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Der KIA Sportage GT-Line 1.6 CRDi 48V Mildhybrid im Test!

Geräumig und kräftig kennen wir den KIA Sportage bereits. Aber ist er als 48V-Mildhybrid auch so sparsam wie der Name vermuten lässt?

KIA Sportage Mildhybrid: Große Schnittmenge

Widmen wir uns erst einmal dem Namen: Vollständig lautet dieser nämlich „KIA Sportage GT-Line 1.6 CRDi ISG HP SCR MHD AWD“. Irgendwann braucht man wohl eine Legende, um das alles zuordnen zu können.
Dass es sich hier um einen 1,6-Liter Common Rail Diesel handelt, ist noch recht einfach abzulesen. ISG steht für den integrierten Starter Generator, HP für High Power – also die stärkere Version des 1,6-Liter Diesels (136 statt 116 PS). SCR bezeichnet die selektive katalytische Reaktion – also eine Abgasreinigung, Mildhybrid und Allradantrieb runden das ganze ab. Ziemlich viel Information, die da im Namen steckt.

Da freut man sich direkt darüber, dass bei der Bedienung im Cockpit alles ganz intuitiv abläuft. Der Sportage hat zwar noch das „alte“ Design und hinkt Ceed und Niro bei den Displaygrößen ein wenig hinterher, an der Funktionalität ändert das jedoch nur wenig. Bedient wird per Knöpfen, Drehreglern und Touchscreen, das System arbeitet flott und bietet flache Menüstrukturen. Ab der dritten (von fünf) Ausstattungsstufen ist das 320 Watt starke JBL-Soundsystem an Bord, das für eine mitreißende Beschallung sorgt. Auch die Fahrassistenten sind mit Spurhaltefunktion, Totwinkelwarner und adaptivem Tempomat auf der Höhe der Zeit.

2021 KIA Sportage 1.6 CRDi GT-Line AWD 48V

So fährt sich der 136 PS KIA Sportage

Im Testfahrzeug arbeitet ein 1,6 Liter Diesel mit 136 PS, der sein maximales Drehmoment von 320 Nm über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an alle vier Räder weiterleitet. So bewegt man den Sportage gemütlich – und wenn man will auch zügig – durch Stadt und Land. Beim Verbrauch unterbietet das DCT den Handschalter am Datenblatt um 0,2 Liter auf 100 km.
Geht es um die Beschleunigung hat der Top-Diesel mit DCT und AWD jedoch das Nachsehen gegenüber allen anderen Modellen. 12 Sekunden dauert es bis Tempo 100, bei 180 km/h ist Schluss und der Verbrauch liegt nach WLTP im Schnitt bei etwa 6 Litern.

Im echten Leben fühlt sich der Sportage stärker an als es am Datenblatt den Eindruck macht. Er hängt gut am Gas, auch dank des schnell schaltenden 7-Gang-DCT, und beschleunigt zügig. Allerdings ist auch der durchschnittliche Verbrauch mit sieben Litern auf 100 km etwas höher. Auf leeren Straßen und unter Teillast ist jedoch auch ein Verbrauch von unter fünf Litern möglich.

Das Fahrwerk ist für ein SUV recht straff und erinnert an den kürzlich getesteten Mazda CX-30.

2021 KIA Sportage 1.6 CRDi GT-Line AWD 48V

Mildhybrid?

Ah ja, da war noch was! Der aktuelle 1,6 Liter-Diesel ist ein Mildhybrid. Hier fungiert der Startergenerator als Elektromotor und leistet maximal 14,7 PS zusätzlich. Beim Fahren merkt man das nicht wirklich. Allenfalls, dass der Motor am Weg zur Ampel, also beim Rollen und Fahren unter 30 km/h, früher abschaltet.
Allerdings macht sich der Hybrid beim Ladevolumen bemerkbar. 439 Liter – und damit um 41 Liter weniger als bei den anderen Allradmodellen – fasst der Kofferraum des Mildhybriden wegen der unter dem Ladeboden verbauten Batterie. Maximal sind es 1.428 Liter. Und auch der Kraftstofftank fasst mit 58 Litern vier Liter weniger als bei den reinen Verbrennern.

So viel kostet der KIA Sportage

Den Einstieg macht der kleine Benziner mit manueller Schaltung in der Titan-Ausstattung für 24.590 Euro. In der gleichen Ausstattungslinie kostet der 136 PS Diesel mit Allrad und Handschaltung 29.490 Euro. 14.100 Euro kostet der Aufpreis für die GT-Line, die höchste Ausstattungslinie, weitere 2.900 Euro das Doppelkupplungsgetriebe. Voll-LED-Scheinwerfer, Panorama-Glasschiebedach, beheiz- und belüftbare Echtledersitze, 2-Zonen-Klimaautomatik, 19-Zoll Leichtmetall-Felgen – alles, was KIA so im Angebot hat, ist hier dabei. Lediglich der Metallic-Lack kostet noch 700 € Aufpreis. Insgesamt kommt das Testfahrzeug damit auf 47.190 Euro.
Der Preis ist für ein vollausgestattetes, 4,5 Meter langes SUV durchaus okay – die 3.000 Euro günstigere Platin-Ausstattung spielt aber auch schon fast alle Stücke.

Fazit

Wie auch andere Fahrzeuge in dieser Klasse, bietet der KIA Sportage eine große Schnittmenge positiver Eigenschaften: Platz, Luxus, ausreichend Kraft und das Ganze noch in einer SUV-Karosserie. Da wundert es wenig, dass der Sportage unter den meistverkauften Fahrzeugen der Koreaner rangiert. Mit sieben Jahren Garantie macht man hier sicher nichts falsch.

Christoph Adamek
Christoph Adamek Auto, Motorrad, Fotografie und Technik - und nirgends volle Punktezahl
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