Schon gefahren: 2018 VW T-Roc

Cascais, ach was bist Du schön! Einfach mal hier Hängenbleiben, am westlichsten Ende des europäischen Festlandes. Das wär’s! Der neue VW T-Roc darf gerne als Untersatz bereitstehen. Bei der ersten Ausfahrt habe ich nichts ausgelassen, den Crossover über die Küstenstraße gescheucht, übers raueste Gelände gequält und durch den Sand geschliffen.

Der VW T-Roc im ersten Test!

Eigentlich, also jetzt wo ich hier sitze, frühmorgens in einem meiner Lieblingshotels, dem The Oitavos, und diese Zeilen verfasse, merke ich erst, wie brillant der VW T-Roc in das abwechslungsreiche Cascais passt.

Er ist der hippere Golf – mit seiner serienmäßigen Zweifarben-Lackierung – platziert unter dem Tiguan (daher auch das T in T-Roc) und steht in direkter Konkurrenz zu SEAT Arona und Hyundai Kona, die ebenfalls gerade auf den Markt drängen. Und dieses „hippere“ passt, wenn nicht hierher – also nach Cascais – dann vielleicht noch zu Barcelona. Da kommt die Frage auf, wer denn künftig noch zu Golf oder Golf Sportsvan greift? Vor allem weil der T-Roc als Crossover mit Allradantrieb und DSG auch noch jedes Terrain meistern will. Und die Antriebsvielfalt seiner Brüder kommt auch ihm zugute.

115 bis 190 PS

Drei Diesel- (115, 150 & 190 PS) und zwei Benzin-Leistungsstufen (115 & 150 PS) werden angeboten. Der ebenfalls in Portugal zur Verfügung gestandene 2.0 TSI mit 190 PS wird in Österreich nicht angeboten. Wer den unbedingt will, muss zum größeren SEAT Ateca (4,36 m) greifen. Der ausprobierte 2.0 TDI mit 150 PS, 7-Gang-DSG und 4MOTION geht aber nicht minder kraftvoll ans Werk. Zieht in 8,4 Sekunden auf Tempo 100 und soll sich im Schnitt mit 5,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer zufriedengeben. Auffallend: Die hervorragende Geräuschdämmung und die verbesserungswürdige Materialwahl des Armaturenbretts. Letzteres spiegelt gewaltig in der Windschutzscheibe und ist leider nicht hinterschäumt.

Schade nur, dass es in Portugal nicht die Möglichkeit gab, die schwächsten verfügbaren Antriebe – ein 1.0 TSI Dreizylinder und ein 1.6 TDI Vierzylinder mit je 115 PS – auszuprobieren. Diese sind sicherlich die Volumenaggregate für österreichische T-Roc.

Fast so groß wie der Golf

Mit 4,23 Metern Außenlänge ist der VW T-Roc nahezu so lang wie der aktuelle Golf VII (4,26 m), hat mit 445 Liter jedoch den deutlich größeren Kofferraum (Golf: 380 l). Beim Platzangebot auf der Rücksitzbank hat der T-Roc dafür, aufgrund des kleineren Radstandes (2,59 zu 2,62 m), das Nachsehen. Ich kann zwar hinter mir selbst sitzen und habe auch von der Kopffreiheit her keine Probleme, auf längeren Strecken möchte ich jedoch nicht hinten Platznehmen müssen. Aber wie oft ist man schon zu mehrt und länger unterwegs…

Die erste Reihe ist gelungen. Die Stoffsitze passen gut, die Bedienung ist logisch und das digitale Cockpit, das man bereits aus höheren Klassen kennt, gibt’s ebenfalls auf Wunsch.

Preisangriff, oder auch nicht?

Wo aber reiht sich der T-Roc preislich ein? Für 21.490 Euro gibt’s im VW T-Roc drei Zylinder mit einem Liter Hubraum, 115 PS und Sechsgang-Handschaltung. Das Ende der Preisliste erreicht aktuell der 150 PS starke T-Roc Sport TDI 4MOTION DSG mit 37.070 Euro.

Ein Vergleich zum Golf Comfortline TSI mit 110 PS zeigt, dass der ähnlich ausgestattete T-Roc Design TSI mit 115 PS um 890 Euro mehr kostet (23.350 zu 24.240 €). Für das Geld gibt’s den etwas größeren Škoda Karoq noch nicht. Er fängt als Ambition TSI mit ebenfalls 115 PS bei 25.790 Euro an.

Fazit

Der T-Roc ist wohl D E R neue Volkswagen. Kann im Grunde alles. Ist preislich selbstbewusst positioniert und muss sich eher vorm größeren Škoda Karoq in Acht nehmen, denn vor Golf oder Golf Sportsvan. Er rollt fein ab, verfügt schon in der Grundausstattung über die wichtigsten Assistenzsysteme (Lane Assist, City-Notbremsfunktion, …) und überzeugt bei der Antriebsvielfalt. Nur beim Armaturenbrett sollte den Wolfsburgern noch etwas einfallen, bevor die Markteinführung zeitgleich mit der Vienna Autoshow im Jänner 2018 startet. Ich bleibe gespannt, wie es in einem Jahr aussieht. Dann steht fest ob die Kundschaft eher konservativ zum Klassiker Golf gegriffen hat oder „Ready to Roc“ war.