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Volvo XC90 T8: Der Schwede für besonnene Menschen!

Viel gelobt wurde der XC90 von uns – Filou Christoph testete den T6 – wie auch von vielen anderen Medien. Vor allem der Plug-in-Hybride T8 sei die einzig richtige Wahl, las ich mehr als einmal. Er kombiniere herausragende Fahrleistungen und akzeptablen Verbrauch am besten. Ob dem so ist, darf er nun im harten autofilou.at-Rendezvous zeigen.

Volvo XC90 T8 hybrid Inscription test review fahrbericht
2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at

 

Für mich sind Volvo und Jaguar von der Auslegung ziemlich ähnlich. Beide wollen sich vom deutschen Luxus unterscheiden und keine Massenware sein. Nur bei einem Punkt gehen die beiden verschiedene Wege: Während Jaguar dem Fahrer Gelassenheit beinahe schon aufzwingt, im positiven Sinne, muss man sie beim Volvo schon vorher haben.
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at

 

Richtig wohl fühlt man sich im XC90 T8 nämlich nur, wenn man von Haus aus nicht gehetzt ist. Menschen die es nicht dauernd eilig haben, werden sich auf Anhieb wohl fühlen im großen Schweden.
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at

 

Für mich hingegen, einem der gehetzten Sorte, bedurfte es einer Eingewöhnungsphase, bis ich mich wohlfühlte. Alles geht mir zu langsam oder nicht intuitiv genug. Hier ein paar Beispiele: Fangen wir beim Einsteigen an. Keyless-Go funktioniert beim Aufsperren perfekt. Einfach zum Bügelgriff greifen und er Schwede entriegelt von selbst. Entferne ich mich jedoch von ihm, sperrt er nicht alleine ab. Es bedarf einem kurzen Fingerverbleib am Griff oder Tastendruck auf der Schlüsselfernbedienung. Irgendwie unnötig.
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at

 

Ich bin Eingestiegen, will ausparken. Der mechanisch rastende Wahlhebel der anderen XC90-Modelle musste im Hybriden einem ausschließlich digital einrastenden Instrument weichen. Ich bin mir also nie sicher, welche Fahrstufe gerade eingelegt ist, bis ich auf das Fahrerinformationsdisplay blicke. Irgendwie mühsam.
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

 

Ich fahre los, erfreue mich an der Möglichkeit „Drive Modes“ via Drück-Drehrad in der Mittelkonsole auszuwählen. Dabei passt der XC90 sogar die Bodenfreiheit – Dank optionalem Luftfahrwerk – entsprechend an. Es stehen AWD, Pure, Hybrid, Power, Offroad und Individual zur Verfügung. Und jetzt fängt die Krux an. Denn, wer sich Individual anpassen möchte, kann es nicht gleich hier, in der Drive Mode Auswahl, sondern muss sich zuerst durch ein Einstellungsmenü hantieren. Irgendwie umständlich.
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at

 

Aber gut, sind einmal alle Möglichkeiten so angepasst, wie es mir beliebt – vom Ansprechen der Bremse, über das Zusammenspiel der beiden Motoren, die Effizienz der Klimaautomatik, … – bleibt der Fahrmodus beim Verlassen und Wiederkehren nicht auf Individual, sondern springt immer wieder zu „Hybrid – Tägliche Nutzung“ zurück. Eine Frechheit.
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

 

Sparsam soll er sein, der Plug-in-Hybrid. 2,1 Liter verspricht Volvo nach NEFZ auf 100 Kilometer. Das stimmt höchstens auf den ersten 100 Kilometern, denke ich mir. Denn sparsam kann der T8 nur dann sein, wenn die Batterie voll aufgeladen ist. Und das ist leider nur selten der Fall, denn der Ottomotor selbst lädt die Akkus maximal halb voll auf. Mehr lässt das System nicht zu. Der T8 muss also an die Steckdose.
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

 

Doch für realistische 20 bis 25 Kilometer rein elektrische Reichweite (Herstellerangabe: 40 km), mühe ich mich bei 10 Grad Außentemperatur nicht mit dem viel zu kurzen Ladekabel ab. Somit ist die Batterie bei mir mehr leer als voll, oder besser gesagt mehr Ballast als Treiber.
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at

 

Kurzes Beispiel warum mir mehr elektrische Reichweite wichtig wäre: Ich will von Wien in die Stadt Salzburg fahren. Bin auf der Autobahn im ‚Save Mode‘ unterwegs und pumpe nebenbei die Akkus voll – oder eben nur halb voll. Fahre in die Stadt hinein, und noch bevor ich einen Parkplatz gefunden habe, höre ich den Benziner schon wieder im Hintergrund laufen bzw. sehe es im Fahrerinformationsdisplay.
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

 

Und was hier – beim T8 – erschwerend hinzukommt, ist, dass nach der Strecke Wien–Salzburg der Benzintank auch beinahe leer ist. Denn der große Schwede hat einen mit 50 Liter zu klein dimensionierten Treibstofftank und der ‚Save Mode“ saugt ganz schön. Overall-Testverbrauch: 12 Liter ROZ 95. Zum Vergleich: Der gleiche Motor nuckelt im T6 an einer 71 Liter großen Flasche.

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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at


Nichtsdestotrotz arbeiten der an der Hinterachse platzierte, 87 PS starke Elektromotor und der 320-PS-Vierzylinder-Benziner, der ausschließlich die Vorderräder antreibt, perfekt zusammen. Das volldigitale Fahrerinformationsdisplay gibt Aufschluss über die Reichweite und das aktuelle Zusammenspiel der beiden Aggregate.

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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

 

Die Luftfederung macht ihre Sache ebenfalls hervorragend, unterbindet ein Schiff-artiges Gefühl vollends. Bloß der Abrollkomfort bei niedrigen Geschwindigkeiten, ist, geschuldet den 275 Millimeter breiten, 21 Zoll großen Winterreifen, nicht der gerade der weichste. Dennoch ist die Geräuschkulisse so gut, dass ich steht’s zu schnell unterwegs bin. Übrigens: Im Vergleich zu den 235er-21-Zöller des Tesla, sind die des Volvo mit knapp 280 Euro geradezu günstig (Tesla-Gummis 510 €/Stück!).
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at

 

Das Platzangebot – wie soll es eigentlich auch anders sein, bei einem 5x2x2 Meter großen Auto – ist durchaus üppig. Lediglich die letzte der drei Reihen ist nicht auf Dauer zu empfehlen. Praktisch sind die zwei zusätzlichen Sitze dennoch. Weil die Frage nach der maximalen Zuladung aufkam – die liegt bei 691 Kilogramm.
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at

 

Der Kofferraum verliert, wegen des Elektro-Antriebsstrangs, 52 Liter auf die Nicht-Hybrid-Versionen, fasst aber mit 640 Liter immer noch eine Menge. Die Heckklappe könnte dennoch eine Spur weiter aufgehen.
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Filou Raphael (1,93 m) mit der niedrigen Heckklappe des Volvo XC90 T8 | Photo © Raphael Gürth/autofilou.at

 

Was Tesla hervorragend vorgemacht hat, machen langsam andere Hersteller nach – das Infotainment-Display in der Mittelkonsole aufstellen. Damit alleine ist es allerdings nicht getan. Die Software dahinter muss auch stimmen. Und das tut es, auch z.B. bei Renault, nicht annähernd so astrein wie bei Tesla. Die Bedienung ist einfach nicht gut durchdacht und die Display-Auflösungen weit entfernt von „WOW“. Wenn schon nachmachen, dann bitte richtig, Volvo (und Renault)!
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at

 

Fazit: Ein Netter Versuch von Volvo das große SUV stadttauglich zu machen. Wegen zu geringer rein elektrischer Reichweite und digitalisiertem Fahrstufen-Hebel, gelingt ihnen das leider nicht perfekt. Abgesehen vom Mittelkonsolen-Display geht der Rest in Ordnung. Preislich überrascht der 407 PS starke XC90 T8. Er ist, dank wegfallender NoVA, bis zu 1.700 Euro günstiger als der 320 PS starke T6. Für die Anhänger der Dieselfraktion stehen der D4 und D5 AWD zur Verfügung.
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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at

Daten Testwagen | 2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Basispreis: 82.220 Euro | Testwagenpreis: 99.814 Euro | Motor: Vierzylinder-Kompressor-Turbobenziner + E-Maschine | Hubraum: 1.969 cm³ Verdichtung: 10,8:1 | Verbrenner-Leistung: 235 kW/320 PS bei 5.700 1/min | E-Leistung: 64 kW/87 PS | System-Leistung: 300 kW/407 PS | Verbrenner-Drehmoment: 400 Nm | E-Drehmoment: 240 Nm bei 2.200–5.400 1/min | System-Drehmoment: 640 Nm | Getriebe: Achtgang-Automatik | Antrieb: Verbrenner vorne, E-Maschine hinten | Beschleunigung: 5,6 s | Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h | Normverbrauch: 2,1 l kombiniert (ROZ 95) | CO2-Emission: 48 g/km | Abgasnorm: Euro 6 | Testverbrauch: 12 l | Tankinhalt: 50 l | Batterie-Kapazität: 9,2 kWh | Gesamtlänge/-breite/-höhe: 4.950/2.008/1.776 mm | Radstand: 2.984 mm | Kofferraumvolumen: 640–1.816 l | Leergewicht: 2.319 kg | zul. Gesamtgewicht: 3.010 kg

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2016 Volvo XC90 T8 Twin Engine Inscription 7-Sitzer | Photo © Christoph Adamek/autofilou.at
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