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Mazda MX-5: Endlich heißt schalten wieder abschalten!

Wäre die Automobilwelt eine riesige Schulklasse, wäre der Mazda MX-5 eindeutig weder Quarterback noch Streber, sondern der Poser, der im Schulhof lässig an der Wand lehnt. Dennoch oder auch gerade deshalb ist es das Spaßmobil des Sommers. Ein Rendezvous, durchgeführt von Sarah Wetzlmayr.

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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
 
Der neue Mazda MX-5 übt nicht nur eine generelle Anziehungskraft auf Menschen aus, er ist auch ein Auto, das man sich gefühlsmäßig anziehen kann. Und das soll keineswegs als auf seine (geringe) Größe reduziert verstanden werden, denn obwohl der neue Mazda MX-5 gegenüber des Vorgängermodells sogar noch um 10 Zentimeter geschrumpft ist, dürfte sich auch der gelegentliche Klaustrophobiker darin nicht wie in einer Legebatterie fühlen.
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
 
Sollte das doch einmal vorkommen, kuriert das ausnahmsweise tatsächlich der Rausch (der Fahrt) vollkommen aus. Doch zurück zu den Anziehungen: Der kleine, leichte Roadster agiert wie eine Verlängerung von einem selbst. Zwar nicht wie die des eigenen Gehirns, wie es „Kitt“ aus „Knight Rider“ Folge für Folge auf die Reihe bringt, aber wie die des eigenen Körpers. Denn das geschmeidige, kleine Auto lässt sich so präzise steuern und manövrieren, dass man sich der totalen Fusion von Mensch und Maschine schon sehr nahe fühlt.
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
 
Den Ellbogen lässig abgestützt lässt sich auch das Sechsgang-Schaltgetriebe nicht nur einfach, sondern auch sehr exakt bedienen. „Klack, klack, klack“ – so funktioniert im Mazda MX-5 die Tonleiter des Fahrspaßes. Das flinke Cabrio ist ein Auto, in dem Schalten irgendwie immer auch Abschalten bedeutet.
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
 
Der Mazda MX-5 ist die Traumversion eines Topmodels – trotz seiner herausstechenden Optik und seines geringen Gewichts (1.015 kg inkl. Fahrer) fehlt es ihm an nichts. Und auch man selbst braucht nicht zu befürchten, dass man während des Fahrens sein Gehirn irgendwo auf der Straße verliert. Denn da unser Testmodell knackige 160 PS hat, scheinbar jede Kurve in Gokart-Manier nimmt und sein Spruch durchaus Aufmerksamkeit erregend ist (wenn auch nicht zu penetrant), lädt er dazu ein Grenzen auszuloten. Doch seine grundlegende Gutmütigkeit erstickt wohl fast jeden Gedanken daran einfach so über sie hinwegzufegen wieder im Keim.
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
 
Von 0 auf 100 in 7,3 Sekunden klingt auch nicht nach der unvernünftigsten Sache der Welt – aber es geht beim MX-5 auch nicht um Leichtsinn oder Geschwindigkeit – es geht um Fahrspaß und davon hat er, trotz, oder besser gesagt gerade wegen, seines geringen Gewichts mächtig viel im Gepäck.
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
 
Das kleine Wörtchen „Leichtsinn“ scheint nämlich nur die passende Bezeichnung für das knallig rote Cabrio zu sein, denn wenn man es mal ganz nüchtern betrachtet und der erste MX-5-Rausch mal abgeklungen ist, ist dieses Auto schon irgendwie die in Stahl gegossene Version eines Posers.
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
 
Sogenanntes „Joie de Vivre“, Leichtigkeit des Seins mit einer Prise Dekadenz und Hedonismus möchte das Auto vermitteln. Gepaart mit dem für manche vielleicht provozierend wirkenden Rot und dem Kärntner Kennzeichen des Testfahrzeugs, kroch – vor allem während der Stoßzeiten des Wiener Stadtverkehrs – in der Testfahrerin der Wunsch hoch, nicht nur eine weiße Fahne rauszuhalten, sondern auch eine auf der steht: „Ich bin weder Kärntnerin, noch hat mir mein Papa dieses Auto zur Matura geschenkt. Und auch nicht beides zusammen.“ Dabei wollte sie eigentlich voll und ganz zu dieser kurzen Sommer-Liaison stehen – verzwickte Situation also.
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
 
Obwohl er optisch durchaus dort oben mitschwimmt, fährt der MX-5, mit seinem Startpreis von 32.690 Euro in der 160-PS-Ausführung gar nicht in der Oberklasse der Cabrios mit. Er weiß sich nur richtig in Szene zu setzen, und das sorgt nicht nur für Szenenapplaus, sondern auch für neidische Blicke und Gehupe.
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
 
Das manuell zu bedienende Faltdach scheint außerdem ein weiteres Bekenntnis dazu zu sein, dass man irgendwie doch auf dem Boden geblieben ist. Auch sonst kommt der MX-5 im Innenraum ohne viel Schnick-Schnack und Knöpfchen aus. Alles ist überschaubar und praktisch wie charmant arrangiert. Weiteres großes Plus des manuell aufschiebbaren Daches: Es geht schnell – zack – und offen! Die Impulsivität des MX-5-Fahrens tritt auch hier eindeutig auf den Schirm.
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
 
Wie man sich ohne große Umschweife schon denken kann, ist der Mazda MX-5 kein Raumwunder. Der Kofferraum, der mehr einem „Kofferloch“ ähnelt, fasst nur 130 Liter. Umso mehr Tiefe und Platz schafft sich der Sound, der ziemlich fett aus der Bose-Soundanlage dröhnt. Auch hier kommt man mit einem gewissen Minimalismus aus – die Klangwellen dringen, dank ihrer Positionierung direkt in den Kopfstützen der Sitze, ohne große Umwege an die Ohren.

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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
 
Obwohl es bei der Bewertung des MX-5 insgesamt für ein Plus mit Sternchen reicht – streift er zwei klitzekleine Minuspunkte ein: Wer sich so elegant und geschmeidig aus dem Auto hinaus bewegen kann, wie sich das Auto selbst bewegt, der sollte sein Wissen unbedingt weitergeben. So viel zum Aussteigen. Zweiteres betrifft das Rückwärtsfahren, das sich bei geschlossenem Verdeck als eine Art „Blinde Kuh“ oder „Topfklopfen“ präsentiert.
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
 
Beide genannten Minuspunkte sind jedoch eher der allgemeinen Klasse „Cabriolet“ zuzuschreiben, weswegen sie die Gesamtbeurteilung des Mazda MX-5 als das Spaßmobil des Sommers nicht wirklich trüben können. Ob mit oder ohne Kärntner Kennzeichen am Wiener Ring.
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at

Daten Testwagen | 2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Basispreis: 32.690 Euro | Testwagenpreis: 33.390 Euro | Motor: 4-Zylinder-Benziner | Hubraum: 1.998 cm³ | Bohrung x Hub: 83,5 x 91,2 mm | Verdichtung: 13:1 | Leistung: 118 kW/160 PS bei 6.000 1/min | Drehmoment: 200 Nm bei 4.600 1/min | Getriebe: Sechsgang manuell | Antrieb: Heck | Beschleunigung (0–100 km/h): 7,3 s | Höchstgeschwindigkeit: 214 km/h | Normverbrauch: 6,6 l/100 km kombiniert | CO2-Emission: 154 g/km | Abgasnorm: Euro 6 | Testverbrauch: 7,1 l/100 km | Tankinhalt: 45 l | Gesamtlänge/-breite/-höhe: 3.915/1.735/1.225 mm | Kofferraumvolumen: 130 l | Leergewicht: 1.015 kg | zul. Gesamtgewicht: 1.260 kg | Wendekreis: 10,4 m

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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Mazda MX-5 Revolution G160 | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at

Vielen Dank an Gastschreiberin Sarah Wetzlmayr für dieses erneut hervorragend ausgeführte Rendezvous!