Der Volvo XC60 T8 im Test

Der T8 steht in der Volvo-Palette für die höchste Eskalationsstufe, so auch beim XC60. Hier arbeiten ein aufgeladener Benziner und ein Elektromotor zusammen und sorgen für insgesamt 407 PS.

Volvo XC60 T8: Mit 2 Herzen auf Reisen

Den Volvo XC60 habe ich bereits als D4 mit 190 Diesel-PS testen können. Und schon die schwächere, aber realitätsnähere Version des Schweden-SUV hat mir wahnsinnig gut gefallen. Optisch unterscheidet sich der stärkere T8 kaum. Das markanteste Detail ist wohl der Schalthebel aus Orrefors Kristall, aber zu dem komme ich später noch.
Sonst gibt es einen zusätzlichen „Tankdeckel“, ein paar veränderte Schriftzüge und in der von uns gefahrenen Inscription Ausstattungslinie noch zusätzlichen Luxus, wie etwa die belüfteten Ledersitze mit Massagefunktion. Wer diesen Volvo fährt, muss wirklich keinerlei Entbehrungen befürchten.

Spannender ist aber der Antriebsstrang: Der Volvo XC60 T8 wird von einem dynamischen Duo befeuert, das aus einem 320 PS starken Zweiliter-Vierzylinder-Benziner und einem 87 PS starken Elektromotor gebildet wird. Zusammen bringen die beiden eine Systemleistung von 407 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm auf die Straße. Damit ist der Vortrieb in jeder Lebenslage gesichert. Der 0 auf 100 Sprint ist in 5,5 Sekunden vorbei und die Höchstgeschwindigkeit beläuft sich auf 230 km/h. Damit die Leistung aus beiden Aggregaten auch zuverlässig an alle vier Räder weitergeleitet wird, haben die Schweden dem T8 eine 8-Gang-Automatik von Aisin spendiert.
Und die bekommt beim Plug-in-Hybriden noch ein besonderes Detail. Einen kleinen, durchsichtigen Kristallknubbel von Orrefors. Sehr erfreulich in diesem Zusammenhang: Volvo hat die Software der Automatik verbessert. Jetzt kann man halbwegs schnell vom Vorwärts- zum Retourgang wechseln – und umgekehrt. Da macht das Einparken gleich viel mehr Spaß als beim von uns getesteten XC90.

So viel verbraucht der XC60 T8

Doch was verbraucht dieser zweifach befeuerte Herkules überhaupt? Dieser Frage wollte ich besonders gewissenhaft nachgehen und bin den XC60 fast 1.400 km weit gefahren, habe ihn 3x vollgetankt und 4x über Nacht geladen (+ 1 Ladung beim Abholen). Alles zusammengerechnet, hat sich so ein Durchschnittsverbrauch von 7,9 Litern ergeben. Rechnet man die fünf Ladevorgänge raus, bei denen der Volvo jedes Mal (laut Bordcomputer) 35 rein elektrische Kilometer zurücklegen könnte, kommt man auf 9,1 Liter Super auf 100 Kilometer. Für ein mehr als 2.100 kg schweres SUV ist das in Ordnung. Dennoch kann der T8 sein Kraft- und Sparpotential nur ausleben, wenn er regelmäßig aufgeladen wird. Sonst degradiert man ihn zu einem T6 mit 150 kg Zusatzgepäck und kleinem Tank (50 statt 71 Liter).

Unterwegs zeigt sich der XC60 von seiner besten Seite. Er hat in allen Lebenslagen genügend Kraft, auch wenn das Säuseln des Vierzylinders beim Beschleunigen nicht nach Power klingt. Die Außenwelt ist weggedämmt und innen beschallt die Bowers & Wilkins Anlage die Passagiere mit Musik in bester Qualität. In komfortablen Sitzen kann man sich massieren lassen und auf dem Head-up-Display hat man alles im Blick. Wunderbar! Nur die Fahrdynamik hinkt ein bisschen hinterher. Im Fahrmodus „Hybrid“ schwankt das Fahrzeug bei Bodenwellen nach und auch in schnellen Kurven spürt man die Behäbigkeit des Schweden-SUVs. Der Sportmodus schafft ein wenig Abhilfe, kann die Gesetze der Schwerkraft jedoch auch nicht ändern. Für die Kurvenhatz ist der XC60 nun mal nichts.

So viel kostet der Volvo XC60 T8

Für den XC60 T8 in der Inscription Ausstattung zahlt man mindestens 72.510 Euro. Ein stolzer Preis, der für 407 PS jedoch noch im Rahmen liegt. Möchte man all das Zubehör sein Eigen nennen, das wir in unserem sehr üppig ausgestatteten Testfahrzeug vorgefunden haben, muss man mindestens 90.000 Euro auf den Tisch legen. Ziemlich viel für ein 4,69 Meter langes SUV. In Anbetracht der Konkurrenz aber nicht überraschend. Der von uns getestete BMW X3 30d xDrive mit 265 PS kostet etwa gleich viel.

Fazit

Im Volvo XC60 T8 habe ich mich stets wohl gefühlt. Bei dieser Menge an Luxus ist das aber kein Wunder. Wer ein Power-SUV abseits des deutschen Premium-Mainstream sucht, ist hier perfekt aufgehoben. Volvo positioniert seine SUVs aber bewusst nicht zu sportlich. Wer also einen höhergelegten Sportler sucht, ist trotz der 407 PS nicht gut beraten.

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