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Der Nissan Juke DIG-T 117 DCT Tekna im Test!

Nissan hat als kleine Marke weniger Präsenz in der Berichterstattung als die Big Player. Vielleicht versuchen die Japaner deshalb mit einem ganz eigenen Design auf sich aufmerksam zu machen. So wie mit dem neuen Nissan Juke!

Alles bleibt besser, oder so: Der Nissan Juke

Das ist sie also, die zweite Generation des kleinen Crossover SUV von Nissan – der Juke. Das Design war beim Vorgänger schon ein großes Thema und sorgte in der Regel für eine von zwei Reaktionen – „wos is des?“ oder „der sieht doch ganz schick aus“. Das ist beim Nachfolger nicht anders. Ich persönlich finde das Design sehr gelungen und habe mich auch schon dabei erwischt dem Auto beim Weggehen einen kurzen Blick zuzuwerfen, nachdem ich es abgestellt habe. Wenn man sich z.B. die Front und vor allem die Scheinwerfer anschaut, könnte man fast meinen, dass der neue Juke dem letzten Star Wars-Film entsprungen ist.

Ich dachte eigentlich es gibt keine schlechten Automatikgetriebe mehr

Der ein Liter große, Turbo-aufgeladene Dreizylinder Benziner leistet 117 PS und ist die einzige Motorisierung, die Nissan für das kleine SUV anbietet. In meinen Augen reicht der Motor für die Stadt absolut aus, er bietet jedoch auch gerade noch genug Dampf, um auf einer Landstraße seinen inneren Rennfahrer herauszulassen. Dann zwar eher nach dem Motto „lieber ein langsames Auto schnell fahren, als ein schnelles Auto langsam fahren“ aber Freude bereitet es dennoch. Das 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe schaltet beim Anfahren ungefähr so gut an wie ein Fahrschüler der mit drei Promille zu seiner ersten Fahrstunde erscheint und das gilt ganz besonders beim Anfahren im Rückwärtsgang. Dazu kommt auch noch, dass im langsamen Stop-and-Go Verkehr der zweite Gang bei ca. 16 km/h mit so einer Vehemenz eingelegt wird, dass man nach einer Stunde im Stau am besten einen Chiropraktiker aufsuchen sollte. Aber nicht alles am Getriebe meines Testwagens war so ernüchternd: Es reagiert schnell auf Befehle über die Schaltwippen und schaltet dann auch ohne lange Nachdenkpausen in den gewünschten Gang. Die Automatik ist okay, mehr aber leider nicht. Das gute alte 6-Gang-Schaltgetriebe ist eine Überlegung wert.

Ansonsten kann man über Nissan Juke kaum ein schlechtes Wort verlieren. Die Lenkung ist knackig, so wie das Fahrgefühl auch. Das weckt Erinnerungen an den Juke Nismo RS, den wir euch schon vor fünf Jahren vorstellen durften. Damals war das Untersteuern und die schlechte Traktion bei nassem Untergrund ein heikles Thema. Sieht so aus, als hätte sich das leider nicht geändert.

Episode 5 – Das Getriebe schlägt zurück

Der Innenraum fühlt sich im Großen und Ganzen recht wertig und gut verarbeitet an. Vor allem das Lenkrad ist optisch sehr gut gelungen und liegt super in der Hand. Ein negativer Punkt kommt auch hier wieder vom Automatikgetriebe. Der Gangwahlhebel hat beim Wechseln der Fahrstufe so einen geringen Widerstand, dass es mir nicht nur einmal passiert ist, anstatt im Rückwärtsgang zu landen, auf „P“ gekommen zu sein.
Das Infotainment System ist logisch und intuitiv aufgebaut und man findet sich auch ganz gut zurecht, zudem bietet es die Möglichkeit sein eigenes Smartphone per USB Schnittstelle an Android Auto oder Apple CarPlay zu koppeln. Und wie der Test zeigt, funktioniert es auf alles Fälle perfekt mit Android Auto. Durch das schöne Lenkrad kann man dann auch einen Blick auf das Kombiinstrument werfen, welches viele Einstellungsmöglichkeiten und Features bietet. Eines davon ist die Verkehrsschilderkennung, bei der ich dazu tendierte sie zu deaktivieren.  Denn sobald man nur 3 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit fährt, fängt sie wild an zu blinken.

Der Juke ist kein Joke

Mein Juke kommt mit einigen netten Assistenzsystemen daher. Unter anderem bietet er einen Abstandstempomaten mit Lenkassistent, Parksensoren vorne und hinten und auch eine 360 Grad Kamera an. Tempomat und Lankassistent funktionieren hervorragend und erleichtern einem die Arbeit als Fahrer sehr. Das womöglich beste Helferlein ist die Rückfahrkamera. Die ist auch dringend nötig, wenn man sehen möchte, was sich hinter seinem Juke abspielt, weil die Heckscheibe so klein und hoch ist, dass man kaum etwas sieht. Der Nissan Juke kann so mit Technik punkten, die ihm viele nicht ansehen würden und ihn mehr als Joke ansehen.

Der Preis

Der Einstiegspreis liegt bei 19.180 Euro, mein Testwagen fuhr in der zweitbesten Ausstattungsvariante Tekna und beginnt bei 26.900. Mit dem Doppelkupplungsgetriebe und der Lackierung in Vivid Blue (505 Euro Aufpreis) kommt er so auf einen Preis von 29.946 Euro. Der Renault Captur, der auf derselben Basis steht, beginnt bei 19.240 Euro und kostet somit fast gleich viel.

Fazit

Der neue Nissan Juke DIG-T 117 DCT bringt wieder frischen Wind in seine Klasse. Er ist nicht perfekt aber solange man vom Automatikgetriebe fernbleibt, macht man mit diesem Crossover SUV auf jeden Fall nichts falsch.

Der Artikel zum Nissan Juke wurde von unserem Gastautor Pascal Radu geschrieben und bebildert. Mehr von ihm findet ihr hier: karazu.media

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