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Der fesche BMW Z4 sDrive20i im Test!

Taugt der BMW Z4 auch als sDrive20i mit Vierzylinder-Turbobenziner oder sollte er belächelt werden? Kollege Alexander berichtet.

BMW Z4 sDrive20i: Anthrazitkäppchen!

Die Zeiten der Metallklappdächer scheinen endgültig vorbei. Nach Jahren der Abstinenz hat BMW mit Z4 endlich wieder einen richtigen Roadster mit zwei Sitzen, Fetzendachl und überlanger Motorhaube im Programm. Die Silhouette wirkt elegant sportlich, das Heck knackig und die Front mit den übereinander liegenden Tagfahrlichttuben, nun ja, für mich gewöhnungsbedürftig. Über die Optik lässt sich bekanntlich streiten, weshalb ich mich nachfolgend auf das wirkliche Wesentliche beschränke: Das Fahren.

Kraft druch …

Unter der langen Haube des Z4 schlägt nicht wie gehofft der legendäre Sechsender sondern ein Vierzylinder mit knapp zwei Litern Hubraum. Nach der erstmaligen Zündung war die Enttäuschung darüber sogleich vergessen. Der Murl klingt richtig lässig und ballert im Sportmodus frech aus den beiden (echten!!) Endrohren.

Nebst Sound schärft das elektronische Wunschprogramm des Z4 auch die Kennlinie der Dämpfer und der Lenkung ordentlich nach. Den Chiropraktiker wird man selbst in der härtesten Einstellung nicht benötigen, jedoch wird die Lenkung um die Mittellage schon arg nervös. Eine saubere Linie zu ziehen, wird im Sportmodus zum Glücksspiel. Die montierte Rad-Reifen-Kombination in der Dimension 275/35 ZR19 ist da auch nicht sonderlich hilfreich und gehört mehr zur Kategorie Show & Shine als Notwendigkeit. Für die 197 PS Leistung und 320 Nm Drehmoment des Turbobenziners hättens 225er wohl auch getan. Wie auch immer, der Auftritt ist jedenfalls fett.

… reichlich Saft!

Verwaltet wird das ganze von der oftmals gelobten Achtgang-Automatik. Gangwechsel geschehen quasi Gedankengesteuert und im manuellen Modus bleibt der Gang selbst dann noch stehen, wenn der Begrenzer schon deutlich zum Hochschalten mahnt. So bereitet einem die sportliche Kurvenhatz ordentlich Freude. Besonders dann, wenn das Dachl versenkt ist und man so den frechen Sound des Vierzylinders vollends auskosten kann. Bei der engagierten Treiberei im Winkelwerk wird teilweise nicht nur das Heck leicht, sondern auch das Börserl an der nächsten Futterstelle. Bei sportlicher Fahrweise gilt klar das Motto „Darfs ein bisserl mehr sein“ und so kippt sich der Z4 sDrive20i gut 10 Liter Super Benzin in seine Brennräume. Aber es hat ja auch nie wer behauptet, dass ein Roadster zum Sparen sei.

Skifahren?

Dazu gibt es definitiv bessere und praktischere Fahrzeuge. Wobei wirklich unpraktisch ist auch der Z4 nicht. Im Innenraum fehlt’s zwar an Ablagemöglichkeiten aber der Kofferraum ist vor allem dank des Stoffdachs nicht bloß Zierde, sondern schluckt wirklich was weg. 281 Liter sind es laut Prospekt. Zusätzlich war mein Testfahrzeug mit einer Durchreiche ausgestattet, wodurch auch längere Gegenstände Platz fänden. Kurzum ein Wochenende zu zweit ist allemal drin.

Neuzeit

Auch im Interior wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Head-up-Dislplay, Ledersitze, Harman Kardon-Soundsystem und die Liste könnte so munter weiter gehen. BMW hat den alten Rundinstrumenten nun auch abgeschworen und verbaut erstmals ein vollständig digitales Cockpit. Aber neu heißt ja bekanntlich nicht immer besser. Ich hatte teilweise Probleme bei der Ablesbarkeit da bloß schwarz, weiß und grau die Anzeigen prägt. Insbesondere die Karte zwischen Tacho und Drehzahlmesser leidet dadurch sehr. Aber was solls, beim Cabriofahren sollte man sowieso die Umgebung und die Fahrt genießen als verkrampft aufs Navi zu starren. Ganz nach dem Motto: Wir verfahren uns nicht, wir erkunden neue Wege [;-)].

Fazit

Diesmal hatte ich wirklich Glück. Ungetrübter Sonnenschein und sommerliche Temperaturen begleiteten mich durch den gesamten Testzeitraum mit dem BMW Z4 sDrive20i. Die Trennung war hart und ich fragte mich mehrmals was dieses Spaßgefährt denn kosten würde. Angesichts der ganzen Spompanadeln war die Überraschung allerdings nicht allzu groß als ich in den Unterlagen 66.575 Euro entdeckte.