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Der Mercedes-Benz GLA 200 d 4MATIC im Test!

Der neue Mercedes-Benz GLA bleibt sich selbst treu und vor allem ganz der Alte. Dass diese Floskel für ein Facelift nichts Gutes verheißt, zeigt sich im Test. Warum ich mir von einem deutschen Premiumhersteller mehr erwartete und mir der GLA vor einigen Monaten noch besser gefiel…

Mercedes-Benz GLA 200 d 4MATIC: Bad News!

Es war Anfang April in Ungarn. Dort durfte ich den facegelifteten GLA abseits der Straße ausprobieren. Dass sich die „A-Klasse auf Stelzen“ so gut im Gelände macht, hätte ich nicht gedacht. Nun, ein halbes Jahr später, frage ich mich, was mich damals geblendet hat. Denn dass der Innenraum, im Vergleich zum Prefacelift, minimalistisch verändert wurde und so überhaupt nicht nach Premium schreit, ist mir damals vollends entgangen.

Bei all dem hin und her Gewackel auf der Offroad-Piste ist mir auch nicht aufgefallen, dass viel Kunststoff verbaut ist. Vor allem an Stellen, wo es in einem Fahrzeug für 60.000 Euro nicht hingehört. Das Schlimmste ist die Mittelkonsole. Die schaut aus, als ob sie von 2008 wäre. Und dass, obwohl der X 156 (die MB-interne Bezeichnung des GLA) erst seit 2013 gebaut wird. Und warum zum Teufel hat das Facelift nicht denselben Drehknopf wie, zum Beispiel, das GLC Coupé bekommen? Die Steuerungseinheit für das Infotainmentsystem wirkt total veraltet.

Bereit, über solche Dinge hinwegzusehen, wäre ich, wenn sich der GLA als 200 d ausgezeichnet fahren würde. Tut er aber nicht. Um es in den Worten des Chef-Filou zu sagen: „Der geht wie anbundn!“. Was Raphael damit sagen möchte ist, dass die 136 PS, in Zusammenarbeit mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, träge wirken. In 9,9 Sekunden soll es auf 100 km/h gehen. Es fühlt sich länger an. Man ist also eher gemütlich unterwegs. Umso erstaunlicher, dass der Verbrauch bei sieben Litern liegt – zwei Liter über der Werksangabe. Und der Diesel nagelt obendrein. Das war in anderen Fahrzeugen mit Stern schon bedeutend besser. Hier merkt man, dass sich auch bei der Motorenpalette nichts Neues getan hat.

Gibt es auch positives?

Ja, gibt es. Zum Beispiel, dass sich der GLA gut fährt. „Hä? Wie jetzt? Oben steht doch was anderes?“, werdet ihr euch denken. Die Erklärung: da unser GLA im AMG-Paket dasteht, würde man sich auch dementsprechend ein leicht sportlicheres Auto erwarten. Oder was besseres einfach. Vergisst man die Aufmachung, die nach Sportlichkeit ruft, und sieht einen einfachen GLA, fährt der sich äußerst angenehm. Die Federung könnte noch etwas weicher dämpfen, schließlich ist das ein Benz. Das gleichen jedoch die Sitze etwas aus. Die sind für Sportsitze sehr bequem. Die Bedienung und Steuerung des Infotainmentsystems funktioniert einfach. Kein Wunder, wenn sie schon etwas älter ist.

Offroad-Modus?

Ja, den gibt es im GLA und der funktioniert auch. Probiert habe ich ihn aber nicht. Das heißt, eigentlich schon. Aber halt damals in Ungarn. In der Stadt braucht man das nicht. Dort wird man den GLA aber hauptsächlich antreffen. Wie immer gilt also auch hier: es reicht zu wissen, dass man könnte. Der Allradantrieb dürfte allerdings auch an verschneiten Tagen in suburbanem Gebiet ganz nützlich sein.

Das große Aber!

Vielleicht habt ihr bemerkt, dass es mir der GLA 200 d nicht so wirklich angetan hat. Das liegt zum Großteil an der Fahrzeuggattung. Kleine „Premium-B-Segment-Kompakt-SUVs“, oder wie sie die Marketingleute sonst gerade nennen, geben mir nichts. Keine Emotion, kein Kribbeln, kein „den würde ich mir kaufen“. Eher was von „Mercedes-Benz hat mit dem GLA eine (aus meiner Sicht) unnötige Lücke gefüllt“. Und Audi und BMW gehen mit Q2 und X2 den gleichen Weg.

Wer kauft sich so einen eigentlich? Ich weiß eh, verdammt viele Leute momentan. Aber in der Stadt tut es eine A-Klasse auch. Auf dem Land wird man sich lieber ein größeres SUV zulegen. Am meisten stört mich wohl, dass ich das Auto nicht verstehe. Und umgekehrt.

Fazit

Der GLA hat sich im autofilou-Test einiges anhören müssen. Im Grunde ist er ein gutes Auto. Vielleicht kein würdiger Mercedes-Benz, aber ein gutes Auto. Allen, die eine A-Klasse und etwas höher sitzen wollen, sei gesagt: holt euch einen größeren Motor und lasst dafür das AMG-Paket weg. Die Preise beginnen bei 31.890 Euro, mein Testwagen kostete 60.150 Euro.

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