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2019 Honda CR-V 2.0 i-MMD Hybrid AWD im Test

Kann der Hybrid-Antrieb dem Honda CR-V in Europa auf die Sprünge helfen? Im Test zeigt sich der Japaner mit dem elektromotorlastigen Antrieb von seiner besten Seite.

Der Honda CR-V Hybrid: Das SUV für Verspielte

Manche Marken legen viel Wert auf fließende Formen und klare Linien, auf aufgeräumte, reduzierte Innenräume in denen die Funktion der Form folgt. Honda gehört da garantiert nicht dazu. Und das beweist die japanische Marke beim CR-V Hybrid mal wieder auf eindrucksvolle Art und Weise. Außen leicht korpulent, aber kantig, innen großzügig an Platz (479–1.694 Liter Kofferraum, jedoch keine dritte Sitzreihe möglich) und Knöpfen. Das dürfte dem Großteil der Menschheit aber gut gefallen. Denn auch wenn man den CR-V hierzulande nicht allzu oft zu Gesicht bekommt, steht er im weltweiten Verkaufsranking der SUV auf Platz 1.
Der Honda CR-V lässt sich aber auch wirklich gut bedienen. Ich musste mich selten durch verzweigte Menüs graben, um irgendeine Einstellung zu finden – das ist wirklich angenehm. Andere Hersteller versuchen das mit einer Sprachsteuerung zu lösen. Honda macht Knöpfe! Head-up-Display höher? Eco Modus? Klimaanlage wärmer, kälter oder Assistenzsysteme an? Kein Problem, alles bekommt einen eigenen Knopf.

Honda CR-V Infotainment: Yes means yes!

Und die Systeme, die mit den Knöpfen bedient werden, machen ihre Sache gut. Der Honda CR-V hält die Spur und bremst eigenständig ab, die Musik klingt kräftig und hallt nicht und das Navi mit Multitouch verrichtet seinen Dienst sehr flott. Ein bisschen nervig ist da nur das Einholen der Bestätigung, dass sich man während der Fahrt nicht zu sehr aufs Navi konzentriert. Anders als so manche Cookie Bar, die man einfach ignorieren kann, läuft es hier wie auf einem amerikanischen College ab: Only yes means yes. Und wer nicht zustimmt, bekommt nur die Uhrzeit auf schwarzem Hintergrund zu sehen.
Im, dank Panorama-Glasschiebedach, sehr hellen Cockpit gibt es aber noch mehr zu entdecken. Zum Beispiel den Kilometerzähler, der sich beim Tanken automatisch zurücksetzt – natürlich nur für Trip A. Oder die Lenkrad-Pedals, mit denen man die Rekuperation in vier Schritten verstärken und so beinahe ein One-Pedal-Feeling erzeugen kann. Schade nur, dass sich diese Einstellung außer im Sport-Modus nach wenigen Sekunden selbst resettet.

Der Antrieb im CR-V

Kommen wir zum Antrieb. Honda nennt ihn i-MMD, das steht für „intelligent Multi Mode Drive“, und sieht so aus: Im CR-V kollaborieren ein 2-Liter-Benziner mit 145 PS und 175 Nm Drehmoment und ein 184 PS und 315 Nm starker Elektromotor. Dabei unterstützt der Benziner den Elektromotor in den meisten Fällen nur und lädt die Batterie auf. Nur bei höheren Geschwindigkeiten und im optimalen Wirkungsbereich fließt die Kraft direkt an die Räder.
Das Schönste daran: Man merkt den Übergang zwischen den verschiedenen Fahrmodi kaum. Während der Fahrt zeigt sich der Honda CR-V angenehm leise. Selbst wenn man aufs Gas tritt und das (wie könnte es anders sein) per Knopfdruck zu bedienende E-CVT-Getriebe konstruktionstypisch den Motor aufheulen lässt, klingt der Lärm weit entfernt. Dadurch bekommt man ein Fahrgefühl, das man sonst aus höheren Klassen kennt.
Im Stadtverkehr ist man mit dem Hybriden angesichts der Größe recht sparsam unterwegs. 6,5–6,8 Liter Super genehmigt sich der Honda CR-V auf 100 Kilometer. Auf der Langstrecke wird er mit 7,0–7,2 Liter aber etwas durstiger. Das kennen wir aber bereits aus dem Toyota RAV4 Hybrid.

Gemütliche Fahrer werden ihre Freunde mit dem CR-V haben. Solange man dem Vordermann nicht zu nahe auffährt und angepiepst wird, strahlt das Fahrzeug eine angenehme Gelassenheit aus. Die Assistenten verrichten ihren Dienst und halten das Fahrzeug in der Spur und auf Abstand. Auch ein Stauassistent ist mit dabei.

Abgesehen vom flotten Losfahren ist der CR-V kein besonders agiles Fahrzeug. Bei flotter Fahrweise neigt er zum Wanken und federt gern mal bei Bodenwellen nach. Und fürs Protokoll: 9,2 Sekunden braucht der Japaner auf 100 km/h. Bei 180 km/h wird abgeriegelt.

So viel kostet Hondas neues Hybrid SUV

Den günstigsten CR-V bekommt man für 31.290 Euro. Wer einen Hybrid will, zahlt mindestens 35.790 Euro und mit Allrad ist man ab 42.290 Euro dabei. In der von mir getesteten Executive Version kostet der Honda dann 49.290 Euro zuzüglich 615 Euro für die Pearllackierung. Damit kostet er nochmal 3.000 Euro mehr als der Toyota RAV4 Hybrid 2WD.

Fazit

Es hat schon einen Grund, wieso der Honda CR-V auf der ganzen Welt beliebt ist. Das Gesamtkonzept ist stimmig, die Bedienung einfach und genügend Platz ist auch vorhanden. Ob er als Hybrid-Version nun auch in Mitteleuropa mehr Anklang findet, bleibt abzuwarten.

Christoph Adamek
Christoph Adamek Auto, Motorrad, Fotografie und Technik - und nirgends volle Punktezahl
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