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Die BMW R 1200 GS im Test!

2017 stand ganz im Zeichen der für Motorräder neu eingeführten Abgasnorm Euro 4. Ich bat den daraufhin upgedateten Dauerbrenner BMW R 1200 GS für autofilou zum Test durchs östliche Österreich.

Mit dem Klingonenkreuzer R 1200 GS durchs Waldviertel!

Da steht es also, das meistverkaufte „große“ Motorrad der Welt. Eigentlich unglaublich, wenn man bedenkt, dass unser Test-Bike nur knapp an der 25.000 Euro Marke vorbeischrammt. Hinzu kommt, dass nahezu alle diesen Reisedampfer in Vollausstattung ordern und die komplett „Nackerten“ wie Blei in den Verkaufsräumen der Händler verharren. Also fleißig Kreuzerl setzen bei den Optionen, sonst wird der Wiederverkauf äußerst schwierig!

Die Optik ist, wie immer, Geschmackssache. Mich erinnert die ganze Fuhre jedenfalls mehr an „Battlestar Galactica“ als an ein Motorrad.

Wie es sich für einen Sternenkreuzer gehört, steckt im Rahmen des Kolosses – mit 244 Kilogramm Kampfgewicht – ein großes Herz. Der gewasserte Euro-4-Boxer hat fette 1.170 Kubik und beschleunigt die BMW R 1200 GS wie ein Rex-Gummi ab gut 2.000 Umdrehungen vorwärts. Das richtige Feuerwerk zündet der Zweizylinder ab gut 5.000 Umdrehungen. Hier ist’s vorbei mit Streicheleinheiten. Jetzt werden die G’nackwatsch’n ausgeteilt, bevor der Murl bei 9.000 Touren in den Begrenzer plärrt.

Rauf und runter immer munter

Nicht nur einmal hat’s meinen spannungslosen, vom Studium verkümmerten Körper beim beherzten Dreh am Gasgriff nach hinten gerissen. Des Schaltautomaten sei Dank, ist an Erholungsphasen auch nicht zu denken. Denn kaum ist das Drehzahlband dem Ende nah‘, werden die Gänge ohne Vortriebsverlust durchrepetiert, so dass nur nervenstarke Charaktere anschließend auf den Tacho schauen. Nur gut, dass das Runterschalten genauso eine Gaudi ist. Vor allem, weil jedem Schaltvorgang vom Zweier in den Einser, oder umgekehrt, ein Tuscher aus dem Auspuff folgt. Dem Klang hat die Euro 4-Norm also dieses eine Mal nicht geschadet.

Rain, Road, Enduro, Dynamik, …

Natürlich spielt die BMW R 1200 GS auch in Sachen Motorelektronik, samt diverser Assistenten, alle Stückerl. Rain, Road, Enduro, Dynamik und hast-du-noch-nicht-gehört, sind an Bord. Die Fahrprogramme unterscheiden sich wesentlich im Eingriff des ABS, der Traktionskontrolle sowie der Wheelie-Control. Im Road-Modus regeln die Systeme deutlich früher, aber unmerklich. Ist „Dynamik“ das Wunschprogramm der Gasannahme, so sind die Regelsysteme deutlich gelassener. Da kann es schon passieren, dass beim harten Überholen im Zweier die Front in den Himmel steigt.

Zimmer-Kuchl-Kabinett

Zusätzlich zur Motorelektronik lässt sich auch das Fahrwerk vollelektronisch adjustieren. Dynamic-ESA nennt sich das System bei BMW. Mittlerweile checkt das System auch den Beladungszustand der Maschine automatisch. Geht man beispielsweise mit der Holden am Sozius samt Zimmer-Kuchl-Kabinett auf Weltreise, wird automatisch die Federvorspannung daran angepasst. Zusätzlich kann man noch zwischen „Road“ oder Dynamik“ mittels Knopferl am linken Lenkerende switchen.

Da schwitzen die „Gebückten“

Es ist wirklich arg wie flink die Freiheitsfuhre durch die Kurven wedelt. Da kommen selbst die Gebückten ordentlich ins Schwitzen, wenn du plötzlich mit der R 1200 GS im Rückspiegel auftauchst. Vor allem weil der Boxer, aus engen Kurven heraus, nicht zu biegen ist. Deshalb, besser möglichst unauffällig das Feld räumen, bevor der GS-Treiber im feinen Gore-Tex erhobenen Hauptes vorbeiraucht.

Fazit

Ich ziehe den Helm vor dieser Perfektion der Bayerin. Es gibt nichts was die BMW R 1200 GS nicht beherrscht. Die Sitzposition ist, sowie auch die Abstände zu Lenker, Knopferl und allen anderen Bedienelementen, perfekt. Nicht umsonst schwören so viele Weitreisende auf dieses Welteisen. Wer allerdings, so wie ich, nicht über ein derart kräftiges Börserl verfügt, muss auf verbotene Weise GS-Besitzer werden. Der Aufstieg in die Top Ten internationaler Fahndungslisten ist einem dann sicher. Frei nach dem Motto: „Catch me if you can“, was definitiv kein Leichtes sein wird.
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