Volvo V60: Die 2. Generation im 1. Test!

Unter dem Motto „Keep it simple“ legt Volvo den beliebten V60 nach sieben Jahren völlig neu auf. Schwedisch aufgeräumt, auf gut Deutsch. Der Mittelklasse-Kombi mit Premiumanspruch soll seinen direkten Vorgänger in jeglichen Belangen übertrumpfen. Mehr Platz, Komfort und Technik, bei gleichzeitig verringertem Verbrauch und auch Wendekreis. Filou Raphael durfte in Spanien bereits Platz nehmen.

Volvo V60: Keep it simple

Wer meint sie nicht zu kennen, die zumeist negativen Aspekte dieser oder jener (Auto)marke? Wir haben doch allesamt Vorurteile gewissen Marken und deren Modellen gegenüber. Bei den einen passt uns die Qualität im Innenraum nicht, die anderen werden wiederum nur von Machos bewegt, … doch bei Volvo, da sind wir – oder zumindest ich – im Reinen. Fehltritte leisteten sich die Schweden in den letzten Jahrzehnten scheinbar keine. Selbst optische Ausreißer sucht man vergebens.

Das Design funktioniert!

Sicher waren die kantigen „Boxen“ auf vier Rädern immer. Mit Start der neuen Designsprache (2015 beim XC90) erwecken sie zusätzlich durch schickes Aussehen Begehrlichkeit. Und ab September dann endlich auch bei den Mittelklasse-Kombis mit Premiumanspruch. Als nahezu letzter der Modellpalette bekommt dann nämlich der V60 die aktuelle „Corporate Identity“ der Marke verpasst (Die S60 genannte Limousine folgt im Frühjahr 2019). Sieben Jahre lang bewies sich der V60 der ersten Generation am Markt.

Das neue Design streckt den Feschak nicht nur optisch – im Vergleich zum Vorgänger wächst er um satte 13 Zentimeter. So kommt es, dass Volvo stolz proklamiert, im Fond des V60 die beste Beinfreit seiner Klasse zu bieten. Tatsächlich können zwei 1-Meter-90 große Personen gut hintereinander Platz nehmen. Selbst die Kopffreiheit auf der Rückbank ist, auch mit Panoramaglasdach, ausreichend. Das Glasschiebedach entspricht übrigens eins zu eins dem des großen Bruders V90! Das Kofferraumvolumen kommt nicht ganz hin: 529 Liter beim V60 zu 560 Liter beim V90.

2018 2019 Volvo V60 test drive review D4 T6 wagon station

Die Antriebe ebenso!

Wie seine Kollegen XC60, XC90 und V90, wird auch der V60 ausschließlich mit Vierzylinder-Motoren angeboten werden. Zur Einführung im September stehen drei Aggregate zur Wahl: zwei Diesel, D3 und D4 genannt, sowie der starke T6-Benziner. Zwei Hybrid-Motorisierungen mit 340 respektive 390 PS Systemleistung folgen.

Den V60 D4 und T6 AWD durfte ich in Katalonien bereits ausfahren. Auffallend dabei: Während der 190 PS starke Selbstzünder unter Last angestrengter klingt als sein 310 PS starker Freund Otto, ist der D4 beim Dahingleiten deutlich ruhiger als der T6. Dafür hat letzterer dank Allrad-Antrieb auch mehr Grip als Freund Diesel. Der und der 150 PS starke D3 werden erst mit Ende 2018 vierradgetrieben angeboten werden.

Eine Gedenksekunde nimmt sich sowohl der D4 als auch der T6 beim abrupten Tritt aufs Gaspedal – zumindest in Kombination mit der Achtgang-Automatik. Unter den Medienvertretern wird bereits gemunkelt, dass dies ein Resultat des neuen RDE-Zyklus sein soll. Alle angebotenen Aggregate erfühlen nämlich bereits jetzt die erst ab Herbst 2019 vorgeschriebene Abgasnorm Euro 6d-TEMP – sehr löblich, Volvo.

Die Verbräuche der Bordcomputer wiesen knapp unter zehn Liter auf 100 Kilometer beim Diesel und knapp darüber beim Benziner aus – sportliche Fahrweise und katalonisches Gebirge inklusive.

2018 2019 Volvo V60 test drive review D4 T6 wagon station

Weiteres Detail am Rande: Der Wendekreisdurchmesser konnte im Vergleich zum Vorgänger um einen Meter auf 11 Meter verringert werden.

Viel Sicherheit serienmäßig an Bord!

In zwei Ausstattungsniveaus wird der V60 vorerst angeboten: „Momentum“ mit dem Fokus auf Funktionalität sowie die luxuriösere Version „Inscription“. Beiden gemein ist ein umfangreiches Sicherheitsangebot. Die Serienausstattung umfasst so zum Beispiel nicht nur eine Verkehrszeichenerkennung oder aktiven Spurhalteassistenten, sondern ebenso einen Notbremsassistenten mit Lenkunterstützung bei Ausweichmanövern, einen Kreuzungsbrems- und auch Kollisionsvermeidungsassistent für Fahrzeuge, Fahrradfahrer, Fußgänger oder Wildtiere. Mir bleibt nur unverstanden, warum ausgerechnet der Tote-Winkel-Assistent Aufpreis kostet…

Fazit & Preis

Der neue Volvo V60 weckt Begehrlichkeit. Nicht bloß von der umfangreichen Sicherheitsausstattung her – die zweite Generation scheint ein fahraktives, komfortables und gut ausgestattetes Auto zu sein. Ob ich dennoch den einen oder anderen Haken finde, muss ein Intensivtest gegen Ende des Jahres zeigen. Die Preise jedenfalls schrecken mich nicht: Los geht’s mit dem 150 PS starken Diesel und Sechsgang-Handschaltung bei 42.185 Euro. Der 190 PS starke D4 mit Achtgang-Automatik startet bei 46.316 Euro und der T6 mit Achtgang-Automatik und Allrad-Antrieb bei 55.500 Euro. Bereits im Juli sollen erste Fahrzeuge in die Schauräume der Händler rollen, Kundenauslieferungen starten mit September. Gebaut wird der V60, wie auch der XC40, im belgischen Gent.