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Der DS 3 Crossback So Chic mit 131-Diesel-PS im Test!

Individuelles Design, solide Technik, unkonventionelle Anordnung. Mit dem DS 3 Crossback zeigt PSA, dass sie können, wenn sie wollen. Nur Mainstream wollen sie eben nicht.

DS 3 Crossback So Chic BlueHDi 130 S&S EAT8: Der Individualist

Der DS 3 Crossback erinnert mich an Koriander. Der schmeckt auch nicht jedem. Und jene, die ihn nicht mögen, werden nicht müde das gebetsmühlenartig in jedem asiatischen Lokal zu wiederholen – oder im Falle des DS 3 eben bei Automessen und Tankstellen. Ja, er polarisiert. Und während sich über Geschmack und Design ja (nicht) streiten lässt, ist die Anordnung der Knöpfe im Innenraum ein klarer Rohrkrepierer. Wer die vier elektrischen Fensterheber so platziert hat, fährt vermutlich nur alleine Auto. Im Winter. Auf der Autobahn.
Aber genau wie der Koriander, der trotz der harschen Kritik eine positive Wirkung auf den Körper hat, ist auch der DS 3 unter dem kantigen Blechkleid und den verteilten Touch-Knöpfen ein wahrer Wohltäter. Motor, Schaltung, Verbrauch und Fahrwerk, ja sogar der Großteil der elektronischen Assistenzsysteme verdienen Bestnoten!

Der DS 3 Crossback mit 131 PS

Hauptgrund dafür ist der 1,5 Liter kleine Vierzylinder-Diesel, der unter der Motorhaube sein Werk verrichtet. Trotz der irreführenden Nummer 130 im Namen leistet er 131 PS und bringt bereits ab 1.750 Touren sein maximales Drehmoment von 300 Nm auf die Straße. Dass Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit mit 10,5 Sekunden bzw. 195 km/h hinter den Werten des gleichstarken Benziners bleiben, verwundert mich zwar, tun dem kraftvollen Antritt aber keinen Abbruch. Die 8-Gang-Automatik schafft den Spagat und sorgt einerseits für sanftes Losrollen und ruhige Schaltvorgänge und liefert andererseits beim Durchtreten des Gaspedals eine Portion Sportlichkeit. Wer will, kann hier noch in den Fahrmodus Sport schalten, der gefühlt jedoch nur wenig bringt. Anders sieht es im Eco-Modus aus. Die geringe Treibstoffeinsparung bezahlt man hier mit gefühlt 50 Prozent weniger Leistung.

Hier findest du den Test zum DS 3 Crossback mit 155 PS Benzinmotor.

 

Schön, dass der DS 3 Crossback ohnehin kein durstiger Zeitgenosse ist. Die fünf Liter, die er laut WLTP auf 100 km braucht, lassen sich außerhalb der Stadt ohne große Selbstkasteiung unterbieten. Zwischen 4,9 und 5,3 Litern standen bei mir am Bordcomputer. Da schafft man sogar mit dem relativ kleinen Tank von 41 Litern ordentliche Strecken.
Und diese auch äußerst komfortabel. Denn trotz des SUV-artigen Aufbaus und der kompakten Länge von 4,12 Metern ist es im DS 3 Crossback während der Fahrt angenehm leise. Windgeräusche dringen kaum in den Fahrgastraum vor und auch Bodenunebenheiten werden gut weggebügelt. Schließlich ist für komfortables Reisen auch noch der Tempomat mit Abstandsradar hervorzuheben, der gut und unaufdringlich funktioniert, also auf abrupte Geschwindigkeitsveränderungen verzichtet. Bloß der aktive Spurhalteassistent ist etwas nervös.

Die inneren Werte

Wie Eingangs schon erwähnt, ist beim DS 3 leider nicht alles so lobenswert wie Motor und Fahrwerk. So bietet der Innenraum nur wenig Platz. In der ersten Reihe ist das Auto schmal, in der zweiten Reihe kann man kaum noch sitzen. Insbesondere wenn der Vordersitz bis zum Ansatz nach hinten geschoben wurde. Der Kofferraum ist mit 350 Litern Volumen durchschnittlich groß, wirkt im Kontrast zum bulligen Auftreten des Fahrzeuges aber recht klein. Zum Vergleich: Der Citroen C3 Aircross bietet 410 Liter.

Was die Funktionen des Fahrzeugs und insbesondere des Infotainments betrifft, kann der DS 3 locker mit seiner Konkurrenz mithalten. Die Displays sind vielleicht nicht besonders groß, aber das System arbeitet schnell und zuverlässig. Aber die Bedienung… Die Knöpfe liegen weit auseinander und zwingen zum Umgreifen (insbesondere bei den Fensterhebern). Die Touchknöpfe bieten keinerlei haptisches Feedback und reagieren auch nicht immer sofort. Function follows form wird hier leider auf negative Weise deutlich.

So viel kostet der DS 3 Crossback

DS Automobiles lässt sich bei der Preisgestaltung des DS 3 Crossback von anderen Premiumfahrzeugen beeinflussen. So sind für den BlueHDi 130 EAT8 in der Ausstattungslinie So Chic mindestens 33.600 Euro zu bezahlen. Dazu kommen bei meinem Testfahrzeug jedoch noch einige Optionen: unter anderem der Metallic Lack (+900 €) und die weißen Rivoli Sitzbezüge (+756 €), das LED-Matrix-Licht (+1.596 €), die wohlklingende Focal Hi-Fi-Anlage (+900 €), das Fahrassistenz-Paket (+1.164 €) und das Navigationspaket mit automatischer Klimaanlage und Induktionsladeschale (+1.848 €). Insgesamt kommt man so auf den stolzen Preis von 42.326 Euro. Da ist der MINI Countryman nicht mehr weit. Aber Individualität hat eben seinen Preis…

Fazit

Bei wenigen Autos sind die positiven und negativen Eigenschaften so ausgeprägt wie beim DS 3 Crossback. Hier wird mit viel Druck an einem Alleinstellungsmerkmal gearbeitet. Wer sich daran erfreut und sich den gehobenen Preis leisten will, bekommt ausgereifte Technik im originellen Blechkleid. Allen anderen würde ich raten diese Motor-Getriebe-Kombination im Peugeot 308 oder 2008 zu wählen. Das ist dann wie Basilikum: ebenfalls gesund und jeder mag es.

Christoph Adamek
Christoph Adamek Auto, Motorrad, Fotografie und Technik - und nirgends volle Punktezahl
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