Der Peugeot 3008 GT Line THP 165 EAT6 im Test!

Wenn ein Besuch in Vorarlberg ansteht, müssen 650 Kilometer möglichst bequem und komfortabel zurückgelegt werden. Der Peugeot 3008 ist da eine sehr gute Wahl. Doch ob ein 165 PS Benziner für die Langstrecke taugt?

Das falsche Herz am rechten Fleck?!

Wenn die Franzosen etwas können, dann Dieselmotoren bauen. Vor allem bei den Fahrzeugen von PSA konnte ich mich davon schon öfters überzeugen. Aggregat der Wahl war dabei fast ausschließlich der BlueHDi 180. Egal, ob im Traveller, 508 RXH oder 308 GT SW: 180 PS und Kraft von unten heraus sind einfach unschlagbar. Im 3008er wär das ebenfalls meine Wunschmotorisierung gewesen. Immerhin ist der Diesel auf der Autobahn zuhause. Und mit dem 180er Diesel hab ich auf den Fahrten in die Heimat nie mehr als 7-8 Liter verbraucht.

Doch ich bekam einen 3008er mit Benzinmotor. 1,6 Liter und 165 PS hören sich zwar nicht schlecht an, doch ein Diesel wäre mir für die Fahrt quer durch Österreich einfach lieber gewesen. Denn bisher musste ich mit einem Selbstzünder noch nie auf der Autobahn tanken und damit wertvolle Zeit verlieren.

Die Zweifel am 3008er waren deshalb groß. Auf dem Papier sah die Rechnung so aus: der Tank fasst 53 Liter, der Verbrauch pendelt sich etwa bei 8 Litern ein: macht eine errechnete Reichweite von 662,5 Kilometern. Wenn wir, meine Freundin und ich, in Vorarlberg ankommen, sollten 12,5 Kilometer übrig sein. Sollte ich eine böse Überraschung erleben?

Aber ich mag den 3008 doch so sehr!

Der 3008er ist das ansehnlichste und hübscheste SUV seiner Klasse. Meine Meinung. Aber auch die, von vielen Kollegen, die ihn zum Auto des Jahren 2016 wählten. Die Zweifarben-Lackierung Coupe Franche (1.500 Euro Aufpreis) mag nicht jedem gefallen, doch der Rest schon. Auch im Inneren haben sich die Designer ausgetobt. Das i-Cockpit mit handlichem Lenkrad und darüber liegendem Tacho ist fantastisch. Die Materialien sind nicht nur schön anzusehen, sie fühlen sich auch so an.

Das Armaturenbrett zieren sieben „Klaviertasten“, die das Infotainmentsystem steuern. Und dieses ist sehr intuitiv und leicht zu bedienen und auch aus dem größeren 5008er bekannt. Das lässt den Innenraum wunderbar aufgeräumt wirken. Nichts zu meckern, gibt es auch beim Rest: bequeme Sitze, angenehme Sitzposition und viel Platz. Alles in allem also très chic, das Interieur.

Trotz Umweg geschafft?

Doch zurück zum spannenden Teil: Die Tankanzeige stand nach 450 gefahrenen Kilometern auf Halbmast, als sich der Hunger bemerkbar machte. In München wurde also eingekehrt, kurzer Umweg inklusive. Und zack waren die zwölfeinhalb Kilometer Spiel weg.

Nachdem der Bordcomputer den größten Teil der Fahrt von Wien nach Bregenz 7,5 Liter Durchschnittsverbrauch anzeigte (laut Werk sollten es 6 Liter sein), kamen wir mit ungefähr 40 Litern Restbenzin im Tank an.

Ob es am sparsam eingesetzten Gasfuß oder der außerordentlich guten 6-Gang Automatik lag, die ihren kleinen Teil zum Spritsparen beitrug, ich weiß es nicht. Aber ich bin überrascht, mit einem Benziner eine so lange Strecke am Stück geschafft zu haben. Da kann er es also mit dem Diesel aufnehmen.

Wo es allerdings hapert, ist beim Beschleunigen. Dieselmotoren haben einfach von unten heraus mehr Kraft, das hat dem 3008er mit 165 Benzin-PS gefehlt. Den zweiten Minuspunkt kassiert er an der Zapfsäule. Denn auch wenn er etwa gleich viel wie ein Diesel braucht, der Liter Super kostet immer noch mehr.

Fazit:

Man kann nicht behaupten, dass im Peugeot 3008 das falsche Herz schlägt. Lange Strecken sind kein Problem und er zeigt sich durchwegs laufruhig. Der Innenraum sucht in dieser Klasse seinesgleichen und auch die Zweifarben-Lackierung ist in diesem Segment ein Unikat. Das Fahrwerk ist bestens abgestimmt und die Verarbeitung top. Die Preise für den 3008 beginnen bei 23.979 Euro, unser Testwagen kostet 44.332 Euro.