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Renault ZOE BOSE Q90 Z.E. 40 im Test!

Mehr als 3.000 Exemplare konnte Renault vom ZOE seit dessen Einführung im Juni 2013 hierzulande bereits absetzen. Damit steht der kompakte Franzose bei uns auf Platz 1 in der Zulassungsstatistik der E-Fahrzeuge. Kein Wunder eigentlich, bietet er doch die meiste Reichweite für die akzeptabelsten Anschaffungskosten.

Renault ZOE BOSE Q90 Z.E. 40: Schafft er wirklich 400 km?

Mit einem Schlag vernichtete Renault im Oktober 2016 die gesamte E-Auto-Riege. Nämlich als der ZOE Z.E. 40 auf dem Pariser Autosalon, völlig unerwartet, mit 41 kWh fassender Batterie vorgestellt wurde. 400 Kilometer wurden damals als Reichweite laut NEFZ proklamiert – für nahezu unveränderte Preise. Damit stand fest, dass der Erfolg des 4,1 Meter langen Kleinwagens nicht abreißen würde. Da wundert mich die Top-Platzierung in der Zulassungsstatistik wenig.

400 Kilometer Reichweite für 32.390 Euro

Auch wenn dieser Tage der Neue Europäische Fahrzyklus, kurz NEFZ, „nichts“ mehr Wert ist – weil eh seit Jahren zu weit weg von der Realität – so lässt sich schon gut Werbung machen mit der großen Aufschrift am Testwagen: „Jetzt mit 400 km Reichweite nach NEFZ“.

Doch wie weit kommt der ZOE tatsächlich unter herbstlichen Bedingungen?

Vor der Beantwortung dieser Frage, muss ich etwas richtigstellen: Der Testwagen, mit der vollständigen Bezeichnung ZOE BOSE Q90 Z.E. 40, schafft laut Datenblatt gar nicht die versprochenen 400 Kilometer nach NEFZ. Das kann nämlich nur der ZOE als R90-Modell. Doch der R90-ZOE ist nicht schnellladefähig (3-Phasen, 400 V, 37 kW), damit kommt nur der Q90 klar. Der wiederum weist aufgrund eines anderen E-Motors aber „nur“ maximal 370 Kilometer Reichweite nach NEFZ aus.

Ich sitze also im Q90-ZOE mit kolportierten 370 Kilometern maximaler Reichweite. Und was ist nun realistisch?

150 Kilometer Reichweite bei Tempomat auf 200 km/h!

Bei 140 km/h, also auf der Autobahn, sind 150 Kilometer zurücklegbar – bei um die 10 Grad Celsius Außentemperatur, mit Abblendlicht und Heizung an und Tempomat auf 200. Ja, richtig, Tempomat auf 200 km/h. Der ZOE schafft zwar nicht mehr als 140 Sachen, der Tempomat weiß das aber nicht.

Im Alltag sind leicht 250 Kilometer machbar. Wahrscheinlich auch 300, wenn man ausschließlich im schwer einschneidenden ECO-Modus (Gasannahme abgeflachter, Höchstgeschwindigkeit auf rund 97 km/h begrenzt, …) unterwegs ist.

~3 h Ladedauer bei 22 kW

Auf die Frage nach der tatsächlichen Reichweite folgt zumeist die Frage nach der Ladedauer. Die beträgt an der 22 kW-Ladestation, die es mittlerweile von unterschiedlichen Anbietern zuhauf in Österreich gibt, rund drei Stunden – wenn der ZOE Z.E. 40 zuvor fast leer war. Das war bei mir aber kaum der Fall, denn das E-Auto anstecken wird zur Gewohnheit wie das Smartphone aufladen in der Firma oder zu Hause.

Und die Kosten für 1x Aufladen?

Eine vollständige Aufladung schlägt, wenn man keine gratis Ladestation zur Verfügung hat, mit rund zehn Euro zu Buche – für, sagen wir, 300 Kilometer Reichweite. Macht etwas mehr als drei Euro für 100 Kilometer. Das schafft selbst ein Hybrid nicht, geschweige denn ein Benzin- oder Diesel-Kleinwagen. Die generell hohen Kaufpreise der E-Autos amortisieren sich trotzdem lange nicht.

So viel kostet ZOE-Fahren!

Dabei ist der ZOE Z.E. 40 als R90 mit einem Basispreis von mindestens 32.390 Euro eh noch günstig. Deutsche Konkurrenten kennen hier keine Zurückhaltung.

Wer den kleinen Renault nicht gänzlich kaufen möchte, kann die Batterie auch mieten. Je nach jährlicher Laufleistung kommen dann zum Kaufpreis von mindestens 24.890 Euro monatlich 69 bis 109 Euro für Batteriemiete hinzu! Der Test-ZOE mit Vollausstattung kostet 38.030 Euro bzw. 30.530 Euro bei Batteriemiete. Die Haftpflichtversicherung beträgt für einen ZOE rund 500 Euro jährlich. Die motorbezogene Steuer fällt bei Elektrofahrzeugen gänzlich weg.

Fazit

Wem der weltweite E-Auto-Pionier, Nissan LEAF, zu groß ist, der kann ohne Bedenken zum österreichischen E-Auto-Pionier, dem Renault ZOE greifen. Als Z.E. 40 ist er mit diesem Frühjahr endgültig alltagstauglich geworden. Die Preise sind freilich noch gesalzen. Wer alleine den Markt beherrscht, kann eben auch die Preise bestimmen, oder wie war das noch schnell?! Die Qualität, das Fahrverhalten sowie das Platzangebot entsprechen denen eines aktuellen Kleinwagens mit Verbrenner-Aggregat.
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