Volvo V90 Cross Country Volvo Ocean Race D4 AWD Geartronic: Das Sondermodell im Test

„Das ist ein wirklich ganz tolles Auto. Mit dem werden Sie viel Freude haben“. Mit diesen Sätzen übergab mir der freundliche Verkäufer den Schlüssel zum Volvo V90 Cross Country Volvo Ocean Race. Ob ich wirklich Freude mit dem großen Schweden hatte?

Kann der V90 CC Volvo Ocean Race D4 AWD auch schwimmen?

Gleich vorweg: ich hatte meine Freude damit. Große Freude. Die hab ich hinter dem Steuer von Volvos immer. Und wenn sich um einen herum der schönste gerade auf dem Markt erhältliche Kombi befindet… dann ist Weihnachten und Geburtstag an einem Tag.

In unserem Fall handelt es sich hier um den V90 in Offroadtrim, also als Cross Country. Dem nicht genug, fährt der zusätzlich noch in der Volvo Ocean Race-Version vor. Die Plastikbeplankung erstrahlt in hellem Grau, statt in robustem Schwarz und orange Zierstreifen sind rund ums Auto zu finden. Abgerundet wird das alles durch das „Inscription Crystal-Weiß Perleffekt“ Lackkleid.

Ihr werdet euch jetzt fragen:  „Schön und gut, aber was hat es mit diesem Volvo Ocean Race auf sich“?

Volvo ist seit 2001 Titelsponsor jener Segelregatta, die einmal um die ganze Welt führt. Im Rahmen des „Volvo Ocean Race Science“ Programms, sind alle teilnehmenden Yachten mit Sensoren ausgestattet die anhand von unzähligen Daten die Plastikverschmutzung der Weltmeere erfassen.

Was hat der V90 Cross Country damit zu tun?

Die Volvo Ocean Race-Sondermodelle tragen einen kleinen Beitrag zur Lösung der Meeresverschmutzung bei: die Fußmatten bestehen aus Econyl. Das wiederum besteht zu 100 Prozent aus recyceltem Nylon, dass aus alten Fischernetzen am Meeresgrund gewonnen wird. Ob das bei einem „bösen Diesel“ was für die Umwelt bringt?

Um dem ganzen Innenraum noch einen sportlichen Touch zu verpassen, finden sich überall orange Ziernähte und Ocean Race Schriftzüge. Zierleisten in Karbonoptik dürfen auch nicht fehlen.

Kein gewöhnlicher Volvo Kombi

Für viele Fans von schwedischen Kombis war der V90 mit seinem schräg abfallenden Heck ein Tabubruch. Als Ocean Race Version und auf Sport getrimmt, schlägt dieser hier völlig aus dem Ruder. Zum Glück! Eine Marke muss vielseitig sein. Volvo passt sich den Kundenwünschen an. Der Mann von Welt, respektive auch die Frau von Welt, kann sich im XC90 Excellence chauffieren lassen. Offroadfreunde und Abenteuerjunkies schnallen sich ihr Kanu aufs Dach oder packen die Ski in den großen Kofferraum und parken entweder direkt im Wasser oder auf der Piste. Dank Allrad wär sogar beides möglich.

Diesel in den Segeln des V90 CC Volvo Ocean Race

Er mag zwar Volvo Ocean Race in der Modellbezeichnung tragen, mit Wind lässt sich der V90 aber nicht bewegen. Dazu braucht es den guten, alten Diesel. D4 nennt Volvo den Zweiliter-Vierzylinder mit 190 PS. Den Gleichen Motor hatte auch der V90 im Kombishowdown gegen das Pendant aus München. Dort wirkte das Aggregat ganz stimmig und passend, aber keineswegs sportlich. Im 1,8 Tonnen schweren Volvo Ocean Race fühlen sich die 190 Pferde plötzlich viel kampffreudiger an. Die Beschleunigung von null auf 100 packt der weiße Riese in 8,8 Sekunden. Der Volvo Ocean Race zeigt sich im Test durchzugsstark und souverän und nagelt dabei für einen Diesel recht leise. Der Verbrauch pendelt sich bei guten sieben Litern ein. Passt für ein Auto von diesem Format.

Auf der härtesten Segelregatta der Welt kann es, je nach Wind- und Wetterlage, ziemlich ungemütlich werden. Ganz unpassend befindet sich deswegen im V90 Cross Country Ocean Race das adaptive Luftfahrwerk. Kostenpunkt: 1.650 Euro. Die sollten beim Kauf eines S90 oder V90 unbedingt investiert werden. Der Volvo gleitet praktisch über Unebenheiten und wird zur wahrhaftigen Sänfte. Das Auto lässt sich gut um Kurven bewegen und wirkt dabei nie hektisch. Über städtische Straßenbahngleise bügelt der Kombi weich drüber und auf waldigen Forststraßen kann man ihm so schnell auch nichts vormachen.

Fazit

Volvos sind immer was ganz besonderes. Und der V90 Cross Country Volvo Ocean Race sticht mit seiner Aufmachung hervor. Ob einem der weiße Lack mit hellgrauen und orangen Akzenten gefällt, ist Geschmackssache. Das komfortable und flotte Fahrverhalten, der sparsame Verbrauch und das wohnliche Interieur sind auf jeden Fall gute Argumente. Die Preise für das Sondermodell beginnen bei 73.425 Euro (der normale Cross Country beginnt bei 56.630 Euro). Mein Testwagen mit dem 190 PS starken Diesel, 8-Gang-Automatik und Allradantrieb kommt auf 87.896 Euro.