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Der Mercedes-AMG A 35 4Matic im Test!

Der Mercedes-AMG A 35 4Matic ist der Hot Hatch aus Stuttgart. Knalliges gelb, schwarze Spoiler und fette Felgen. Racer-Herz, was willst du mehr? Vielleicht noch Launch Control, eine Automatik die umwerfend geil schaltet und als Antrieb ein 306 PS starker Vierzylinder? All das steckt im kleinsten AMG und noch viel mehr.

Mercedes-AMG A 35 4Matic: Der gelbe (B)Engel!

Auf diesem Foto bin ich etwa vier Jahre alt. Das gelbe Bobbycar daneben ist mein Benz. Mein Babybenz. Ich hab das Teil nie Bobbycar genannt, nur Babybenz oder Benz. Papa, der immer Autos mit Stern fuhr und das noch heute tut, hatte ihn mir zum Geburtstag geschenkt. Er sollte so aussehen wie der damals neue SLK. Mehr als 20 Jahre später habe ich wohl wieder Geburtstag. Ich darf mich erneut hinter das Steuer eines gelben Benz klemmen. Und der zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, wie einst mein Babybenz.

Zur Sache: 306 PS im A 35

Statt wie früher mit den Kinderbeinchen den Mini-SLK anzuschubsen, steh ich mit dem linken Bein auf der Bremse, mit dem rechten auf dem Gaspedal. „Race-Start“ steht am 11,4 Zoll großen digitalen Tacho. Sobald ich von der Bremse gehe, reißt es mich im A 35 in 4,7 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Brachialität, mit der es mich in den Sitz drückt, ist wahnsinnig. Alles passiert so schnell, dass ich nur am Rand mitbekomme, dass die Räder nicht durchdrehen und es aus der Abgasanlage rausröhrt wie wild. Tage später, als wir Videos davon machen und ich mir diese anschließend anschaue, seh ich das alles erst.

Die 7-Gang-Automatik passt sich perfekt dem Fahrmodus an. Über einen Drehregler am Lenkrad kann zwischen fünf Fahrmodi gewählt werden: Glätte für den Winter, Individual für den persönlichen Gusto, Comfort, Sport und Sport+. Am meisten Spaß macht logischerweise Sport+, denn da wird der Sound deutlich kerniger und frecher, während er im Comfort recht ruhig ist. Dennoch bin ich die meiste Zeit im Comfortmodus gefahren. Für den täglichen Weg zur Arbeit oder auch auf längeren Strecken, reicht der für den kurzen Spaß vollkommen aus. Sport+ ist dann eher was für das Hatzerl am Wochenende. Über die andere Lenkradtaste kann das ESP ausgeschaltet und auf manuelle Schaltung gewechselt werden. Wenn wir schon beim Schalten sind: die Schaltwippen hinter dem Lenkrad sind fantastisch. Neben dem wertigen Eindruck beim Klicken, fühlt man sich beim Rauf- oder Runterschalten wahnsinnig mit dem Fahrzeug verbunden. So macht das Schalten durch die sieben Gänge riesigen Spaß.
Die Aufhängung ist betont sportlich. Eh klar in einem Hot Hatch. Für die Stadt eher nicht so gefragt, liegt der kleine AMG dank der Federung auf der Autobahn wie ein Brett. Man hat sowieso das Gefühl, höhere Geschwindigkeiten lassen den A 35 besser und direkter fahren. Vor allem auf der deutschen Autobahn, auf der ich ihn leider nicht ganz ausfahren konnte. Schaffen würde er 250 km/h.

Hot Hatch mit Langstreckenqualität

Nein, kein Scherz. Auf dem Weg zum Konzert meiner Lieblingsband in München war der Mercedes-AMG A 35 4Matic ein treuer Begleiter. Die Sportsitze sehen auf den ersten Blick unbequem aus, sind in Wahrheit tatsächlich das Gegenteil und vielleicht sogar die bequemsten Sportsitze überhaupt. Denn die hohen Seitenwangen geben ausgezeichneten Halt, umarmen einen sozusagen fast in Kurven. Dennoch sind es keine ultraharten Bretter. Sogar eine Sitzheizung ist darin verbaut. Außerdem noch im Innenraum zu finden: eine Anlage mit wunderbarem Klang, ein großer Display mit einer unglaublich klaren Auflösung und sogar Sprachsteuerung. Kennt man so übrigens auch aus der normalen A-Klasse. Den Wahlhebel für die Automatik findet man Ami-mäßig rechts hinter dem Lenkrad. Ansonsten ist die Bedienung recht einfach und intuitiv. Das Infotainmentsystem kann wahlweise über das schnell reagierende Touchpad in der Mittelkonsole oder über den Touchscreen gesteuert werden. Das System reagiert sofort. Bei gemütlichen 130 auf der Autobahn und leichten Sohlen ist der AMG mit 8,3 Litern äußerst genügsam. In der Stadt sind es dann schnell 10 Liter.

Viel Technik für den kleinen AMG. Zum Vergleich: Mein gelber Babybenz hatte eine Hupe. Für das restliche Entertainment sorgte meine kindliche Fantasie.

So viel kostet der Mercedes-AMG A 35 4Matic

Autos mit Stern kosten. Bei dem A 200, den ich vor etwa einem halben Jahr testen durfte, war das auch schon so. Auf die 53.000 Euro von damals kommen rund 22.000 Euro bei unserem Test Mercedes-AMG A 35 4Matic dazu. Macht 75.530 Euro. Der Startpreis für das 306 PS starke Hot-Hatch beginnt bei 57.076 Euro. Extras wie das AMG Performance Sitz-Paket (2.035 €), die 19 Zoll AMG Leichtmetallräder (990 €) und das Schiebedach (970 €) treiben den Preis bei unserem Testwagen auf die Spitze. Zumindest auf letzteres Extra könnte man verzichten.

Fazit

Der Mercedes-AMG A 35 4Matic hat das Zeug zum perfekten Hot Hatch. Neben potentem Vierzylinder mit frechem Klang, trumpft er mit vielen nützlichen Tech-Gimmicks auf. Der Verbrauch geht in Ordnung, der Preis ist schon ein wenig heftig. Wie einst bei meinem gelben Babybenz, müsste Papa finanziell unterstützen. Weil er das aber nicht tut, bleib ich bei meinem Mini-SLK.

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