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Der Mazda CX-30 Skyactiv-X180 GT+ im Test!

Das gab es noch nie: Ein Benziner der auch ein Selbstzünder ist. Aber welche Vorteile bringt das? Und wie schlägt sich der 180 PS starke Mazda CX-30 sonst im Test?

Mazda CX-30 Skyactiv-X: Springt der Zündfunke über?

Der Mazda CX-30 gibt einem gleich zu Beginn mehrere Fragen mit auf den Weg: Der CX-30 liegt von der Größe genau zwischen CX-3 (4,28 m) und CX-5 (4,55 m). Wieso heißt er also CX-30 und nicht CX-4? Und das Topmodell trumpft mit Mazdas Skyactiv-X Technologie auf. Wieso will man einen Benziner zum Selbstzünder machen?

Die erste Frage lässt sich leicht beantworten: Es gibt bereits einen CX-4! Allerdings ist das Crossover-Modell ausschließlich in China erhältlich und die japanische Marke wollte nicht zwei verschiedene Modelle für verschiedene Regionen mit dem gleichen Namen im Portfolio haben. Irgendwie verständlich.

2020 Mazda CX-4 China chinese crossover suv

Das neue Mazda Crossover, also der CX-30, ist 4,4 Meter lang und damit etwa 15 cm kürzer als der große Bruder CX-5. Das schnittige Design fordert jedoch seinen Tribut bei den Platzverhältnissen, besonders auf der Rückbank fällt die Raumausbeute eher mager aus. Der Kofferraum fasst 430–1.406 Liter. Beim CX-5 sind es 506–1.620, beim CX-3 350–1.260 Liter.

In der ersten Reihe sitzt man allerdings sehr bequem. Wie schon beim Mazda3 kommt auch im CX-30 das neue Interior-Design der Japaner zur Anwendung: Schlichtes Schwarz-Weiß bei den Armaturen, ein Head-up-Display, reduzierte Anzeigen, eine tolle Haptik bei den Materialien und eine tadellose Verarbeitung. Multifunktionslenkrad und die Bedienung in der Mittelkonsole sorgen für eine intuitive Steuerung. Wer will, kann auch auf den Bildschirm tapsen. Dazu ein BOSE-Soundsystem, das sich hören lassen kann.
Wo andere Marken immer mehr auf Displays mit Touch- und Sprachsteuerung setzen, bleibt Mazda bei einer eher konventionellen Bedienung. Das kann man mögen oder altbacken finden. In jedem Fall bekommt man hier aber eine solide Lösung. Apropos Sprachsteuerung: Die gibt es im Mazda CX-30 natürlich auch. Im Test hat sie mich bei etwa der Hälfte der Befehle richtig verstanden.

Wieso nun ein Selbstzünder?

Kommen wir also zur zweiten Frage: Wieso baut Mazda einen Benziner-Selbstzünder? Kurz gesagt: um Sprit zu sparen. Der 180 PS starke Motor mit Kompressionszündung braucht laut WLTP nur 5,9 Liter auf 100 Kilometer und damit 0,3 Liter weniger als der 122 PS Benziner – bei gleichem Hubraum.
Nach einer Initialzündung mit Zündkerze startet die Verbrennung des Gemisches. Dann folgen durch die hohe Verdichtung von 16,3:1 Kompressionszündungen (SPCCI = Spark Controlled Compression Ignition). Das spart zwar Treibstoff, liefert bei hohen Drehzahlen aber zu wenig Leistung, weshalb hier konventionell gezündet wird.
Mazda umgeht damit mal wieder den Trend zu kleinvolumigen Turbomotoren. Allerdings zu einem Preis: Wer den Skyactiv X-Motor nicht ordentlich dreht, spürt recht wenig von der Leistung. 180 PS aus einem 2,0 Liter große Reihen-Vierzylinder sollten den 1,5 Tonner eigentlich adäquat nach vorne bewegen.

Die 0 auf 100 Zeit beträgt laut Mazda 8,5 Sekunden. In der Realität kommt einem der CX-30, sagen wir mal, gemütlicher vor. Das liegt am maximalen Drehmoment von 224 Nm. Der 116 PS Diesel hat immerhin 270 Nm. Interessant auch: Mit Automatik und Allrad verliert der Mazda jeweils in paar Zehntel im Sprint. Als AWD-AT-Modell braucht der CX-30 9,2 Sekunden auf 100 km/h und verbraucht um 1,1 Liter mehr auf 100 km.
Nach einigen Kilometern auf Autobahn und Landstraße stand bei unserem Tester ein Verbrauch von 6,9 Litern auf dem Bordcomputer. Wer die volle Leistung ausfahren möchte, wird mindestens eine acht vorne stehen haben.

Trotz der hohen Karosserie hat der CX-30 ein straffes Fahrwerk und eine ebensolche Schaltung bekommen. Jenseits der 3.000 Touren macht das Fahren damit Freude. Den Punch großen Drehmoments sucht man dennoch vergebens.

2020 Mazda CX-30 Skyactiv X180 GT+ Front

Und der Preis des CX-30?

26.290 Euro kostet der Mazda CX-30 mit dem schwächeren Benziner mindestens. Der stärkere, selbstzündende Benziner startet bei 28.890 Euro. In der hier getesteten GT+ Version mit Frontantrieb und Handschaltung (31.090 €) sind serienmäßig 18-Zoll-Felgen, Zweizonen-Klimaautomatik und Keyless-Go dabei sowie alle optionalen, auf einander aufbauenden Pakete: Sound Paket (600 €), Premium Paket weiß (1.800 €), Tech Paket (1.000 €), Schiebedach (800 €) Und Metallic-Lackierung (830 €). Macht insgesamt 36.120 Euro.
Das geht in Ordnung, jedoch ist der CX-30 preislich schon sehr nah am größeren CX-5 dran. Der hat allerdings weder die Motorentechnik noch das neue Cockpit. Ein vergleichbarer CX-3 kostete bisher ein paar Tausender weniger. Mal sehen, wie das nach der Neuauflage im Sommer ist.

Fazit

Springt der Funke bei der neuen Technik über? Jein. Die Mehrleistung gegenüber dem schwächeren Benziner ist nur bei hohen Drehzahlen spürbar. Der Verbrauch bei kommoder Fahrweise annähernd gleich. Ein bisschen fehlt einfach das Gefühl, 180 PS unterm Hintern zu haben. Schließlich zahlt man in Österreich für diese Mehrleistung ja auch einiges an Steuer.
Bei Design und Fahrgefühl hat es aber definitiv gefunkt. Allenfalls die enge zweite Reihe ist ein Minuspunkt.