Der Mazda MX-5 RF Revolution Top G160 im Test!

Immer war ich gegen den Mainstream. Während andere sofort von Tastenhandys auf Smartphones umstiegen, behielt ich meinen Urzeitknochen – um nur eines von vielen Beispielen zu nennen. Wenn alle von irgendwas schwärmen, ist da meistens ein Haken dran und für mich uninteressant. Und das gilt für alles. Außer den MX-5!

Kult ab Werk – Rendezvous mit dem Mazda MX-5 RF!

Benzinbrüder auf der ganzen Welt sind vom MX-5, aka Miata, begeistert. Für mich war es jahrelang halt irgendein kleines schnittiges Automobilchen, das einem Mann von meinem Format nicht genug sein kann. Nicht weil ich etwas Besseres bin, sondern weil man mit meiner Körpergröße (sowohl in Länge als auch Breite) in so ein Auto halt einfach nicht passen kann.

Als Filou Christoph wegen einer temporären Behinderung nach einem Motorradunfall meinte, ob ich mich dem MX-5 RF annehmen kann, war ich skeptisch. Nicht weil ich den Mazda nicht fahren wollte, sondern weil es schwierig werden könnte, in einem Auto Platz zu nehmen, dass so lang ist wie ich groß.

Ja, es kann.

In den Blick des Kollegen mischte sich Belustigung und Verwunderung. Da saß plötzlich ein 1,95-Mann in einem knappen 4-Meter-Auto, dass kaum 1,80 breit und keine 1,30 hoch ist. Und so blickte ich nun zwar über die Windschutzscheibe, hatte aber ansonsten erstaunlicherweise keinen Grund in Platzangst zu verfallen.

Der MX-5 ist die wohl kleinste Serienfahrmaschine auf Gottes Straßen. Selten steigt man in ein Auto und strahlt über das ganze Gesicht. Bei mir schafft das nur ein Pony aus Übersee. Und seit kurzem der Nippon Roadster. Bei einem Gewicht von gerade einmal 1.130 Kilogramm fühlen sich 160 PS fast nach brachialer Leistung an. Und dazu röhrt der Kleine auch noch schön. Tatsächlich reicht die Leistung für flottes Fahren und recht amüsante Fahrmanöver, wie im Video zu sehen.

Was gibt’s außer großem Fahrer im Innenraum noch?

Sportliche und deshalb nur beschränkt bequeme Sitze, ein überaus handliches Lenkrad, den Schaltknauf, der an einem verdammt knackigen Getriebe hängt und … den Versuch die großen deutschen Autobauer zu imitieren. Denn der Drehdrücksteller in der Mitte der Mittelkonsole ist nichts weiter als das. Damit lässt sich auf eher kompliziertere Weise das Infotainment-System steuern. Doch es ergeben sich mehrere Probleme: um ihn zu erreichen, muss der Arm zuerst so weit nach hinten gestreckt werden, dass der Ellenbogen dabei an den Getränkehalter kommt. Als nächstes muss man sich in dieser eigenwilligen Stellung mit dem sehr empfindlichen Regler auseinandersetzen. Manchmal wünscht man sich, dass der Bildschirm einfach ein Touchscreen wär. Und manchmal, aber auch wirklich ganz selten, reagiert er sogar auf die zärtlichen Berührungen. Der Grund liegt darin, dass die Touchfunktion nur im Stillstand funktioniert. Tja, wieder was gelernt.

Fahrspaß sondergleichen

Aber man wird in diesem Roadster selten die Lautstärke aufdrehen oder ein Ziel im Navi eingeben, schließlich wird hiermit der Weg zum Ziel. In 7,5 Sekunden pusht sich der Mazda samt Fahrer auf 100 km/h. Dabei liegt er wie ein Brett auf der Straße und verzeiht, nicht zuletzt auch wegen dem kleinen Radstand, kaum Bodenwellen und Straßenunebenheiten.

Und auch wenn es den Damen und Herren von Mazda Österreich nicht gefallen wird: den ein oder anderen unfreiwilligen Drift musste der MX-5 RF auf dem Weg leider mitmachen. Zum Glück ist der Kleine in der Handhabung so einfach, dass er bei einem so unfreiwilligen und nicht provozierten Schwenker mit dem Heck, Natürlich kommt dabei beim Fahrer überhaupt kein Fahrspaß auf. Natürlich würde auch im normalen MX-5 dabei „kein“ Fahrspaß aufkommen.

Stellt sich die Frage, warum man den RF dem „Normalen“ vorziehen sollte. Hauptsächlich, weil der Targa seltener bleiben wird. Das macht ihn erstens jetzt schon zu etwas Speziellerem und zweitens wird sein Wert als Youngtimer in ferner Zukunft wohl über dem des Softtops liegen. Die Preise für’s Softtop starten bei 26.090 Euro (Emotion Ausstattung), der Targa mit niedrigster Ausstattung (Attraction) kostet 5.300 Euro mehr. Unser Testwagen in der Topausstattung schlägt mit 38.690 Euro zu Buche, ein vergleichbarer Normalo 2.800 Euro weniger.

Ansonsten gibt’s keine Fragen beim Kauf eines kleinen feinen Roadsters, denn es gibt nur den einen, den einzig wahren Mazda MX-5.

Fazit

Tja, manchmal ist das, worüber alle schwärmen eben doch gut. Der MX-5 hat mich nicht nur damit überrascht, dass ich darin Platz gefunden habe, sondern auch davon überzeugt, warum Petrolheads all around the world so begeistert von ihm sind. Klein, leicht, spritzig und richtig gut um Spaß zu haben. Man darf halt doch dem Mainstream folgen. Und schließlich hab ich heute ja auch ein Smartphone mehr.
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