Der BMW X3 xDrive30d im Test!

Der BMW X3 wurde in seiner dritten Auflage nochmal an allen Ecken verbessert. Ist er jetzt eine Konkurrenz für den X5?

BMW X3: Jetzt nochmal besser

Um die Frage gleich zu beantworten: Ja und nein. Schon klar, das klingt als hätte ich keine Ahnung. Aber allein, dass man sich diese Frage stellen und sie nicht sofort mit „Nein!“ beantworten kann, sagt doch schon etwas aus: Unser 4,71 Meter langer Test-X3 30d ist derart beeindruckend, dass man ihn mit dem 18 Zentimeter längeren und 11.000 Euro teureren (in der Basisausstattung) X5 vergleicht. Woran liegt das?

Das volle Luxus-Paket des BMW X3

Ich kann nicht für den Basis-X3 sprechen, aber unser Testwagen hatte eine Fülle an Extras verbaut, die viele Luxuslimousinen alt aussehen lässt. Head-up-Display, Gestensteuerung, Spurhalte-Assistent, ein potentes Sound-System, 3-Zonen-Klimaanlage und elektrisch verstellbare Ledersitze um nur mal ein paar zu nennen. Man braucht nicht jedes einzelne Extra, um sich im X3 wohlzufühlen. Aber in ihrer Gesamtheit macht die Sonderausstattung einfach mächtig Eindruck. Dazu kommt, dass BMW den neuen X3 ausgezeichnet gedämmt hat und das Fahrwerk souverän über so ziemlich alle Unebenheiten drüberbügelt. Diese Kombination von Opulenz und Ruhe und sänftenartigem Fahrverhalten lassen den X3 mit der nächsthöheren Fahrzeugklasse konkurrieren.

Der Spagat zwischen Comfort & Sport

Aber der X3 kann auch ganz anders, wenn man den Fahrerlebnisschalter von Comfort auf Sport stellt. Früher fand ich diese Knöpfe recht unnötig – und bei manchen Fahrzeugen sehe ich das nach wie vor so – aber bei BMW vermitteln die verschiedenen Programme mittlerweile gänzlich unterschiedliche Fahreindrücke. Während der X3 auf „Comfort“ nur zögerlich von der Ampel startet (ich dachte zu Anfang ich säße in einem 20d, kein Scherz!), reißen auf „Sport“ die 265 PS wirklich an allen vier Rädern. Auf einmal wirken die 5,8 Sekunden auf 100 km/h, die im Datenblatt stehen, sehr nachvollziehbar und die 8-Gang-Automatik schaltet schnell und lässt den Motor höher drehen. Dass man gerade in einem 1.900 kg schweren SUV sitzt, merkt man allenfalls bei starkem Bremsen aus hohen Geschwindigkeiten. Bravo BMW, das ist wirklich vorbildlich.

Die Gestensteuerung

Was in meinen Augen nicht ganz so gut funktioniert, ist die Gestensteuerung. Die ist zwar schon länger am Markt, seit der Einführung des aktuellen 7er, aber irgendwie bin ich bisher nie wirklich darauf eingegangen. Die Gestensteuerung ist wirklich beeindruckend wenn man das erste Mal jemanden sieht, der sie benutzt. Mit einem einfachen „Wischen“ oder „Wirbeln“ von Zeigefinger oder Hand verstellt man die Lautstärke, nimmt einen Anruf an oder weist ihn ab. Klingt super und macht auch bei meinen Mitfahrern jedes Mal Eindruck.Aber in der alltäglichen Verwendung bringt das Extra, das im 1.950 Euro teuren Business-Paket enthalten ist, mehr Frust als Freude. Immer wieder liest es eine Handbewegung falsch und schaltet ein Lied weiter. Und wenn ich etwas umstellen möchte, mache ich das so gut wie immer am Lenkrad, weil meine Hände ja ohnehin schon dort sind. Ich habe mir erst nach der Rückgabe Gedanken gemacht, ob man diese Steuerung ausschalten kann. Beim nächsten Mal werde ich es jedenfalls versuchen.

Der Preis

Wie immer bei Premiumfahrzeugen kommt nach der Auflistung aller Annehmlichkeiten das große „Aber“ und dann der Preis. Und das ist auch hier nicht anders. Die Bayern wollen für den X3 30d hierzulande zumindest 64.000 Euro. Unser Testwagen kostet mit allen Extras 91.644 Euro. (Der stärkere X5 40e, den wir im Test hatten, kostete nicht mal 6.000 Euro mehr) Das ist schon eine sehr stattliche Summe, für die man bei anderen Herstellern sogar eine Klasse höher einsteigen kann.

Fazit

Der neue BMW X3 hat wirklich viel zu bieten – allerdings steht vieles davon in der Aufpreisliste. Seine exzellenten Fahreigenschaften machen ihn zu einem Tipp für Vielfahrer, allerdings sollten diese eher betucht sein, denn der Anschaffungspreis ist ganz ordentlich. Wer zwischen 4- und 6-Zylinder überlegt: 20d und 25d haben auch wunderbare Fahreigenschaften und sind bis zu 11.600 Euro billiger. Geld, das man gut in Extras investieren kann.