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Das Mercedes-Benz E 200 Coupé im Test!

Wieso ich mich nicht auf Anhieb im Mercedes-Benz E 200 Coupé wohlfühlte und was mich beim feschen Zweitürer aus Stuttgart wirklich überrascht hat, gibt mein Testbericht wieder.

Mercedes-Benz E 200 Coupé: Schöne Schande!

In den letzten acht Jahren sind geschätzt 400 Testfahrzeuge durch meine Hände gegangenen und immer wieder mal habe ich mich in einem Auto unwohl gefühlt, zumeist für die Optik geniert. Doch bei einem Benz war das noch nie der Fall. Bis zum E 200 Coupé. Aber warum? Nun ja, das Typenschild verrät es bereits. Optisch aufgebrezelt mit allem was geht – Diamantgrill, AMG-Paket und großen Felgen – und dann steht da E 200 am Heck! Ich will nicht, dass jemand diesem äußerst gelungenen Coupé nachschaut – was übrigens sehr viele tun und ich gut verstehen kann – und sich dann im Abgang denkt:

„Haha, voll auf dicke Hose machen und dann den kleinsten Motor nehmen.“

Nach dem Motto: „Er will, aber kann nicht.“ Dabei habe ich gar nichts, wirklich gar nichts, auszusetzen am Vierzylinder-Benziner des E 200. Klar, über die 184 PS lachen wohl die meisten Taxi-Fahrer in ihren E 220 d mit 194 PS. Doch mehr braucht es tatsächlich nicht. Das Zweiliter-Turboaggregat hält sich richtig fein im Hintergrund, klingt auch, wie ich finde, zu keiner Zeit angestrengt, und mehr Sound würde zu diesem großen Reisecoupé auch nicht vernünftig passen.

Leichtigkeit beim Fahren

Außerdem, und damit kommen wir zum eingangs erwähnten Überraschungs-Thema, hat der kleine Motor keine großen Probleme, den bloß 1.580 Kilogramm leichten Stuttgarter voranzutreiben. Ja, bloß 1,6 Tonnen – für eine E-Klasse, die auch als Zweitürer 4,83 Meter lang ist. Kein Wunder also, dass sich das E-Coupé beim Fahren eher nach C-Coupé anfühlt, die Leichtigkeit ist deutlich spürbar!

Aber damit kommen wir zum zweiten traurigen Thema beim E 200 Coupé: den vorderen Bremsen. Die fallen, aufgrund des geringen Gewichts und der moderaten Motorleistung, entsprechend klein aus. Klar, darauf schauen wohl nur Autonarren. Und dennoch, hinter die 19-Zöller gehören, rein der Optik wegen, meiner Meinung nach auch größere Bremsscheiben. Während die Typenbezeichnung leicht abbestellt oder, zur Not, abmontiert werden kann, wäre der Tausch der Bremsscheiben schon ein gravierenderer Eingriff. Ausreichende Performance liefern die Serien-Stopper aber allemal.

Keine Leichtigkeit beim Tanken

Leider macht sich die vorhin attestierte Leichtigkeit beim Tanken nicht bemerkbar. Dem Turbobenziner reicht zwar Super Benzin (ROZ 95). Von dem nimmt er sich in der Realität aber zwischen neun und elf Liter auf 100 Kilometer. Im Testmittel waren’s ziemlich genau zehn Liter. Nicht wenig, und dennoch ist das E-Coupé dank 70 Liter fassendem Tank gut gerüstet für längere Etappen. Wie zum Beispiel zum Genfer Autosalon. Nach also 2.500 vermehrt auf der Autobahn abgespulten Kilometern, steht fest, dass sich der E 200 auf Autobahnen ausgesprochen wohlfühlt. Dank neun Gängen steht die Nadel des Drehzahlmessers selbst bei 140 km/h unter 2.000 Umdrehungen. Wind- oder Antriebsgeräusche bleiben dabei freundlich zurückhaltend.

Selbst beim Platz braucht sich der Feschak nicht hinter seinem Limousinen-Bruder zu verstecken. Die Sitze lassen sich zweigeteilt umlegen oder und eine Skidurchreiche gibt es ebenfalls. Und so kam’s, dass ich am Weg nach Genf mit mehreren Taschen, einem Koffer, ein Paar Ski samt Skischuhen und was-weiß-ich-noch-allem problemlos unterwegs war. Für Leute, die größer als 1,75 Meter sind, wird’s auf der Rückbank eng in der Kopfgegend. Das Coupé ist aber wohl auch nicht als Passagierbeförderungsmittel Nummer 1 anzusehen.

Fazit

Als Erstwagen werden große Coupés heutzutage wohl höchstens an der Côte d’Azur gekauft. Daher kann der 200er Motor hierzulande schon akzeptiert werden. Dass mein 74.000 Euro teurer Testwagen keinen schlüssellosen Zugang beherrscht, ist traurig. 2018 darf ich das als Serienausstattung erwarten.

2018 Mercedes-Benz E 200 Coupé test review erfahrung white weiß amg

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