Der Jaguar E-Pace First Edition D180 AWD im Test!

Mit dem E-Pace spielt Jaguar seit Anfang dieses Jahres in der Liga der Kompakt-SUVs mit und muss sich dort gegen X2, Q3 und XC40 behaupten. Schafft der Brite mit österreichischen Wurzeln das?

Jaguar E-Pace: Runde Sache

So günstig war noch kein Jaguar! Auch wenn von günstig bei einem Einstiegspreis von 38.900 Euro keine Rede sein kann, spricht Jaguar mit dem E-Pace eine komplett neue Zielgruppe an. Denn, junge Familien und ältere Personen, die gerne höher sitzen möchten, hätten den Kauf eines Jaguars bisher wahrscheinlich nicht in Erwägung gezogen.
Wer den günstigsten E-Pace von der Stange kauft, muss aber auf einen Großteil der Annehmlichkeiten, die ein Jaguar bieten kann, verzichten. Ich habe mir daher gleich die 68.700 Euro teure First Edition mit dem 180 PS starken Selbstzünder angesehen. Auf 4,41 Meter bietet der in Graz gebaute Brite 5 Plätze, auf denen zumindest 4 Passagiere angenehm sitzen können (in der 2. Reihe sitzt man übrigens kaum beengter als im größeren F-Pace), 577 bis 1.234 Liter Kofferraumvolumen, feinstes Leder und ein futuristisches Cockpit mit 10 Zoll Touchscreen (optional gibt es noch ein digitales 12,3 Zoll Tacho).
Insbesondere die sportlichen, mit gelochtem Leder überzogenen Sitze mit roten Kontrastnähten fallen beim Blick in den Innenraum positiv auf und verpassen dem eiförmigen Fahrzeug einen dynamischen Touch.

180 PS sorgen trotz hohem Gewicht für viel Dynamik

Und das Beste daran: Unser E-Pace bringt diese Dynamik sogar auf die Straße. Maximal 430 Nm Drehmoment werden über eine akkurat schaltende 9-Gang-Automatik an alle vier Räder weitergegeben. Sie beschleunigen den 1.920 Kilo schweren E-Pace (je nach Modell sogar mehr als beim F-Pace) in 9,3 Sekunden auf 100 km/h, Schluss ist bei 205 km/h.
Beim Geradeauslauf fühlt sich das wunderbar an. Das Fahrwerk ist straff ausgelegt, in Kurven wird der E-Pace jedoch trotzdem von der Physik eingeholt und zum Untersteuern getrieben. Fast zwei Tonnen Eigengewicht und ein hoher Schwerpunkt verlangen eben doch ihren Tribut: etwa 8,3 Liter auf 100 Kilometer.

Modernes Infotainment, brachialer Sound

Ein großer Pluspunkt des Jaguar E-Pace ist sein Infotainment. Während der große Touchscreen zwar gut arbeitet, aber nicht immer frei von Verzögerungen ist, ist das Meridian-Soundsystem über jeden Zweifel erhaben. Seine 11 Lautsprecher leisten insgesamt 380 Watt und füllen die Fahrgastzelle schon auf halber Leistung mit sauberen Höhen und fulminanten Bässen.

Jaguar E-Pace Licht
Süßes Detail: Lichter in den Rückspiegeln projizieren in der Dunkelheit dieses Bild auf den Boden. Ob der Baby-Jaguar wohl den E-Pace darstellt?

Fazit

Mit dem Jaguar E-Pace haben die Briten ein vollwertiges Kompakt-SUV auf den Markt gebracht, das den Vergleich zur deutschen und schwedischen Konkurrenz nicht scheuen muss. Die runde Form ist Geschmackssache, das Gewicht unnötig hoch. Das Fahrgefühl jedoch erhaben und der Sound im Innenraum Weltklasse. Wenn nur der hohe Einstiegspreis des billigsten Jaguars nicht wäre…