So viel wissen wir bereits über den smart #2!
Noch bevor der fertige smart #2 Mitte Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon Weltpremiere feiert, durfte Filou Raphael bereits Platz nehmen. Ein erster Kontakt mit dem smart Concept #2 in Rom.smart #2: Endlich zurück zu den Wurzeln!
„Es hat Zeit gebraucht“, sagen die smart‑Verantwortlichen – Zeit, um wieder einen „echten“ smart zu bauen. Als 2022 zunächst der #1 und später #3 und #5 vorgestellt wurden, war die Kritik groß: „zu groß, nicht mehr typisch smart“, schallte es aus allen Richtungen. Diese Zeit war jedoch nötig – für bessere Batterietechnik und die Entwicklung der neuen Plattform ECA (Electric Compact Architecture) samt Mehrlenker-Hinterachse. Viele Entwickler sind seit Jahrzehnten an Bord und wissen, was smartisti erwarten. Entsprechend dürfen wir uns beim smart #2 – dem künftigen Nachfolger des fortwo – auf einen konsequent optimierten Kleinstwagen freuen.

Und klein trifft es wirklich: Während Konkurrenten wie der FIAT 500e, Renault Twingo oder MINI Cooper Electric zwischen 3,6 und 4,0 Meter messen, kommt der #2 auf nur 2,79 Meter Länge.
Ein kurzer Blick zurück:
• 1. Generation (1998–2007): 2,5 m
• 2. Generation (2007–2015): 2,695 m
• 3. Generation (2014–2024): 2,695 m
Zuletzt gab es den fortwo ausschließlich elektrisch. Mit 17,6‑kWh‑Batterie blieb die Reichweite jedoch begrenzt – ein vollwertiges Elektroauto war er damit nie. Das soll sich 2027 ändern: Dann rollt der smart #2 mit 35,7 kWh und rund 300 Kilometern WLTP‑Reichweite an den Start. 10 bis 80 Prozent sollen in unter 20 Minuten geladen sein (≈100 kW DC). AC‑Laden erfolgt mit maximal 11 kW, der Ladeanschluss sitzt vermutlich hinten links.
Der Wendekreis des Hecktrieblers fällt mit 6,95 Metern extrem klein aus. Zum Vergleich: Ein FIAT 500e benötigt 9,7 Meter, selbst der kürzere Topolino noch 7,2 Meter. Der Radstand beträgt 1,875 Meter – fast schon ungewöhnlich kompakt. Die Plattform ließe sich zwar auf Radstände von bis zu 2,5 Meter strecken, doch ein #4 ist unwahrscheinlich (die „4“ gilt in China als größte Unglückszahl). Perspektivisch denkbar: ein #2+2. Ein Fehler der Vergangenheit soll sich dabei nicht wiederholen: mehr Sitzplätze ohne größere Batterie. Aktuell fokussiert man sich jedoch voll auf den Zweisitzer. Ein Cabrio und ein BRABUS‑Ableger sind jedenfalls denkbar. Produziert wird in einem neuen Werk in Jinan vier Autostunden südlich von Peking.
Zum Kofferraum gibt es noch keine endgültigen Zahlen, doch rund 260 VDA‑Liter erscheinen realistisch – genug für zwei oder mehr Getränkekisten. Unklar bleibt, ob die typische zweiteilige Heckklappe zurückkehrt. Auch auf einen Frunk dürfen wir noch hoffen.
Interieur: minimalistisch und überraschend komfortabel
Fotos sind rar, Eindrücke dagegen vorhanden: Das Armaturenbrett ist S‑förmig geschwungen und stärker fahrerorientiert. Auf der Beifahrerseite sitzt oben der Airbag, darunter ein per Schlaufe zu öffnendes Handschuhfach. Dazu kommen bekannte smart‑Bedienelemente am Lenkrad und den Lenkstockhebeln und vier runde Lüftungsdüsen. Unterhalb des Infotainment-Screens befindet sich eine neigbare Ladeschale für zwei Smartphones.

Statt klassischer Einzelsitze gibt es eine durchgehende Sitzbank – praktisch, wenn man zur freien Türseite rutschen muss. Ein Dreisitzer ist dennoch nicht geplant, unter anderem aus Gewichtsgründen. Schade.
Bedienelemente wie Fensterheber und Türverriegelung wandern zentral zwischen Fahrer und Beifahrer. Eine ISOFIX‑Halterung am Beifahrersitz wurde mir bereits zugesichert. Die Sitze sind vollelektrisch verstellbar, inklusive Funktionen wie Belüftung und Massage – so zumindest deutet es der freistehende, zum Fahrer geneigte Infotainment‑Screen an. Der misst rund 12 Zoll in der Diagonale und vorm Lenkrad sitzt ein etwa 9–10 Zoll großes Fahrerdisplay. Die darauf angezeigten 240 Kilometer Restreichweite bei 80 Prozent passen gut zur 300‑km‑Prognose.



Fazit
Viel Technik, viel Komfort – das dürfte seinen Preis haben: über 30.000 Euro sind meiner Meinung nach realistisch. Für die Basisversion peilt smart allerdings rund 20.000 Euro an.
Die Serienversion debütiert im Oktober 2026 in Paris. Entscheidend wird sein, wie viel vom Concept bleibt. Klar ist schon jetzt: Die Chancen stehen gut – nicht zuletzt dank vieler erfahrener smart‑Ingenieure, die an diesem Projekt arbeiten.
