469 PS und einem Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden startet bei 78.000 Euro. Dafür gibt’s fairerweise viel Alcantara (Sitze, Dachhimmel), Nappaleder (Lenkrad, Sitze) und Carbon (Zierteile, Blenden) – sprich: ein feines Ambiente im Innenraum, Devialet-Soundsystem inklusive. Der Maßanzug sitzt der Dame aus Frankreich perfekt.

Apropos: Die A390 ist eine Französin durch und durch – zumindest als GTS. Denn dann kommt auch ihre Batterie mit 89 kWh (netto) aus Nordfrankreich, genauer gesagt aus der VERKOR-Gigafactory in Dunkerque. Die Batterie der bereits erhältlichen A390 GT – ebenfalls mit 89 kWh – stammt einstweilen (noch) aus dem LG-Energy-Solution-Werk in Polen.

Die Motoren werden in der Normandie, in Cléon, gefertigt, das Chassis kommt aus Le Mans und die Endmontage der A390 erfolgt derzeit parallel zur A110 im Alpine-Werk in Dieppe. Nach neun Jahren läuft die Produktion der sportlichen Alpine A110 noch diesen Juni aus. Die nächste A110 wird – wie die A290 und A390 – ebenfalls elektrisch.

Alpine A390: Reichweite und Ladeleistung

Zurück zur A390 beziehungsweise deren Batterien: „Einstweilen aus Polen“, weil ich stark davon ausgehe, dass später im Jahr 2026 oder ab 2027 auch das NMC-Akkupack der A390 GT aus Frankreich geliefert wird. Nicht nur wegen des kürzeren Transportwegs und des französischen Patriotismus, sondern vor allem deshalb, weil die kohlenstoffarme Batterie aus Dunkerque schlicht leistungsstärker ist. Sie lässt sich mit bis zu 190 kW in 25 Minuten von 15 auf 80 Prozent aufladen, während der polnische Energieträger dafür eher durchschnittliche 29 Minuten benötigt und maximal mit 150 kW lädt. Abwarten könnte sich hier also lohnen – auch wenn Alpine Österreich das hier vermutlich nicht allzu gerne liest.

Die WLTP-Reichweite liegt mit den serienmäßigen 20-Zöllern der Alpine A390 GT bei 551 Kilometern. Die Alpine A390 GTS steht serienmäßig auf 21-Zöllern, weshalb ihre WLTP-Reichweite auf 497 Kilometer sinkt. Die Normverbräuche liegen bei 18,9 respektive 20,7 kWh/100 km. Nach meiner ersten 124 Kilometer langen Ausfahrt durchs kurvige Niederösterreich zeigte das Fahrerinformationsdisplay der Alpine A390 GT – mit optionalen 21-Zöllern – 28,3 kWh/100 km an. Als Alltagsverbrauch darf das aber bitte nicht herangezogen werden. Dafür waren wir im Konvoi zu dritt schlicht zu sportlich unterwegs.

Fahrverhalten der Alpine A390 GT: So sportlich fährt sie sich

„Rennwagen im Maßanzug“ trifft es ziemlich genau auf den Punkt. Schon beim ersten Tritt auf die Bremse spürt man hier den Rennwagen. Der Druckpunkt ist sofort da und schreit förmlich nach möglichst spätem, aber dafür hartem In-die-Eisen-Gehen. Dazu kommen die austarierte Gewichtsverteilung von 49:51 (vorne:hinten) sowie der kurze Radstand von 2,71 Metern, die die A390 vollkommen neutral um Kurven wickeln. Selbst im angeblich hecklastig ausgelegten Track-Modus konnte ich sie nicht zum Übersteuern überreden. Das Fahrwerk ist – ähnlich wie beim BMW iX3 – nicht verstellbar und ganz klar auf der härteren Seite zu Hause. Kurze Schläge dringen hier aufgrund eines hydraulischen Anschlagpuffers allerdings nicht ganz so drastisch durch wie im BMW. Zumindest fühlt es sich für mich – ohne direkten Vergleich – so an. Sauber gelöst: Die Stärke der Rekuperation kann via Manettino am Lenkrad in verschiedenen Stufen erhöht werden, bis hin zu One-Pedal-Driving.

Kurzum: Einfach von A nach B auf der Autobahn kann die A390 zwar. Weil sie auf der Landstraße aber bedeutend mehr Spaß macht, würde ich diese jederzeit bevorzugen.

Innenraum & Kofferraum der Alpine A390

Thema „kurzer Radstand“: Während die C-Segment-Konkurrenz mit Achsabständen von etwa 2,77 bis teilweise sogar 3,0 Metern vorfährt, bleibt die A390 bei wendigen 2,71 Metern. Ihr Wendekreis beträgt 11,0 Meter. Darauf will ich aber gar nicht hinaus, sondern vielmehr auf den überraschend großzügigen Innenraum. Denn trotz des kurzen Radstands bietet die A390 erfreulich viel Platz – sowohl auf der Rücksitzbank als auch im Kofferraum mit 532 Litern Volumen. Einen Frunk gibt es allerdings nicht. Einzig ein Panoramaglasdach würde ich mir für ein helleres Ambiente wünschen. Doch das brächte für einen „Rennwagen im Maßanzug“ wohl nur zusätzliches Gewicht an der falschen Stelle ins Rennen. Selbst die Kopffreiheit fällt trotz der geduckten Haltung von lediglich 1,53 Metern erstaunlich gut aus.

Fazit

Die Alpine A390 GT ist kein weiteres beliebiges Elektro-SUV im C-Segment. Sie versteht sich als futuristisches Fahrerauto mit Premium-Anspruch – und genau das liefert sie auch. Dass sie ihren Preis hat, überrascht angesichts der aufwendigen Technik und der europäischen Produktion letztlich nur auf den ersten Blick.

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