Nissan Micra N-Connecta 0.9 IG-T im Test!

10 Tage habe ich mit dem 90 PS starken und im Vergleich zum Vorgänger komplett überarbeiteten Nissan Micra verbracht. Und am Ende stellt sich nun die Frage: Bietet der Micra genug Auto fürs Geld?

So viel Auto bietet der Nissan Micra!

Der Micra hat mit seinen vier Metern die nächste Fahrzeugklasse erreicht und ist jetzt ein typischer Kleinwagen. Während die erste Reihe ausreichend Platz hat, wird es auf der Rückbank schnell mal eng. Der Kofferraum bietet, mit 300 bis 1.004 Litern, einen diesem Segment entsprechenden Stauraum (VW Polo: 351 l, Kia Rio: 325 l). Gerade in der Stadt ist die Kombination von Ladevolumen mit knappen Abmessungen sehr willkommen. In fast jeden freien Parkplatz passt der kleine Micra hinein.

Infotainment + Elektronik

Mein vollausgestatteter Nissan zeigt sich beim Infotainment von seiner besten Seite. Das Handy ist schnell gefunden und verbunden. Die Steuerung über die beiden Drehregler ist leicht zu verstehen und funktioniert zügig. Die Bedienung über das Lenkrad kennen wir bereits von anderen Modellen – sie funktioniert problemlos.

Was den Sound angeht probiert Nissan im Micra etwas Neues. Die Musikqualität der Bose-Anlage kann zwar nicht mit den Anlagen aus dem Premiumsegment mithalten, dafür wurden zwei zusätzliche Lautsprecher in der Kopfstütze des Fahrers verbaut. Das sorgt für ein bisher nicht gekanntes Raumgefühl beim Musikhören. Auch mit diversen Helferlein, wie einem Toter-Winkel-Assistenten oder einer Rückfahrkamera punktet der kleine Japaner.

Komfort

Was den Komfort angeht, bieten die meisten Kleinwagen nicht übermäßig viel. Der Nissan Micra bemüht sich dennoch den Fahrgästen eine angenehme Fahrt zu bescheren. Das Gestühl ist weder zu hart, noch zu weich und bietet Seitenhalt. Die Stoßdämpfer lassen Querrillen spürbar durch, und der kurze Radstand lässt den Micra manchmal etwas unruhig wirken. Dafür sorgt die Dämmung auch bei höheren Geschwindigkeiten für einen niedrigen Geräuschpegel im Fahrzeug.

Drei Seidln und schon ein Motor.

Motor

Leider hinterlässt der 0,9 Liter Dreizylinder des Micra bei mir einen fahlen Beigeschmack. Wenn seine 90 PS über das manuelle 5-Gang-Getriebe an die Vorderräder geleitet werden, passiert erst einmal recht wenig – sein Turboloch ist Schuld. Ist die Kraft da, hängt er quirlig, aber nicht übermäßig kräftig am Gas und sorgt für eine 12,1 Sekunden lang dauernde Beschleunigung von 0 auf 100 km/h. Von den angegebenen 5,1 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer (mit 17-Zoll-Rädern und ohne Start-Stopp-Automatik) ist man etwa 1,5 Liter entfernt.

Ist das also genug?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich die Preise näher ansehen. Der Micra beginnt bei zurückhaltenden 11.990 Euro. Wer aber mehr Power und unsere opulente Ausstattung haben möchte, muss mindestens 18.359 Euro hinlegen. Eine Start-Stopp-Automatik kostet 185 Euro extra, Voll-LED-Scheinwerfer 492 und eine Metallic-Lackierung nochmal 501 Euro.

Fazit

Mir hat der Micra in Punkto Bedienung und Fahrverhalten sehr gut gefallen. Das Bose Personal Soundsystem legt noch mal eine Scheibe drauf. Mein Problem mit dem Nissan Micra ist der Motor. Denn egal, ob man 15.000 oder 20.000 Euro in den Micra investiert, für dieses Geld findet man anderswo überzeugendere Antriebe. Oder man greift einfach zum 90 PS Diesel, den Raphael schon testen durfte und der sich im Vergleich nach mehr anfühlt.