Die 2. BMW X4-Generation im 1. Test!

Nach weltweit knapp 200.000 verkauften Einheiten feiert die neue BMW X4-Generation dieser Tage ihre Markteinführung. Von Wien aus fuhr ich mit dem „Sports Activity Vehicle“, wie die Bayern diese Fahrzeuggattung nennen, zu dessen nationaler Präsentation im Schloss Fuschl in Salzburg.

BMW X4: Wer kauft sowas? Einige!

Nach der eigentlichen Vorstellung, wo uns Medienvertretern alle Fakten des neuen BMW X4 eingetrichtert wurden, und dem Abendessen mit Tafelspitz oder Seesaibling, fanden wir uns wie gewöhnlich zum Filou-sophieren [;-)] an der Bar des Schloss Fuschl ein. Mitsamt der BMW-Volkschaft tauschten wir uns über die Sinnhaftigkeit der sogenannten SACs aus.

Denn: Begründet hat die Klasse der „Sports Activity Vehicle“ einst – 2008 – der BMW X6, und das „dicke Ding“ war auf Anhieb ein Erfolg. Da war es klar, dass der große Bayer nicht allzu lange alleine bleibt. Die Konkurrenz sprang recht bald auf den rasant Fahrt aufnehmenden Zug auf. Weil BMW auch weiterhin Zugführer bei den SACs sein wollte, wurde deshalb auch eine Klasse darunter ein Gelände-Coupé, der X4, geboren.

Sinn ergibt diese Fahrzeuggattung für keinen der Befragten. Muss sie aber auch nicht, denn die SACs kommen vollends auf der emotionalen Schiene daher. Rational oder rationell kann ich diesen Fahrbericht also nicht aufzwirnen.

Einen X4 oder X6 kaufst Du nicht, weil Du besonders viel Wert auf das Kofferraumvolumen legst oder Dir die Kopffreiheit der Hinterbänkler wirklich wichtig ist, sondern einfach weil Du es kannst und/oder anders sein willst.

Komfort gesteigert

Und dennoch erfahren wir bei der Präsentation, dass das Ladevolumen um 30 auf 525 Liter angestiegen ist und sich das Glasdach für mehr Kopffreiheit nun nach außen hin öffnet. Dass letzteres ebenfalls größer geworden ist, mag zwar sein, dennoch hört es bereits auf Höhe der Zweitreiher-Knie auf. Die erfreuen sich dank größeren Außenabmessungen (+8,1 cm Länge) und verlängertem Radstand (+5,4 cm) dafür über mehr Platz. Und selbst ich – mit 1,93 m Größe – kann mich absolut nicht beklagen auf der Rücksitzbank. Kein Wunder, ist die zweite X4-Generation mit nunmehr 4,75 Meter nur noch um 13 Zentimeter kürzer als der erste X6.

Motoren nach Euro 6d-TEMP zertifiziert

Trotz des Gigantismus soll der BMW X4 je nach Motorvariante um bis zu 50 Kilogramm an Leergewicht verloren haben. Dennoch bringt er locker 1,7 Tonnen auf die Waage. Dass da der 190 PS starke „20d“-Vierzylinder-Diesel zwar für den Otto-Normal-Verbraucher allemal ausreicht, mich beim Vorwärtsdrang aber nicht vom Hocker reißt, klingt plausibel. Längsagiler ist da schon der „25d“ mit 231 PS. Noch spannender, und zugleich seltener auf unseren Straßen anzutreffen, werden freilich der M40d und M40i mit 326 respektive 354 PS sein – beide bereits nach Euro 6d-TEMP zertifiziert. Allen Modellen gemein ist die altbekannte, famose 8-Gang-Automatik von ZF und der Allradantrieb xDrive. Zu gering war die Nachfrage nach anderen Antriebsvariationen beim Vorgänger.

Fahraktiv und ruhig

Erfreulich ist beim neuen X4 die hervorragende Geräuschdämmung und das Fahrverhalten selbst. Auch jenseits der erlaubten Autobahngeschwindigkeit bleibt es für Unterhaltungen mit Mitfahrern angenehm leise. Der um zehn Prozent auf 0,3 gesenkte cW-Wert und die serienmäßig verbaute Akustik-Frontscheibe zeigen Wirkung. Für mehr Fahrstabilität wurde die Spur verbreitert – hinten zum Beispiel um drei Zentimeter.

Bereits nach wenigen Metern entdecktes Manko: Eine Gurthöhenverstellung fehlt. Bei mir verlief der Gurt deshalb nicht immer optimal über die Schulter, sondern oftmals mehr daneben vorbei. Schade. Sicherheit vermitteln dafür die zahlreichen Assistenzsysteme. Neu: Ein „Stop and Go“-Assistent für den Stau als Erweiterung zum klassischen Tempomat mit Abstandsradar und Spurhaltesystem.

Fazit

Egal ob ich, oder der eine oder andere von Euch da draußen, mit dem X4 etwas anfangen kann oder nicht, er wird sich auch in Generation zwei verkaufen wie warme Semmeln. Optik war immer schon eine Frage des Geschmacks. Dass er sich gut fährt – wie jeder andere BMW auch – war bei Einstiegspreisen zwischen 54.450 Euro und 82.350 Euro nicht anders zu erwarten. Der vermutliche rationalere Bruder – X3 – ist rund 2.000 Euro günstiger.

BMW X4 2018 2019 Gurthöhenverstellung B-Säule belt driver fahrer BMW X4 2018 2019 Gurthöhenverstellung B-Säule belt driver fahrer