Der Dacia Logan MCV dCi 90 S&S Stepway im Test

15.000 Euro für ein vollausgestattetes Auto. Was kann man sich davon erwarten? Ich habe mir den Dacia Logan MCV in seiner besten Ausstattung angesehen und mir ein paar Gedanken dazu gemacht.

Dacia Logan MCV Stepway: Wenig Geld, etwas Komfort, viel Laderaum

Dass der Dacia Logan MCV kein allzu luxuriöses Auto ist, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Gemeinsam mit Lada sorgt die rumänische Tochter von Renault für günstige Fahrzeuge ab dem B-Segment. Es fühlt sich aber nicht alles nach großem Verzicht an. Dacia zu fahren, hat etwas vom Fahren mit Youngtimern, ohne all die technischen Spielereien – aber mit ordentlich Laderaum: 573 Liter bei aufrechter und maximal 1.518 Liter bei umgeklappter Rückbank sind ein beachtlicher Wert.

Wie alles begann

Es war ein kalter, regnerischer Vormittag als ich den Dacia Logan MCV Stepway abholte. Das Island-Grau des Fahrzeugs passte richtig gut zum Wetter. Ich sah bereits eine Woche voller Entbehrungen auf mich zukommen, wurde jedoch positiv überrascht, zumindest in manchen Bereichen. Der Dacia Logan MCV Stepway hat nämlich viel Platz und auch halbwegs bequeme Sitze. Außerdem ein optionales Infotainmentsystem mit Navi, Rückfahrkamera und Bluetooth-Anbindung namens „Media Nav Evolution“, das 322 Euro extra kostet – allerdings ohne Kartenmaterial und leider spiegelt es ziemlich. Ihr kennt es vielleicht von Renault. So gesehen ist der Dacia also durchaus aktuell.

Ich sah bereits eine Woche voller Entbehrungen auf mich zukommen, wurde jedoch positiv überrascht.

Den Verzicht merkte ich jedoch bei anderen Dingen. Zum Beispiel bei der Geräuschdämmung, wie das hohle Ploppen der zuschlagenden Autotüren bereits erahnen ließ. Denn im Logan ist es immer recht laut, egal wie schnell man gerade fährt. Und auch das Wetter bekam ich im Fahrzeug stärker mit als mir lieb war. Bei Temperaturen um die null Grad Celsius konnte es schon mal einige Minuten dauern, bis ich die Haube abnehmen wollte.

Autofahren wie früher

Wer elektronische Helferleins sucht, ist beim Dacia Logan an der falschen Adresse. Die gibt es nicht – nicht einmal das Abblendlicht schaltet sich automatisch ab. Stattdessen ertönt ein Piepsen, wenn man bei aufgedrehten Scheinwerfern die Türe öffnet. Ganz so wie früher.Manche dieser modernen Assistenzsysteme sind für mich durchaus eine Bereicherung, andere jedoch eher nervig. So gesehen, ist der Dacia Logan ein puristisches Auto, ohne viel Schnickschnack. Davon profitiert auch das Gewicht: Trotz 4,53 Metern Länge bringt der Logan MCV Stepway nur 1.213 Kilogramm auf die Waage. Mit diesem Gewicht hat der 90 PS starke 1,5-Liter Dieselmotor wenig Probleme. Der Logan MCV beschleunigt in 11,8 Sekunden auf 100 km/h und fährt, laut Datenblatt, maximal 167 km/h. Geschaltet wird per manuellem Fünfgang-Getriebe, dessen fünfter Gang recht kurz übersetzt ist. Bei Autobahntempo steigt daher der Verbrauch. Im Schnitt habe ich auf 100 Kilometer ca 6,1 Liter verbraucht. Im Datenblatt stehen 3,9 Liter.

Unebene Straßen, Bodenwellen und Schlaglöcher spürt und hört man im Dacia deutlich. Das darauffolgende Schwanken könnte im drei Zentimeter höher liegenden Stepway noch stärker zu spüren sein. Da habe ich jedoch keinen Vergleich.

Was kostet der Dacia Logan MCV Stepway?

Den rumänischen Kombi gibt es mit einem 75 PS Benziner bereits ab 8.290 Euro. Da kostet ein Liter Laderaum 5,46 Euro. (Zum Vergleich: Das Ladewunder Škoda Octavia Combi kommt auf 12,2 Euro pro Liter Stauraum). Mein Testmodell Stepway kostet ab 14.340 Euro und kommt mit zusätzlichen Optionen (Metallisée-Lackierung, Kartenmaterial, Rückfahrkamera, Mittelarmlehne) auf 15.055 Euro. Immer noch ein niedriger Preis für einen Neuwagen. Ob dieses Angebot ausreichend günstig ist, muss wohl jeder für sich entscheiden. Für die gewerbliche Nutzung ist der Dacia Logan MCV jedenfalls interessant, vermute ich.

Fazit

Man kann den Dacia Logan MCV Stepway sehr leicht als zum Fahrzeug gewordene Askese betrachten. Überall fehlt ihm irgendetwas. Man kann ihn jedoch auch als eine preiswerte Möglichkeit für praktische Mobilität sehen. Die sind heutzutage selten genug. Einfach einsteigen und losfahren, ohne dafür ein Vermögen hinlegen zu müssen. Und so gesehen, macht der Logan seine Sache ziemlich gut.