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Der 2021 Hyundai i20 i Line Plus 1.0 T-GDi DCT im Test!

In der mittleren von drei möglichen Ausstattungslinien zeigt sich der Hyundai i20 trotz Doppelkupplungsgetriebe puristisch, aber spritzig. Der Test.

Hyundai i20 i Line Plus 1.0 T-GDi DCT – Sportlich geschnitten!

“Sensuous Sportiness”, auf Deutsch „sinnliche Sportlichkeit“, heißt Hyundais neue Designsprache, deren erster Vertreter in Europa der neue i20 ist. Im Gegensatz zu seinem gutmütig aussehenden Vorgänger wirkt der Hyundai i20 mit seinen vielen Kanten und größeren Lufteinlässen nun schärfer geschnitten, aggressiver, aber auch unruhiger. Dabei hat sich bei den Dimensionen gar nicht so viel verändert. Der neue i20 ist um 5 mm länger, um 30 mm breiter und um 24 mm flacher als sein Vorgänger, der Radstand ist um 10 mm gewachsen. Davon sollen die Passagiere in der zweiten Reihe und der Kofferraum profitieren. Und tatsächlich sind hinten 88 mm Beinfreiheit dazugekommen und das Kofferraumvolumen von 326–1.042 beim alten auf 352–1.165 Liter beim neuen i20 angewachsen. Der i20 wird übrigens mit gewöhnlichen Halogenscheinwerfern ausgeliefert. Wer LED-Scheinwerfer will, muss den Kleinen in der Top-Ausstattung Trend Line kaufen.

Moderner Innenraum…

Im Innenraum fallen sofort die neuen, optionalen Displays ins Auge. Wer will, kann jetzt auch beim i20 alle Informationen von zwei 10,25 Zoll großen Bildschirmen ablesen. Allerdings gehört die Kombination nicht mal in der höchsten Ausstattungslinie Trend Line zur Ausstattung. Für das Navigationssystem mit großem Bildschirm sind noch einmal 1.090 Euro fällig.
In meinem Testfahrzeug konnte ich mich von den Supervision Armaturen überzeugen, die so auch im neuen Tucson zu finden sind. In der Mittelkonsole war das 8-Zoll-Display verbaut. Das gibt es im Infotainment-Paket III inklusive eher durchschnittlichem Audiosystem (mit 6 statt 4 Lautsprechern), Rückfahrkamera und den bereits erwähnten digitalen Armaturen für 1.190 Euro – optional gibt es hier aber eine Bose-Anlage.
Beachtlich sind auch die Assistenten, die im i20 arbeiten. Serienmäßig gibt es unter anderem einen passiven Spurhalteassistenten, eine Fußgänger- und eine Müdigkeitserkennung sowie einen Fernlichtassistenten. Optional erhältlich ist zudem ein adaptiver Tempomat, ein aktiver Spurhalteassistent und ein Toter-Winkel-Assistent.

2021 Hyundai i20

…mit sehr viel Hartplastik

Einen Rückschritt macht der i20 bei der Materialanmutung im Innenraum. 2015 war ich von den eingesetzten, geschäumten Kunststoffen begeistert. Sie haben das Innenleben des i20 spürbar aufgewertet. Jetzt aber sind alle Teile aus Hartplastik gefertigt und hinterlassen einen kühleren und weniger hochwertigen Eindruck. Das kommt insbesondere bei der Klimaanlage zum Ausdruck, die mit ihren drei Stellrädern im Plastikmeer unterzugehen droht.

Die Funktionalität stimmt dennoch, wächst mit den einfach zu reinigenden, robusten Oberflächen vielleicht sogar noch ein bisschen. Und auch die Bedienung am Lenkrad geht einfach von der Hand.

Spritziger Motor

Vom Dreizylinder in Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe habe ich mir nicht allzu viel erwartet. Geht man nach dem Datenblatt ist er seinem handgeschalteten Kollegen beim Sprint auf 100 km/h mit 11,4 Sekunden um eine Sekunde unterlegen und verbraucht dabei auch 0,2 Liter mehr. Im Test zeigte sich der 100 PS starke 1,0-Liter-Turbobenziner aber von seiner spritzigen Seite, hing gut am Gas und leistete auch auf der Autobahn gute Dienste. Bloß das Doppelkupplungsgetriebe konnte mit gelegentlichem Rucken und fehlenden Verstellmöglichkeiten nicht ganz mithalten. Immerhin hielt sich die Motor-Getriebe-Kombination beim Verbrauch eher zurück. Die angegebenen 5,8 Liter auf 100 km habe ich mit durchschnittlich 5,9 Litern nur knapp verpasst.

So viel kostet der Hyundai i20

Den günstigsten Hyundai i20 gibt es mit 84 PS in der i Line Ausstattung derzeit im Angebot bereits ab 13.990 Euro, der Listenpreis liegt bei 15.990 Euro. Um die Preise besser vergleichbar zu machen, beziehen sich alle weiteren Preise auf den Listenpreis. Für mein Testfahrzeug mit 100 PS und Doppelkupplungsgetriebe in der i Line Plus Ausstattungslinie werden mindestens 19.990 Euro fällig. Das Infotainment Paket III mit den beiden Displays kostet 1.190 Euro extra, die Lackierung in Rot mit Dach in Kontrastfarbe nochmal 1.000 Euro und die aufgesteckten 16-Zoll-Felgen nochmal 490 Euro. Ergibt insgesamt einen Preis von 22.670 Euro. Für den Preis bekommt man im eigenen Haus bereits einen i30 mit 120 PS und auch ein MINI One wäre eine Option.

Fazit

Hyundai hat den i20 in scharfem Design und mit dynamischen Ambitionen auf die Straße gebracht. Optional gibt es für den Kleinwagen auch einiges an Luxus. Aber eben nur optional. Anders als für die koreanische Marke üblich, bekommt man Extras nicht automatisch bei der höchsten Ausstattungslinie dazu. Und auch wenn der Stadtflitzer seine Sache ziemlich gut macht, gibt es für knapp 23.000 Euro auch andere, nicht ganz vollausgestattete Fahrzeuge, die einen Blick wert sind.


Christoph Adamek
Christoph Adamek Auto, Motorrad, Fotografie und Technik - und nirgends volle Punktezahl
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