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Das berühmte London Cab LEVC TX im 1. Test!

Jetzt gibt es das berühmte London Black Cab also auch bei uns. Grünzweig Automobile, ein Volvo-, KIA- und Isuzu-Händler aus Wr. Neudorf bei Wien, bietet den LEVC TX ab sofort in Österreich an. Wir haben uns eine erste Probefahrt mit dem unfassbar durchdachten, britischen Taxi nicht nehmen lassen.

LEVC TX: Taxi zum Quadrat!

Wäre jedes Fahrzeug so unfassbar detailliert auf seinen Nutzen zugeschnitten – wie dieses berühmte London Taxi – dann würden unsere Fahrzeuge heute wohl gänzlich anders aussehen.

Fast schon pummelig rollt der LEVC TX ab sofort auch durch unsere Straßen. Aber nur so sind die zahlreichen ausgeklügelten Details möglich, die dieses britische Gefährt mit sich bringt. Aber dazu später mehr. Machen wir …

… einen kurzen Ausflug zur Geschichte.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt die „The London Taxi Company“ (LTC), wie die „London Electric Vehicle Company“ (LEVC) vor 2017 hieß, vorrangig Fahrzeuge für den Mehrpersonen-Transport. Doch um die Jahrtausendwende stand es um das Traditionsunternehmen aus Coventry (2h nordwestl. von London) nicht gut und so stieg 2006 Geely mit 20 Prozent ein, bevor sie Mitte 2013 endgültig zuschlugen. Und so, wie der chinesische Hersteller bereits Volvo auf die Beine half, so scheint dies auch mit LTC bzw. LEVC zu gelingen. Denn …

… so durchdacht war selten ein Auto!

Schon beim Einsteigen fängt das Durchdachtsein an. Die gegenläufig öffnenden Fahrgasttüren erleichtern den Einstieg ungemein. Wogleich auch Schiebetüren einen schlankeren Fuß machen würden als diese ewig langen Gehsteigblockierer. Dafür ist aber die Öffnung mit 84,2 Zentimeter an der rechten Seite so breit, dass selbst eine Europalette leicht hineinpassen würde (Anm. Ja, es gibt ihn auch als Lieferwagen, genannt LEVC VN5 und dann auch mit Schiebetüren). Noch viel offensichtlicher wird der eigentliche Verwendungszweck des breiten Einstieges beim LEVC TX aber, wenn die Rollstuhlrampe ganz einfach aus dem Fahrzeugboden herausgezogen wird. Dann erfreuen sich Rolli-Fahrer über eine Auffahrschräge von niedrigen 15 Grad. Und wer sich trotz der riesigen Lücke nicht genügend verrenken kann, der bekommt einfach einen der beiden äußeren Sitze nach außen geschwenkt, nimmt dort Platz und wird wieder in den TX hineingeschwenkt. Einfach genial!

Freude bereitete bei der ersten Testfahrt auch die Gegensprechanlage. Weil zwischen Fahrer und Passagieren eine Plexiglasscheibe nicht unbedingt für Verständlichkeit sorgt, ist eine Gegensprechanlage (Mikrofon und Lautsprecher) mit an Bord. Dabei ist es selbst auf der Autobahn nicht unerträglich laut, höchstens eine Spur zu hart, im 4,86 Meter langen, 1,95 Meter breiten und 1,88 Meter hohen Van. Mitunter auch, weil der Verbrenner durch mehr oder weniger zwei Spritzwände von den Passagieren getrennt ist. Das bringt mich sogleich …

… zum besonderen Antrieb LEVC TX.

Denn der Motor, der im LEVC TX ausschließlich als Range-Extender agiert, sitzt unter der Motorhaube. Der 1,477 Liter kleine Dreizylinder-Benziner leistet 91 PS und arbeitet im optimalen Betriebsbereich rein als Generator. Er versorgt die im Fahrzeugboden verbaute Lithium-Ionen-Batterie, die eine Brutto-Kapazität von 31 kWh hat. Davon sind jedoch nur 24,2 kWh nutzbar, weshalb sich die daraus resultierende Batterie-Reichweite auf 101 km (nach WLTP) beschränkt. Dank seriellem Hybridantrieb bleibt der 2,2-Tonner danach aber nicht liegen, sondern schafft bis zu 510 Kilometer Reichweite. Der Vortrieb passiert dabei stets über die 150 PS starke E-Maschine an der Hinterachse. Sie liefert 250 Nm maximales Drehmoment und beschleunigt den Koloss in müden 13,2 Sekunden auf Tempo 100 und weiter bis maximal 128 km/h. Der Verbrauch ist mit 0,9 l/100 km respektive 23,4 kWh/100 km angegeben. Wer den Akku über den Range-Extender lädt, der kommt auf 8,8 l/100 km.

Der LEVC TX hat deshalb einen weiteren Clou: man kann ihn anstecken und das gleich auf mehr Arten als alle anderen Plug-in-Hybriden. Denn das Taxi hat nicht nur einen CCS-Anschluss an der Front (für 11 kW AC & 50 kW DC), sondern gleich auch einen für CHAdeMo-Stecker (ebenfalls 50 kW DC). Und wer es überhaupt auf die Spitze treiben möchte, der holt sich für rund 1.150 Euro (brutto) sogar die Möglichkeit mit 22 kW zu Laden. Für den Taxi-Einsatz mit kurzen Standzeiten ein Muss.

Der Fahrer …

… jedoch leidet. Vor allem großgewachsene Lenker wünschten sich etwas mehr Platz. An Komfort mangelt es dennoch nicht. Zwar ist auch in der höchsten von zwei Ausstattungsvarianten (ICON & VISTA) nur ein Kunststoff-Lenkrad an Bord, aber dieses lässt sich zumindest in der Höhe und Tiefe manuell verstellen. Dafür gibt’s eine Sitzheizung, elektrische Sitzverstellung und auch eine Klimaautomatik. Aber alles nur in einfacher Ausführung für den Fahrer, denn einen Beifahrersitz gibt es nicht. Hier wurde Platz geschaffen für Gepäck oder ähnliches, denn den Kofferraum haben schon das Reserverad und die Ladekabel für sich eingenommen.

Fazit & Preise

Was bleibt ist ein Eindruck, der Seinesgleichen sucht. Selten war ein Fahrzeug so auf seinen Anwendungszweck ausgelegt, wie das LEVC TX. Eindruck machen auch die (noch nicht offiziell bekanntgegebenen) Preise. Netto startet der LEVC TX ICON bei 61.423 Euro, der LEVC TX VISTA bei 63.289 Euro. Ein Glück, dass bei diesen großen Summen das Service nur alle 40.000 Kilometer bzw. 12 Monate fällig ist. Und ja, es gibt ihn auch in Taxi-Beige 😉

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