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Audi A4 allroad quattro 2.0 TDI quattro im Test!

Im Audi A4 allroad quattro verbauen die Ingolstädter feinste Materialien mit solch einer Präzision, dass Oberflächenfetischisten und Spaltmaßnazis gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Und fahren kann man damit auch.

Audi A4 allroad quattro 2.0 TDI: Lustobjekt für Oberflächenfetischisten!

Es beginnt mit dem satten „Plopp“ der zufallenden Türe, ein Gefühl von Geborgenheit und Luxus. Die Sitze lassen sich nicht übermäßig verstellen, bieten aber Halt und versprühen den Duft ihres weichen Lederkleids. Das Lenkrad greift sich samten an, in der Mittelkonsole findet man dieses Material auch am Schaltknüppel und am Drehdrücksteller. Sonst gibt es mit Aluminium bedampften Kunststoff – oder zumindest den Look davon – zart gerillten Kunststoff und dazwischen weiche Gummielemente. Hoffentlich hält der Weichmacher im Audi A4 allroad quattro noch lange.

„Klick“

Der perfekt gewählte Widerstand der einzelnen Tasten lädt dazu ein, sie immer wieder zu drücken. Belohnt wird man mit einem wohlklingenden „Klick“. Ich kann jedem, der in den Genuss kommt diesen Audi zu fahren, wirklich nur raten, alle Knöpfe einmal durchzudrücken und sich an der pedantischen Passgenauigkeit der einzelnen Elemente und der präzisen Aufrauung der drehbaren Teile zu erfreuen.

Den Motor startet man per Knopfdruck. Der Schlüssel kann dabei in der Hosentasche bleiben – was für das Aufsperren leider nicht gilt. Beim Losfahren ziert sich der allroad quattro anfangs ein bisschen, vermutlich hält die Doppelkupplung einen Teil der Kraft zurück.

Sparsam!

Ab dem zweiten Gang kann der 163 PS starke Zweiliter-Vierzylinder aber zeigen was in ihm steckt. Er beschleunigt zügig, punktet mit gutem Durchzug und dank der guten Abstufung der sieben Gänge auch mit geringem Verbrauch. Überland waren es laut Bordcomputer nie mehr als 5,5 Liter, insgesamt pendelte sich der Verbrauch bei mir bei 7,2 Litern ein.

Es gab Autobahn-Etappen, Stadtfahrten und Ausflüge auf Schotterpisten, um das Audi drive select ausprobieren zu können. Die Unterschiede von Dynamic und Efficiency sind deutlich zu spüren, die zwischen den anderen Programmen eher weniger. Das kann daran liegen, dass das System so perfekt arbeitet oder dass der Untergrund nicht ausreichend „offroadig“ war. So oder so bietet der allroad quattro ein straffes, aber komfortables Fahrgefühl.

Teuer!

Doch nicht alles im Test-A4 lässt mich mit so großer Befriedigung zurück wie die Materialanmutung. Das hängt hauptsächlich mit dem mehr als stolzen Testwagenpreis von 59.922 Euro zusammen.

Denn für diesen Preis, der bereits über 13.000 Euro Mehrausstattung beinhaltet, erwarte ich mich mehr als ein mäßig gut ausgestattetes Fahrzeug. Leder-Sportsitze (1.660 €), Businesspaket inkl. MMI Navigation (2.147 €) und das Komfortpaket mit dem ausgezeichneten LED-Licht (3.385 €) sind zwar ein guter Anfang, aber wo sind Head-up-Display, Abstandstempomat, Autopilot, elektrisch verstellbare Sitze oder ein volldigitales Armaturenbrett? Und wer so kleine Rückspiegel verbaut, sollte zumindest einen Totwinkel-Assistenten ins Angebot packen.

Fazit

Ob man die Offroad-Eigenschaften des Audi A4 allroad quattro wirklich braucht sei dahingestellt. Ohne „allroad quattro“ gibt es den A4 mit Doppelkupplung erst ab 190 Diesel-PS mit Allradantrieb – allerdings beinahe zum gleichen Preis (46.900 €). Die wunderbare Verarbeitung im Innenraum haben hoffentlich beide. Ebenso das sportlich angehauchte Fahrgefühl und das schicke Blechkleid. Wer aber einen Offroader mit viel Platz sucht, ist hier falsch.
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