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Der Nissan Ariya Nismo (2025) im Test!

Nismo drauf, Performance drin? Der Ariya trägt erstmals stolz Nissans Motorsport-Badge – doch zwischen roten Akzenten und 2,3 Tonnen Leergewicht stellt sich schnell die Frage: echtes Performance-SUV oder doch nur Show?

Nissan Ariya Nismo: Nis-no oder Nis-go?

Mit der Einführung des Nissan Ariya Nismo vollzog Nissan Mitte 2025 den lang erwarteten Schritt in Richtung elektrischer Performance. Zur Erinnerung: Bereits Mitte 2024 durfte Filou Raphael einen exklusiven ersten Blick auf den sportlich orientierten Stromer in London werfen. Danach wurde es ruhig. Rund 1,5 Jahre später steht das sportliche Topmodell endlich vor mir. Die entscheidende Frage im Nissan Ariya Nismo Test: Hat Nissan die Zeit genutzt, um ein echtes Performance-Upgrade zu entwickeln – oder bleibt der Nismo am Ende ein Standard-Ariya mit Motorsport-Optik?

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Optik: Ein Anzug, der mehr verspricht als er hält?

Beim ersten Rundgang wird klar: Der Ariya Nismo setzt nicht auf Understatement. Neue Schürzen lassen ihn mit 4,66 Metern Länge minimal wachsen. Doch hier folgt die Form der Funktion: Der zweiteilige Dachspoiler und der markante Diffusor sollen den Auftrieb laut Nissan um bis zu 40 Prozent reduzieren. Im wuchtigen Doppeldiffusor sitzt zentral die Nebelschlussleuchte – eine klare Hommage an Formel 1 und Formel E. Ein Detail, das man bereits vom Nissan 370Z Nismo oder der Toyota Supra kennt. Die rote Nismo-Linie zieht sich konsequent um das gesamte Fahrzeug, die exklusiven 20-Zoll-Felgen wirken bullig. Und doch bleibt der Kern unverändert: ein großes, 2,3 Tonnen schweres Elektro-SUV.

2025 Nissan Ariya Nismo Test Review Fahrbericht Stealth Grey Grau
Photo © Johannes Ibrahim/autofilou.at

Interieur: Alcantara trifft auf bekannte Technik

Im Innenraum dominieren Alcantara, rote Kontrastnähte und Nismo-Logos. Die Sportsitze bieten spürbar mehr Seitenhalt als in der zivilen Version, wirken optisch jedoch weniger radikal, als der Name vermuten lässt. Die Sitzposition bleibt konstruktionsbedingt SUV-typisch hoch. Man sitzt über der Technik – nicht tief eingebettet wie in einem klassischen Sportwagen. Weniger erfreulich: Trotz eines Einstiegspreises von 65.390 Euro übernimmt der Ariya Nismo nahezu unverändert die Hardware des regulären Modells. Die Touchtasten im Holzdekor unterhalb des Infotainment-Screens sehen hochwertig aus, reagieren jedoch nicht immer präzise. Auch das Infotainmentsystem selbst wirkt im Jahr 2026 nicht mehr ganz auf Höhe der Zeit. Gerade im Vergleich zu Wettbewerbern aus Korea oder den USA fehlt es an Geschwindigkeit und grafischer Modernität.

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Photo © Johannes Ibrahim/autofilou.at

Fahrverhalten: 435 PS gegen 2,3 Tonnen

Herzstück des Nissan Ariya Nismo ist der e-4ORCE-Allradantrieb mit 320 kW (435 PS) und 600 Nm Drehmoment. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt in exakt fünf Sekunden – ein respektabler Wert für ein Elektro-SUV dieser Größe. Auf der Straße fühlt sich der Vortrieb jedoch weniger explosiv an, als es die nackten Zahlen vermuten lassen. Statt brachialem Punch liefert der Ariya eine gleichmäßige, souveräne Schubkraft. In schnellen Kurven macht sich die hohe Masse deutlich bemerkbar. Mit rund 2.300 Kilogramm Leergewicht bleibt Physik eben Physik. Zwar wurde das Fahrwerk straffer abgestimmt und die Lenkung direkter ausgelegt, doch ein echter Kurvenkünstler wird aus dem Ariya Nismo nicht. Seine Paradedisziplin ist vielmehr die schnelle Autobahnetappe – dort wirkt er stabil, satt und erwachsen. Der künstliche Soundgenerator im Nismo-Modus soll an Formel-E-Rennwagen erinnern. Emotional zündet er jedoch nur bedingt. Positiv: Wer darauf verzichten möchte, wechselt in einen der Standard-Fahrmodi und genießt die gewohnte elektrische Stille.

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Photo © Johannes Ibrahim/autofilou.at

Nissan Ariya Nismo Reichweite im Test

Offiziell gibt Nissan eine WLTP-Reichweite von 417 Kilometern an. Im realen Wintertest bei Temperaturen zwischen 0 und 6 Grad Celsius lag die durchschnittliche Reichweite bei rund 320 Kilometern. Der gemessene Verbrauch betrug dabei 27,1 kWh pro 100 Kilometer – ein Wert, der für ein 435-PS-Allrad-SUV bei winterlichen Bedingungen nicht völlig aus dem Rahmen fällt. Wer den Nismo-Modus häufiger nutzt oder längere Autobahnpassagen mit höherem Tempo fährt, muss jedoch mit spürbar sinkender Reichweite rechnen. Dann schrumpft der Aktionsradius deutlich schneller als im gemäßigten Alltagsbetrieb.

Die Achillesferse: Ladeleistung wie von gestern

Ein klarer Kritikpunkt im Nissan Ariya Nismo Test ist die Schnellladeleistung. Mit maximal 130 kW DC-Ladeleistung lädt das Topmodell von 10 auf 80 Prozent in etwas mehr als 35 Minuten. Die Ladekurve ist dabei relativ stabil – was die Planbarkeit verbessert, aber nicht die absolute Ladezeit verkürzt. Im Wettbewerbsumfeld des Jahres 2026 wirkt diese Ladeleistung nicht mehr zeitgemäß. Viele Konkurrenten bieten inzwischen deutlich höhere Peak-Werte. Positiv fällt hingegen der serienmäßige 22-kW-AC-Lader auf. An geeigneten AC-Säulen ist der Akku in rund 4,5 Stunden wieder vollständig geladen – ein echter Vorteil im urbanen Alltag.

2025 Nissan Ariya Nismo Test Review Fahrbericht Stealth Grey Grau
Photo © Johannes Ibrahim/autofilou.at

Ariya Nismo – Preis und Konkurrenz

Mit einem Einstiegspreis von 65.390 Euro positioniert sich der Nissan Ariya Nismo im gehobenen Segment sportlicher Elektro-SUVs. Damit trifft er auf ein dicht besiedeltes Umfeld:

Letzterer ist zwar deutlich radikaler auf Rennstrecken-Performance getrimmt, markiert aber derzeit das obere Ende dessen, was elektrisch in Sachen Fahrspaß möglich ist.

Fazit: Der beste Ariya – aber kein Klassenprimus

Der Nissan Ariya Nismo ist ein Auto für Individualisten. Er ist exzellent verarbeitet, sieht im Rückspiegel verdammt böse aus und bietet mehr Exklusivität als ein Tesla. Doch als echtes Performance-Tool scheitert er an seinem hohen Gewicht und der langsamen Schnellladeleistung. Er ist wohl der beste Ariya, den man kaufen kann – aber eben kein technologischer Vorreiter. Wer ein emotionales Kraftpaket sucht und über die Ladepausen hinwegsehen kann, wird ihn lieben. Alle anderen werden sich fragen, warum Nissan den Nismo-Schriftzug nicht für ein Auto aufgehoben hat, das die physikalischen Gesetze etwas mutiger herausfordert.

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