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XPeng L03: Erstkontakt mit dem Rundumschlag!

Fett aufgezogen haben sie die Premiere des XPeng L03 im Showpalast in München. 1.500 geladene Gäste, darunter die Sport-Influencerin und neue Markenbotschafterin Pamela Reif, fieberten bei der eineinhalb-stündigen Präsentation mit. Vorgestellt wurden aber auch Drohnen und humanoide Roboter, die auf der großen Bühne leider fehlten.

XPeng L03: Mehr für weniger gibt’s nicht!

XPeng bringt ein neues Einstiegsmodell an den Start, den L03. Er ist mit 4-Meter-65 Länge größentechnisch knapp unterhalb des G6 (4,76 m lang) angesiedelt, doch behält die beliebte SUV-Coupé-Form. Neu und mir noch unerklärlich ist der Buchstabe im Modellnamen. Denn eigentlich hat jeder Buchstabe im Namen der Marke eine Fahrzeugklasse zugeordnet, wie ich letztes Jahr erfahren habe:

Woher plötzlich das L kommt, wofür es steht und warum nicht E oder N verwendet wurden? Keine Ahnung. L könnte jedenfalls für „Lädt schnell“ stehen, denn …

XPeng L03: Lädt schnell

Fakt ist jedenfalls, dass der 4,65 Meter lange XPeng L03 im Spätherbst 2026 bei günstigen 36.600 Euro startet. Dafür dürfen wir uns leider nicht die 382 bzw. 451 kW maximale Gleichstrom-Ladeleistung des G6 erwarten. Der L03 verzichtet auf ein 800-Volt-System, lädt aber je nach Batteriegröße mit maximal 193 oder sogar 236 kW. Wichtiger: Die Ladezeit von 10 auf 80 Prozent ist mit 20 Minuten angegeben. Für ein 400-Volt-E-Auto absolute Spitzenklasse. Zwei Lithium-Eisenphosphat-Batterien – 58,3 bzw. 71,2 kWh – stehen zur Wahl und ermöglichen bei den Heckantriebsmodellen (180 kW aka 245 PS) maximale WLTP-Reichweiten von 445 respektive 520 Kilometern. Das ebenfalls erhältliche Allradmodell schafft mit der großen Batterie leider nur 440 Kilometer im WLTP-Zyklus. Das deutet auf zwei permanenterregte Synchronmaschinen ohne jegliche Trennkupplung hin. Sicherlich ein Preisthema. Denn der 387 PS starke XPeng L03 AWD Performance, also das Topmodell, kostet auch nicht mehr als 42.600 Euro. Eine echte Kampfansage. In 4,5 Sekunden hat er den Standardsprint auf 100 km/h erledigt.

Alles drinnen, mehr geht nicht!

Viel wichtiger: Die umfangreiche Serienausstattung. Neben sieben Airbags und sieben Jahren Garantie (bis 160.000 km), versprechen die Chinesen fünf Sterne beim EuroNCAP-Crashtest. Außerdem sind das XPeng XOPERA Surround Sound System mit 11 Lautsprechern, zwei davon in der Kopfstütze des Fahrers, 13 Assistenzsysteme samt 360°-Kamera-System, Head-up-Display (26,8“), 15,6-Zoll-2K-Infotainmentdisplay und 8,88-Zoll-Fahrerinfodisplay an Bord.

Die Rücksitzlehne ist dreigeteilt umlegbar, unter ihr gibt es eine Schublade mit sieben Liter Fassungsvermögen für zum Beispiel Schuhe oder Spielsachen. Und selbst beheizte, belüftete und elektrische verstellbare Sitze, ein beheiztes Lenkrad (36,5 cm Durchmesser), ein PM-2.5-Luftfilter, eine Wärmepumpe und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik sind immer Serie. Ebenso die elektrische Heckklappe und das Panoramaglasdach. Also das ist wirklich ein Rundumschlag. Kein langes Aufpreislisten stöbern und überlegen, einfach immer volle Hütte. Einzig die Wahl nach der Batteriegröße, Heck- oder Allradantrieb, Außen- und Innenfarbe, plus Anhängekupplung (1.500 kg Anhängelast; +990 €) ja, nein, und fertig.

XPeng L03 fährt nach Level 2+ teilautomatisiert!

Und wer am teilautomatisierten Fahren interessiert ist, der nimmt 5.000 Euro extra in die Hand und bekommt für 47.600 Euro den XPeng L03 AWD Performance „Ultra“ mit selbst entwickeltem Turing AI Chip, der eine KI-Rechenleistung von bis zu 750 Tera-Operationen pro Sekunde (TOPS) entwickelt und das Fundament für den Next Generation Pilot (NGP) legt. Dann ist der XPeng L03 wohl ab Anfang 2027, wenn es die gesetzliche Regelung hergibt, nach Level 2+ teilautomatisiert auf unseren Straßen unterwegs. Der „Ultra“ ist an den 20- statt 18-Zöllern sowie gelb lackierten Bremssätteln zu erkennen. Und innen werden die Passagiere aus 18 Lautsprechern heraus beschallt, die Vordersitze haben eine Massagefunktion und Außengeräusche werden aktiv unterdrückt.

Kleiner Kofferraum, aber großer Frunk!

Der Kofferraum hat leider nur 367 Liter Fassungsvolumen nach VDA, wenngleich dieser nach mehr aussieht. Immerhin gibt’s einen Frunk mit 89 Liter (44 l beim Allradler). Das Leergewicht liegt im besten Fall bei geringen 1.870 Kilogramm mit der kleineren Batterie bzw. 1.940 Kilogramm mit der großen Batterie. Der Allradler kommt auf 2.040 Kilogramm – sehr erfreulich für die motorbezogene Versicherungssteuer.

Fazit

Wenn sich der XPeng L03 auch nur halbwegs brauchbar fährt, und die Kunden mit der rungelutschten Optik (der cW-Wert liegt bei 0,228) und Materialanmutung (Velourdachhimmel, Metall-Applikationen, …) zufrieden sind, dann könnte er dem Tesla Model Y in Sachen Zulassungen ordentlich ans Bein pinkeln. Vor allem, wenn XPeng bis 2028 wirklich die versprochenen 4.000+ HPC-Lader und Megawatt-Charger in Europa aufstellt.

Wer sich nach wie vor nicht über die Elektromobilität drüber traut, für den gibt es den XPeng L03 auch als REEV (Range-Extended Electric Vehicle) also mit 1,5-Liter-Benziner zur Reichweitenverlängerung für 39.600 Euro und bis zu 1.000 Kilometern Gesamtreichweite.

Und irgendwann in der Zukunft könnten wir mit uns den Kaffee von IRON 2.0 servieren lassen oder mit der XPeng ARIDGE-Drohne in die Arbeit fliegen.

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