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Im Test: 2017 Honda CBR650F

Die neue Honda CBR650F war meine erste Supersport. Sofern man bei einer 90 PS starken 650er von Supersport reden kann. Es war aufregend und anstrengend. Aber so ist das wohl meistens beim ersten Mal.

Honda CBR650F: Jetzt bin ich also Rennfahrer…

Dass die gemeinsame Zeit mit der Honda genau auf die heißeste Woche des Sommers fiel, kann man wohl unter „Pech gehabt“ verbuchen. Selten habe ich, in meinen Handschuhen, unter der Jacke oder im Helm, so übel geschwitzt. An einem besonders heißen Tag ist mir sogar der Schweiß aus den Kniekehlen in die Stiefel geronnen. Weitere Details erspare ich euch jetzt.

Jedenfalls tragen eine gebückte (oder sportliche) Haltung und das Hitze abstrahlende Getriebe unter dem rechten Knie nicht gerade zur Abkühlung bei.

Euro 4 bringt +4 PS

In ihrer neuesten Auflage wurde die CBR für die Abgasnorm Euro 4 angepasst. Klingt zwar eher nach Kompromiss, hat dem Vierzylinder gegenüber dem Vormodell aber vier Pferdestärken mehr beschert. Außerdem wurden der Honda bessere Bremsen und ein aufgefrischtes Fahrwerk spendiert.

Von den Neuerungen merke ich nicht viel, schließlich bin ich das Vorgängermodell auch nicht gefahren. Trotzdem fühle ich mich auf der CBR von Anfang an gut aufgehoben. Die 213 Kilogramm lassen sich gut handlen, die Bauweise bringt einen niedrigen Schwerpunkt und wenn ab 8.000 Touren das volle Drehmoment von 64 Nm in den Asphalt beißt, hat die Honda auch ordentlich Vortrieb. Ziemlich aufregend.

… mit dem Gemächt am Tank …

Der Motor röhrt dann regelrecht, nicht sonderlich sonor, aber doch laut und das matte, Gunpowder Black lackierte Bike zieht ab wie ein Gummiband. Einzig in Kurven stört es gelegentlich, wie sehr die CBR am Gas hängt. Wer einmal das Gas loslässt, wird beim erneuten Drehen des Hebels mit harschem Rucken bestraft.

Ehrlicherweise hab ich das aber nur selten ausgereizt. Stattdessen erfreute ich mich eher an der Gutmütigkeit des Motorrads, als ich mich beim Durchschalten des Sechsgang-Getriebes verzählte. Den ersten Gang bei 50 km/h einzulegen, kann auch unangenehme Folgen haben. Insbesondere wenn man ohnehin bei jedem Mal Bremsen mit dem Gemächt am Tank klebt. Wie halten das andere Männer auf Dauer aus?

Attraktiv positioniert

Ich könnte die Schuld jetzt auch auf die altbackenen Armaturen schieben, deren Ablesbarkeit nicht die Beste ist und auf denen es keine Gang-Anzeige gibt. Aber was solls. Dafür hat Honda im Sinne der Aktualität ihre kleine Supersport mit LED-Scheinwerfer und -Heckleuchte ausgestattet.

Und was zahlt man für die Spaßmacherin? 9.190 Euro und damit knapp 2.000 bzw. 5.000 Euro weniger als die Suzuki GSX-R 600 bzw. die Kawasaki Ninja ZX 6R 636, die ebenfalls beide mit einem ähnlich großen Reihen-Vierzylinder an den Start gehen, aber mehr Leistung bieten.

Fazit

Die Honda CBR650F bietet einen günstigen Einstieg in die Gruppe der kleinhubigen Vierzylinder-Supersportler. Die neutralen Fahreigenschaften im unteren und die Sportlichkeit im oberen Drehzahlbereich machen sie sowohl für Fahranfänger als auch für Routiniers, die ein günstiges Bike suchen, interessant. Wie man sich den Tank vom Leib hält, sollte man aber wissen. Und vielleicht kann mir auch jemand zeigen, wie ich die Rückspiegel einstellen muss, um etwas anderes als meine Arme zu sehen.
Christoph Adamek
Christoph Adamek Auto, Motorrad, Fotografie und Technik - und nirgends volle Punktezahl
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