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MINI Countryman Cooper S All4 im Test!

4,3 Meter lang, 1,56 Meter hoch und 1,6 Tonnen schwer. Kann man da noch von einem MINI sprechen? Teilweise. Aber aus den Kindergrößen ist MINI mit dem Countryman nun endgültig rausgewachsen.

MINI Countryman Cooper S All4: Endgültig rausgewachsen!

Kurz nachdem ich den Testwagen abgeholt hatte, läutete das Telefon. Ein kurzfristiger Fototermin am Semmering, ob ich übermorgen Zeit hätte. Glücklicherweise ja, denn so konnte ich gleich mehrere Fliegen mit einer Klatsche erschlagen: die Fotoreportage und eine Ausfahrt mit dem Countryman über die Autobahn und in leichtes Gelände, also Schotterstraßen.

Für Gepäck und Passagiere hat der Größte der Kleinen ausreichend Platz, 450 bis 1.390 Liter, um genau zu sein. Sowohl die Platzverhältnisse als auch Ergonomie in der ersten Reihe wurden verbessert. Mit zwei Personen sowie Fotoequipment und Wanderschuhen im Fahrzeug bleibt noch Platz im Kofferraum sowie die gesamte Rückbank frei.

Dem Durchzug scheint die Beladung auch nichts auszumachen. Der 192 PS starke, turboaufgeladene Reihenvierzylinder zieht ab wie ein Gummiband. Vom Gefühl her nicht ganz so vehement wie sein kleiner Bruder, aber mit 7,2 Sekunden auf 100 km/h nicht mal eine halbe Sekunde langsamer.

Die Maximalgeschwindigkeit liegt laut Datenblatt bei 222 km/h und der Verbrauch im Test, auch wenn er auf der Autobahn mal etwas runtergeht, bei etwa 9,7 Litern Super auf 100 Kilometer, also eher durstig und nach etwas mehr als 500 Kilometern muss getankt werden.

Auf Landstraßen und Autobahnen fährt sich der Maxi-MINI sehr erwachsen. Das straffe Fahrwerk, die direkte Lenkung und die sensible Gasannahme geben gutes Feedback und machen Lust auf wiederholtes Beschleunigen und zügig gefahrene Kurven. Wer bei Autobahntempo das Gaspedal durchdrückt, wird mit flottem Zurückschalten der 8-Gang-Automatik, dröhnendem Sound und weiterer Beschleunigung belohnt. Es fiel mir nicht immer einfach im legalen Tempobereich zu bleiben.

Der über das Lenkrad verstellbare Tempomat mit Abstandsradar kam mir zu Hilfe. Die Geschwindigkeit lässt sich schnell einstellen und am ausfahrbaren Head-up-Display ablesen. Ich bin kein Fan von den ausfahrbaren Varianten. Laut MINI lässt es sich wegen der aufrechten Frontscheibe aber nicht anders realisieren.

Fährt man von den asphaltierten Straßen ab, stößt der MINI aber schnell an seine Grenzen, auch als Countryman. Lockeren oder rutschigen Untergrund meistert er dank Allradantrieb noch recht souverän, aber die Bodenfreiheit von 16,5 Zentimeter reicht einfach nicht für mehr als unebene Schotterstraßen.

Offroadmodus und Bergabfahrhilfe, mit denen manche SUVs zu punkten versuchen, gibt es nicht, von manuell sperrbaren Differenzialen ganz zu schweigen. Das hatte ich allerdings auch nicht erwartet und der Kundenanteil, der das bräuchte, liegt wohl nicht mal im Promillebereich. So bin ich den weiteren Weg für die Reportage eben im echten Geländewagen der Försterin mitgefahren.

Fazit

Auch wenn der Name Countryman nach Abenteuern in der rauen Wildnis klingt, ist der MINI ganz klar ein Stadtkind. Seine Konkurrenten, wie Audi Q2, Mazda CX-3 oder Jeep Renegade allerdings auch, daher stört das nicht weiter. Wer sich mit den gewachsenen Außenmaßen und der etwas eigenwilligen Seitenansicht anfreunden kann, erhält mit dem Cooper S eines der sportlichsten Fahrzeuge in dieser Klasse. Mit einem Testwagenpreis von 55.679 Euro wohl auch eines der teuersten. Dafür gäbe es zwei Suzuki SX4 S-Cross – nur so als Kopfrechnung.